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Unfallstatistik: Polizei warnt vor Ablenkung durch Handys

Bei Polizeikontrollen wurden kreisweit 217 Handyverstöße dokumentiert.

Bei Polizeikontrollen wurden kreisweit 217 Handyverstöße dokumentiert.

Foto: Patrick Schlos

Siegen-Wittgenstein.   Im Kreis Siegen-Wittgenstein gab es 2016 mehr als 10 000 Unfälle. Ablenkung durch Handys ist fast so gefährlich wie Fahren unter Alkoholeinfluss.

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Laut der aktuellsten Verkehrsunfallstatistik 2016 gab es im Kreis Siegen-Wittgenstein über 10 000 Unfälle mit 978 verletzten Personen – vier Menschen wurden dabei getötet.

Ablenkung des Fahrzeugführers während der Fahrt ist aus Sicht der Kreispolizeibehörde, eine der maßgeblichen Unfallursachen: „Wir sind sogar der Überzeugung, dass die hohe Zahl von Verkehrsunfällen mit ungeklärter Unfallursache eine hohe Dunkelziffer der Unfallursache „Ablenkung“ vermuten lässt. Derartige Ablenkungen können durch die Nutzung von Handys oder Smartphones geschehen, aber auch durch die Handhabung von Navigationsgeräten oder sonstigen Medien im Fahrzeug“, so Polizeioberrat Jürgen Griesing, Leiter der Direktion Verkehr der Kreispolizeibehörde.

So gefährlich wie Alkohol

30 Meter fährt ein Fahrzeug bei Tempo 50 in zwei Sekunden. Das bedeutet, dass jemand, der den Blick für zwei Sekunden von der Fahrbahn abwendet, diese Strecke fast im „Blindflug“ zurücklegt. Fahrtests haben ergeben, dass Telefonieren am Steuer ohne Freisprechanlage genauso gefährlich wie 0,8 Promille im Blut ist. Wer eine SMS o.ä. schreibt, reagiert wie ein Fahrer mit 1,1 Promille im Blut!“, mahnt der Siegener Verkehrsexperte.

Der Gesetzgeber hat das Gefahrenpotenzial erkannt und reagiert. Seit Oktober 2017 sind hier die Bußgeldvorschriften erheblich verschärft worden. Der Polizeioberrat weiter: „Vor diesem Hintergrund hat die Kreispolizeibehörde in der vergangenen Woche schwerpunktmäßig Verkehrskontrollen durchgeführt. Und das Ergebnis dieser Kontrollaktionen ist alarmierend.“

217 Handyverstöße der Autofahrer

„Zudem haben wir Grund zu der Annahme, dass das Ergebnis bei den Handyverstößen nur als Spitze des Eisberges angesehen werden kann, da wir vielfach Handys bzw. Smartphones auf dem Oberschenkel oder im Schoss der jeweiligen Fahrzeugführer beobachtet haben“, sagt Griesing.

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