Gesundheitsservice

Alle Apotheken in Wittgenstein bieten jetzt Notfalldosen an

Alle Apotheken in Wittgenstein sind ab sofort mit Notfalldosen ausgestattet. Darin enthalten sind ein Infoblatt mit relevanten Patienteninformationen. 

Alle Apotheken in Wittgenstein sind ab sofort mit Notfalldosen ausgestattet. Darin enthalten sind ein Infoblatt mit relevanten Patienteninformationen. 

Foto: Britta Prasse

Wittgenstein.   Notfalldosen sollen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Sie erhalten ein Blatt mit Patienteninformationen. Rettungsdienst kann schneller agieren.

Ein Szenario aus dem Alltag: Die Rettungssanitäter haben einen Notruf bekommen. Als sie in der Wohnung ankommen, finden sie eine ältere Frau vor, die mittlerweile kaum noch ansprechbar ist. Jetzt zählt jede Sekunde, um herauszufinden, was der Patientin fehlt. Der Ehemann ist zu aufgeregt, um Genaueres zum Gesundheitszustand seiner Frau zu sagen. Eine einfache Lösung: die Notfalldose. In der Kühlschranktür aufbewahrt, finden sich in ihr alle wichtigen Patientendaten auf einen Blick – und kann somit Leben retten. Seit heute sind die Notfalldosen in allen Wittgensteiner Apotheken erhältlich. „Seniorenverbände sind an uns herangetreten und haben uns danach gefragt“, so Karsten Wolter als stellvertretender Kreisvertrauensapotheker. „Das haben wir als Signal ernst genommen und unterstützen das.“

Für wen es gedacht ist

In Bad Laasphe gibt es das flächendeckende Angebot der Notfalldose schon länger. Maike Thielmann von der Senioren-Service-Stelle habe damit bisher sehr gute Erfahrungen gemacht: „Wir haben bereits mehr als 2000 Dosen an Senioren ausgegeben.“ Wichtig sei aber, dass die Notfalldosen nicht nur für Senioren sinnvoll seien, sondern für alle chronisch Kranken. „Außerdem profitieren nicht nur Single-Haushalte davon, sondern auch Familien. Im Notfall reagiert man oft kopflos. Da ist so eine Notfalldose lebensrettend“, sagt Maike Thielmann.

So funktioniert es

In der Notfalldose sind enthalten:

  • zwei Aufkleber, von denen der eine an die Kühlschranktür und der andere an die Innenseite der Wohnungstür angebracht werden soll;
  • ein Notfall-Infoblatt, auf dem alle relevanten Informationen des Patienten notiert sind, zum Beispiel Hausarzt, Angehörigenkontakte, Allergien, chronische Krankheiten oder regelmäßig eingenommene Medikamente.

Was noch unterstützt wird

Interessierte bekommen die Notfalldosen kostenlos in den Apotheken. Allerdings wird um eine Spende in Höhe von 2 Euro erbeten, die den örtlichen Tafeln oder der Aktion „Eine Dosis Zukunft“, eine Impfkampagne für Kinder in den Slums von Kalkutta, zugute kommen sollen. Ein nachhaltiger, lebensrettender Gedanke.

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