Geologie

Zeche Nachtigall in Witten erklärt ein Stück Erdgeschichte

Eine der neuen Schautafel steht auf dem Wittener Museumsgelände. Wertvolle Informationen für Besucher, finden Museumsleiter Michael Peters, Dr. Ulrich Pahlke, Leiter des Geologischen Dienstes NRW, und Dr. Cornelia Bauer, Vertreterin der LWL-Kulturabteilung (von li.).

Eine der neuen Schautafel steht auf dem Wittener Museumsgelände. Wertvolle Informationen für Besucher, finden Museumsleiter Michael Peters, Dr. Ulrich Pahlke, Leiter des Geologischen Dienstes NRW, und Dr. Cornelia Bauer, Vertreterin der LWL-Kulturabteilung (von li.).

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Über eine Zeit, die 300 Millionen Jahre zurückliegt, informieren jetzt Infotafeln im Muttental. Enthüllt wurden sie dort während des Ökomarktes.

Seit fünf Jahren findet man im Museum der Zeche Nachtigall das Infozentrum des Geoparks Ruhrgebiet. Ein Raum, in dem die Erdgeschichte des Ruhrgebietes erläutert wird. Jetzt ist die Zeche um eine Attraktion reicher. Eine Infotafel erklärt den Steinbruch an der Zeche. Erstmals zu sehen am Sonntag im Rahmen des alljährlichen Ökomarktes.

Am Tag des Geotops erklärte Museumsleiter Michael Peters auf dem Gelände des Industriemuseums Zeche Nachtigall: „Ein Geotop ist wie die Seite eines Buches, die man erst einmal zu lesen wissen muss.“ Geotope – wie Steinbrüche und Felswände – seien wie ein Fenster, durch das man auf die Erdgeschichte sehen könne, sagte Peters. Durch die neuen Infotafeln erhalten jetzt Museumsbesucher und Wanderer einen Einblick in eine Zeit, die 300 Millionen Jahre zurückliegt. Peters: „Die Tafeln sind eine Lesehilfe für die Geschichte der Geotope.“

„Das Ruhrgebiet ist ein Ballungsraum, weil es hier so viele Bodenschätze gibt“

Eine Tafel steht vor dem Sandsteinbruch auf dem Museumsgelände, die andere vor dem Schieferton-Steinbruch Dünkelberg im Muttental. Die beiden Steinbrüche liegen an der Wanderstrecke Geo-Route Ruhr, die von Schwerte bis Mülheim führt und zahlreiche Industriedenkmäler und Geotope miteinander verbindet. „Das Ruhrgebiet ist ein Ballungsraum, weil es hier so viele Bodenschätze gibt“, erklärte Peters.

Auch auf dem Gelände der Zeche Nachtigall sei nicht nur Kohle, sondern unter anderem auch Sandstein und Tone abgebaut worden. „So funktioniert nachhaltige Rohstoffgewinnung“, erläuterte Ulrich Pahlke, Direktor des Geologischen Dienstes NRW. „Damals kamen hier alle Produkte vom gleichen Ort. Die Ressourcen des Berges wurden voll ausgeschöpft. Darauf wurde früher viel mehr geachtet als heute.“

Nachhaltigkeit – darum drehte sich auch der Ökomarkt. Regionale Händler haben an ihren Ständen auf dem Zechengelände frisch geerntetes Obst und Gemüse, Honig und Konfitüren, Pflanzen, Kleidung, Taschen und Schmuck, Spielwaren und Wolldecken angeboten: Alles bio, alles selbst gemacht.

Schafe helfen bei der Landschaftspflege, fressen auch Bärenklau

Dunja Berendsen vom Naturhof Witten hatte sogar einige ihrer Schafe mitgebracht, die in einem kleinen Gehege grasten und sich von dem ganzen Trubel wenig beeindrucken ließen. Direkt daneben bot sie ihre Wollprodukte wie Jacken, Decken und Felle an.

Der Stand auf dem Ökomarkt ist für Berendsen auch ein Stück Öffentlichkeitsarbeit: „Ich möchte mehr Achtsamkeit schaffen, für die Herkunft der Produkte, aber auch für die Bedeutung von Schäfereien.“ Wenn ihre Schafe an bestimmten Orten grasten, sei dies ein wichtiger Beitrag zum Naturschutz. „Denn die Tiere locken Insekten und Vögel an und helfen zum Beispiel durch das Fressen des Bärenklaus bei der Landschaftspflege“, so die 48-Jährige.

Stammkunden schätzen die Nähe zum Händler

Helmut Gotthardt ist schon zum fünften Mal mit seinen Produkten auf dem Ökomarkt. Er bot neben Erdbeerpflanzen, Fellen und Konfitüren auch alte Apfelsorten an: „Die gibt es heute kaum noch zu kaufen, deswegen haben wir über die Jahre bereits einige Stammkunden gewonnen.“ Zu denen gehören auch Oliver Gerdesmeyer und Katrin Arnold: „Wir sind eigentlich jedes Jahr hier und kaufen eine Flasche Bio-Federweißer. Der schmeckt nirgends so gut wie hier.“

Auch Katrin Geiger weiß die vielen regionalen Produkte zu schätzen. Sie kam extra aus Dortmund, um frisches Gemüse zu kaufen. „Hier hat man den Händler beim Einkaufen direkt vor sich, das ist eine ganz andere Atmosphäre als im Supermarkt.“

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