Videotalk / Folge 132

Corona-Impfung: Aggressive Stimmung in den Arztpraxen

Lesedauer: 3 Minuten
cv19 – die DUB-Chefvisite / Folge 132

cv19 – die DUB-Chefvisite / Folge 132

Die Corona-Impfung in Hausarztpraxen „kommt an ihre Grenze“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, warnt vor Überlastung.

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Essen.   Aggressive Stimmung in Praxen beklagt. Fitnessstudios frühestens 2024 auf Vorkrisenniveau. Digitalisierung gegen Fachkräftemangel.

Die Corona-Impfung in Hausarztpraxen „kommt an ihre Grenze“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, warnt vor Überlastung. Es gebe bereits eine „extrem aggressive Stimmung“ bei der Terminvergabe, denn viele wollten sich noch vor ihrem Urlaub impfen lassen. Dabei seien die Hausärzte mit der „umfassenden Regelversorgung für all ihre Patientinnen und Patienten“ bereits alarmierend stark ausgelastet. Erste Praxen stiegen schon wieder aus der Impfung aus.

Werner mahnt, nicht mehrfach Termine in verschiedenen Praxen zu buchen: „Damit würde anderen der Termin weggenommen.“ Immer mehr Fach- und Betriebsärzte sowie Ärzte für Privatpatienten beteiligten sich an der Impfkampagne und sorgten für noch mehr Tempo. Der Mediziner verwies auf die Möglichkeit von Tests: „Mit einem PCR-Test in den Urlaub zu fahren, nimmt Druck aus der Impfung“, so Werner.

Fitnessstudios vor Öffnung: "Euphorie ist riesig"

Auf die Wiedereröffnung zumindest in Bayern freuen sich die Fitnessstudios. „Die Euphorie ist riesig“, sagt Thomas Nemmaier, Geschäftsführer beim Münchener Fitnessstudiovermarkter Aciso, in der Sendung, nach einer entsprechenden Entscheidung der Landesregierung. Allerdings habe die Branche seit Oktober bis zu 20 Prozent der Kunden verloren.

Trotz durch die Pandemie gestiegenem Interesse an Sport und Gesundheit erwartet Nemmaier daher, dass es „mindestens 2024 wird, bis das gleiche Niveau wie vor dem Lockdown erreicht wird“. Die Schließungen hätten das Interesse an Online-Angeboten gestärkt. Letztlich würden die Kunden aber in die Studios zurückkehren: „Die persönliche Betreuung, das Treffen im Club bleibt wichtig“, so Nemmaier.

Pandemie als "Segen für die Digitalisierung im Mittelstand"?

Als ein „Segen für die Digitalisierung im Mittelstand“ habe sich die Pandemie erwiesen, berichtet der Gründer des Software-Anbieters Weclapp, Ertal Özdil. Es gebe große Nachfrage nach Lösungen, die es Unternehmen ermöglichen, Geschäftsprozesse zu digitalisieren. „Irgendeinen Browser an irgendeinem Endgerät öffnen und direkt auf Unternehmensdaten zugreifen können – das ist der Wow-Effekt“, hat Özdil beobachtet. Arbeiten werde so von überall, sogar vom Strand aus möglich. Viele kleine und mittelgroße Unternehmen spürten noch einen weiteren Digitalisierungseffekt: „Sie merken, ich kann dann auch überall Mitarbeiter finden, und nicht nur an dem Standort, an dem ich bislang aktiv war“, sagt Özdil. Dieser Vorteil sei angesichts des weiter herrschenden Fachkräftemangels nicht zu unterschätzen.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gäste am Donnerstag, den 20. Mai: Thomas Jorberg, Chef der GLS Bank, und Holger Dörner, CEO von Clean Car. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

Eine Sammlung der bisherigen Sendungen gibt's auf der Themenseite zur "Chefvisite"

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