Kunst & Kultur

Ausstellung: „Fliessend“ die Übergänge von Idee zu Idee

Fachgespräch: Gautam (links) mit Wolfgang Völker und Jutta Dornhöfer (rechts) vom Vorstand Wittgensteiner Kunstgesellschaft, vor der „Dame von Welt“, ein Acryl-Bild der Laaspherin Karola Gücker.

Fachgespräch: Gautam (links) mit Wolfgang Völker und Jutta Dornhöfer (rechts) vom Vorstand Wittgensteiner Kunstgesellschaft, vor der „Dame von Welt“, ein Acryl-Bild der Laaspherin Karola Gücker.

Foto: Eberhard Demtröder

Bad Berleburg.   Kreativ provozieren: Die Wittgensteiner Kunstgesellschaft eröffnet ihre Ausstellung mit Werken der Mitglieder – auf zwei Etagen in der Sparkasse.

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„Fliessend“ – so heißt die neue Ausstellung der Wittgen­steiner Kunstgesellschaft auf zwei Etagen der Bad Berleburger Sparkasse. „Und dann auch noch in provokanter Weise mit Doppel-S geschrieben“, räumt Vorsitzender Wolfgang Völker bei der Eröffnung ein. Ein Symbol sei das „für Vielfalt durch neue Ideen und damit für Wandel, für Veränderung, für Mutation, für Bewegung, für Aufbruch“.

Der Bad Berleburger Bildhauer und Grafiker Gautam, der in die Ausstellung einführte, hatte als Motto zunächst „Wasser“ vorgeschlagen – weil es in Wittgenstein „wie in keiner anderen Region, in der ich lebte, regnet“, schmunzelt er. Doch dafür findet sich am Künstler-Stammtisch keine Mehrheiten. Aber mit „Fliessend“ klappte es, konnte darunter doch „heftig assoziiert werden“.

Wo kommt das Wasser her?

Und was kommt dabei heraus? Gautam gibt einige Beispiele dafür. In Bild Nr. 8 von Hildegard Colling „stürzt höchst surreal ein Wasserfall über Bäume herab“, doch: „Wo kommt das Wasser her?“

Oder: „Sebastian Schüller (Bild 66) lässt Töne und Wein uferlos fließen, während Natascha Lauterbach (Bild 37) genau das Gegenteil tut. Sie verlangt von uns, dass wir in einer erstarrten Bewegung ein Vorher und Nachher assoziieren, ein in Szene gesetztes Naturereignis, das uns staunen lässt…“ Und bei Elke Franz (Bilder 17 bis 19) „ist alles im Fluss: Farbe und Form spielen miteinander, setzen den Betrachter in geistige Bewegung.“

Karola Gücker erinnert an Gabriele Münter

Als Gast in der Ausstellung präsentiert die Kunstgesellschaft diesmal Karola Gücker aus Bad Laasphe. „In ihren Bildern sind die Stadt Hamburg en detail, ein Frauenkopf in der Art eines Torsos Richtung Körper und der Eiffelturm zu sehen“, beschreibt Gautam ihre Motive. „Bei dem Porträt mit Hut fühle ich mich an Gabriele Münter erinnert, den blauen Reiter. Frech schaut sie den Betrachter an und -- bringt Gedanken zum Fließen.“

Karola Gücker selbst bezeichnet sich als Hobbymalerin mit Vorliebe für Bilder in Acyrl, aber auch Aquarelle. Gerne begibt sie sich samt Ehemann auf „Malreise“ nach Italien oder Münster und verbindet das elegant mit einem gemeinsamen Urlaub. Auch ihr „Mal-Lehrer“ Ekkehardt Hoffmann aus Leutershausen nahe Nürnberg bietet solche Reisen an. Ein schöner Ausgleich für ihre Arbeit beim Siegener Finanzamt sei das allemal.

„Das war so ein Bauchgefühl“

Auch auf den „Männlichen Geistesblitz“ – ein Foto auf Leinwand der Bad Laaspher Künstlerin Monika Koslowski, geht Gautam bei seiner Einführung ein. „Hätte ich jemals so einen gehabt, wäre ich tot“, räumt der Bildhauer ein – bietet seinen Zuhörern aber auch noch andere Interpretationen an: „Oder ist hier Gott gemeint, als Manifestation männlichen Ausdrucks, männlichen Gehabes?“

„Das war so ein Bauchgefühl“, sagt Koslowski selbst zur Entstehung ihres Fotos, das ganz kurz vor einem losbrechenden Gewitter unweit des Bad Laaspher Friedwaldes entstanden sei. Das Bild zeigt viel dichtes und dunkles Gewölk – und einen zuckenden Blitz. Sie habe eben im richtigen Moment auf den Auslöser gedrückt“, meint die Fotografin. Und eigentlich habe sie ja auch eher eine markant „männliche“ Wolkenformation im Visier gehabt, die ihre Phantasie angeregt habe. Die Kamera hat Koslowski bei Wanderungen immer griff- und schussbereit.

14 Ausstellungen: Dank an Sparkasse

Vorsitzender Wolfgang Völker bedankte sich ausdrücklich bei der Sparkasse Wittgenstein für die gute Kooperation, die seit Mai 2014 immerhin 14 Ausstellungen ermöglicht habe – auch mit Werken von Künstlern aus den Partner-Städten Bad Berleburgs und Erndtebrücks, Fredensborg und Bergues.

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