Gastro-Test

„Alte Schule“ Bad Berleburg: So schmeckt es im Restaurant

Die rosa gebratene Entenbrust auf Blutorangen-Pfeffersauce, Apfelspitzkohl und Kartoffelgratin gehört zu der Spezialitätenkarte, die noch bis zum 31. Dezember zusätzlich im Angebot ist.

Die rosa gebratene Entenbrust auf Blutorangen-Pfeffersauce, Apfelspitzkohl und Kartoffelgratin gehört zu der Spezialitätenkarte, die noch bis zum 31. Dezember zusätzlich im Angebot ist.

Foto: Tobias Wezel

Bad Berleburg.  Das Restaurant „Alte Schule“ in Bad Berleburg überzeugt mit feinem, aber rustikalem Charme. Wir haben Angebot, Geschmack und Preis getestet.

Der Genuss soll im Vordergrund stehen. Ob ein entspannter Abend mit Freunden oder Familie, ein romantisches Candle-Light-Dinner oder ein Menü mit dem Geschäftspartner: Das Restaurant der „Alten Schule“ in Bad Berleburg wirbt mit seinem „besonderen Charme“, der von rustikaler Moderne geprägt ist. Regionale Gerichte sowie Spezialitätenwochen, die sich nach der Jahreszeit richten, finden sich auf der Speisekarte wider. Wir haben uns in der Alten Schule umgeschaut und den Test gemacht.

Das Ambiente

Auf den ersten Eindruck wirkt der Innenraum edel, aber keineswegs abgehoben. Dunkle Holztische, an denen dunkelbraune Ledersessel oder -stühle gestellt sind, und vor allem das Prasseln des Kaminfeuers wirken gemütlich. Krumme Fachwerkbalken, die den Essensbereich von der Theke trennen, und eine indirekte Deckenbeleuchtung vervollständigen den heimischen Charakter. Sowohl Speise- als auch Getränkekarte sind in originalen Schulheften aus den 1950er-Jahren beigelegt. Zusätzlich finden Gäste hier Infos zu der Geschichte des ehemaligen Schulgebäudes seit dem großen Stadtbrand von 1825. Hier wurde auf jeden Fall mit Liebe zum Detail gearbeitet.

Wir vergeben fünf von fünf Sternen.

Das Angebot

Es gibt genügend Auswahl, ohne dass die Speisekarte überladen oder erschlagend wirkt. Bei den Hauptgerichten können die Gäste wählen zwischen Gerichten vom Holzkohlegrill, Burgern, Salaten, Vegetarischem, Fisch- und Wildgerichten und Klassikern wie dem Schweinefilet oder dem „Wittgensteiner Krüstchen“. Doch selbst die vermeintlich bodenständigen Klassiker klingen laut Beschreibung eher nach feiner Gourmet- als gutbürgerlicher Küche. Letztendlich entscheiden wir uns für die rosa gebratene Entenbrust auf Blutorangen-Pfeffersauce, Apfelspitzkohl und Kartoffelgratin und das Wittgensteiner Hirschgulasch mit Serviettenknödel und Apfelkompott.

Wir vergeben fünf von fünf Sternen.

Der Service

Wir werden sehr freundlich begrüßt und mit einem herzlichen Lächeln empfangen. Die Kellnerin fragt uns sogar, ob sie uns unsere Mäntel abnehmen und zur Garderobe bringen kann. Sehr zuvorkommend, ohne aufdringlich zu sein. Da wir vorher reserviert hatten, wurden wir bereits erwartet. Unser Tisch ist bereits mit einem Korb voller Baguettescheiben und zwei Dips – Preiselbeer-Creme und Gänse-Schmalz – eingedeckt. Unsere Getränke erhalten wir sehr schnell und bekommen bei dem alkoholfreien Aperol Spritz noch den Tipp, vor dem Trinken umzurühren, damit er nicht so bitter auf der Zunge liegt. Nachdem wir unsere Entenbrust und Gulasch serviert bekommen und probiert haben, werden wir gefragt, ob alles zu unserer Zufriedenheit sei. Generell sind die Bedienungen sehr aufmerksam und scheinen sofort zu sehen, wenn ein Glas zur Neige geht. Als Gast fühlt man sich wirklich sehr willkommen.

Wir vergeben fünf von fünf Sternen.

Der Geschmack

Beide Gerichte sind liebevoll angerichtet. Die Entenbrust ist dekorativ aufgefächert, das Wildgulasch in der brutzelnd heißen Pfanne wird mit einer Orangenscheibe und einer feinen Schmandhaube gereicht. Die Entenbrust ist auf den Punkt gebraten, sehr saftig und erlebt mit der Blutorangen-Pfeffersauce ein neues Geschmackslevel. Der Apfelspitzkohl ist noch angenehm knackig, genauso wie die Kruste des Kartoffelgratins. Das Wild zergeht fast auf der Zunge und ergänzt sich perfekt mit dem milden Apfelrotkohl. Die Serviettenknödel aus Semmelteig sind weder trocken noch mehlig und schmecken sogar ohne das Preiselbeer-Apfelkompott vorzüglich. Die „Alte Schule“ hat nicht zu viel versprochen: Es ist Genuss pur.

Wir vergeben fünf von fünf Sternen.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis

Für die Entenbrust, das Wildgulasch und die zwei alkoholfreien Aperol Spritz zahlen wir am Ende 51,80 Euro. Natürlich ist das nicht ganz günstig, die meisten Menschen können sich so ein Abendessen nicht jede Woche und vielleicht auch nicht jeden Monat leisten. Aber die „Alte Schule“ wird mit der Qualität ihrer Speisen dem Anspruch gerecht, einen besonderen Genussmoment zu schaffen.

Wir vergeben vier von fünf Sternen.

Das Fazit

Eine edle und gleichzeitig gemütliche Inneneinrichtung, eine sehr zuvorkommende Bedienung und Gerichte, deren Zutaten sowohl einzeln als auch in Kombination so gut schmecken, dass man ins Schwärmen gerät: Ein Besuch im Restaurant der „Alten Schule“ lohnt sich allemal. Für alle Feinschmecker und die, die es noch werden wollen.

Wir vergeben fünf von fünf Sternen.

>>> DONNERSTAGS IS RUHETAG

Kontakt: Goetheplatz 1, 57319 Bad Berleburg, Tel. 02751/9204780 oder info@hotel-alteschule.de.

Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch und Freitag von 17 bis 22 Uhr, Samstag von 14 bis 23.30 Uhr und Sonntag von 11.45 bis 21 Uhr. Donnerstags ist Ruhetag und nur an Feiertagen geöffnet.

Noch bis 22. Dezember bietet das Restaurant Wildspezialitäten aus regionaler Jagd an, bis 31. Dezember gibt es eine zusätzliche Speisekarte mit Gans- und Entengerichten.

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