Ausstellung

„MOpsART“ in Berleburg: zwischen Realität und Schwindel

Diese drei Damen hat Hannelore Brandt mehrere Tage hintereinander auf einer Bank in Ibiza beobachtet. Irgendwann fotografierte sie die Frauen und malte sie schließlich.

Foto: Britta Prasse

Diese drei Damen hat Hannelore Brandt mehrere Tage hintereinander auf einer Bank in Ibiza beobachtet. Irgendwann fotografierte sie die Frauen und malte sie schließlich. Foto: Britta Prasse

Bad Berleburg.   Hannelore Brandt aus Moers stellt im Rahmen von „MOpsART“ in der Sparkasse Berleburg aus. Ihre Bilder: gefühlvoll bis verwirrend.

Es ist ein bisschen so, als ob der Verstand Verstecken spielt. Plötzlich bewegen sich Gleise durch den Tunnel, Bücherregale drehen sich im Raum – eigentlich nicht möglich. Und doch passiert es. Hannelore Brandt, Künstlerin aus Moers, zeigt mit ihrer aktuellen Ausstellung „MOpsART“ wie verwirrend, real und einfühlsam Kunst sein kann. Zweidimensional und dreidimensional.

Die Täuschung

Am Donnerstagabend wurde Brandts Ausstellung offiziell in der Sparkasse Bad Berleburg eröffnet. Dabei bewegt sie sich zwischen ausdrucksvollen Porträts, zufälligen Alltagsmomenten und schwindelerregenden Rätselspielen. Der Berleburger Bildhauer Gautam – langjähriger Freund von Hannelore Brandt – beschreibt in seiner Eröffnungsrede das Phänomen der Augentäuschung in seiner Rolle als faszinierter Beobachter: „Wir sehen diese Bilder und kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wir, als Beobachter, wollen, was viele Menschen nicht mehr können: staunen. Und genau hier lernen wir es wieder.“

Die Technik

Dieses Verwirrspiel mit den Sinnen ist nicht nur eine Herausforderung für den Betrachter, sondern auch für Hannelore Brandt selbst. Um eine funktionierende optische Täuschung zu erzielen, muss perspektivisch genau auf einen Fluchtpunkt hingearbeitet werden. Sobald das Bild die Zweidimensionalität verlässt, bekommt Hannelore Brandt Unterstützung von ihrem Mann Helmut. „Bei modernen Formen ist mein Mann für die technische Ent- und Abwicklung zuständig, die ich anschließend bemale“, so Brandt. Einfache Formel: Er rechnet, sie malt.

Die Annäherung

Die Verwirrung entsteht durch Bewegung. „Wichtig ist dabei, die Bilder mit entsprechendem Abstand zu passieren, um den Effekt simulierter Bewegung zu erleben“, so Wolfgang Völker, 1. Vorsitzender der Wittgensteiner Kunstgesellschaft (WKW) in seiner Begrüßungsrede. „Zweigleisiger Tunnel“, das Titelbild der Ausstellung, sei ein gelungenes Beispiel für diesen Effekt – und ist doch nichts weiter als eine Lüge. Mit menschlichen Denkmustern nicht nachzuvollziehen.

Die Inspiration

Die Ideen kommen zwischen Moers, Ibiza und Allgäu – zwischen Niederrhein, Meer und Bergen. An diesen Schaffensorten setzt sie vor allem Menschen in den malerischen Fokus; wie sie leben, miteinander kommunizieren, tanzen, fröhlich oder nachdenklich sind. „Im Austausch mit anderen Künstlern reflektiere ich mein Schaffen“, sagt Brandt und findet so auch immer wieder neue Motive, die sie in Szene setzt. Sei es eine liegengebliebene Citroën-Ente oder ein dreidimensionaler Show-Room, in dem sich das Bücherregal dreht. Und der Verstand gleich mit.

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