Kultur

Wolf Codera spielt an Weihnachten beim Friseur Maleeq

Saxophonist Wolf Codera Foto:  ThomasWitte

Saxophonist Wolf Codera Foto: ThomasWitte

Witten.   Für Saxophonist Wolf Codera läuft es im Dezember gut: Täglich spielt er mindestens ein Konzert. Am 23. Dezember zum Beispiel im Friseursalon.

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In der Vorweihnachtszeit herrscht für Wolf Codera Hochsaison. Täglich spielt er ein oder zwei Konzerte, mal wird er für Betriebsweihnachtsfeiern gebucht, mal vermarktet er sich selbst – etwa beim heutigen Konzert im Backhaus oder am 17. Dezember in der fast ausverkauften Erlöserkirche. Nun wirbt er für ein Partyformat am 23.12. im Friseurladen von Maleeq – und kann außerdem eine frohe Botschaft verkünden: der Musiker zieht zurück in seine Heimatstadt.

Codera hat einen Herrn im Schlepptau, Torsten Adolph. Der sei Freund und Berater. Und während Codera mit seiner historischen Altklarinette den stylischen Friseursalon an der Ruhrstraße mit wunderbar warmen Klängen füllt, redet Adolph, ein Betriebswissenschaftler, der Musik höchstens aus dem Autoradio kennt. „Ich betrachte das Unternehmen Wolf Codera eher massenkompatibel“, sagt Adolph. „Denn Wolf ist manchmal sehr in seiner Welt zuhause.“

In dieser Welt ist er immer erfolgreicher, vor allem mit seiner Konzertreihe „Session Possible“, mit der er durch viele Ruhrgebietsstädte tourt. „Für viele Künstler ist es wichtig, Teil der Session-Possible-Familie zu werden“, sagt Adolph. „Wir bieten ein Netzwerk und die Möglichkeit, künstlerisches Können zu zeigen. Das reizt mehr als das, was man auf Galas oder bei einstudierten Konzerten spielt.“

Begegnung mit Stevie Wonder

Wolf Codera zeigt stolz seine Alt-Klarinette, ein 130 Jahre altes Instrument. Dass er sich diesen Luxus leisten kann, ist nicht selbstverständlich. „Ich mache Musik nicht zum Spaß. Sondern um Geld zu verdienen“, sagt der 56-Jährige. Er trage noch immer „Altlasten“ mit sich herum: Während seines Medizinstudiums erkrankte er an Sarkoidose. Die Lungenkrankheit macht es dem talentierten Musiker unmöglich, weiter zu spielen. Codera entwickelte (und finanzierte) ein Patent, eine Scheibe, dank der man mit weniger Luft das Instrument spielen kann. Die Wende in seinem Leben aber brachte eine Begegnung mit Stevie Wonder in einer Hotelbar in Bremen. Der Weltstar war von Coderas Spiel so angetan, dass er zusammen mit ihm musizierte.

Heute bringt er selbst dem Nachwuchs sein Können bei. An der Ev. Pop-Akademie unterrichtet er Musikmarketing – wie man Projekte plant, Sponsoren anwirbt, seine Musik als Marke etablieren kann. Auch wird er nach zehn Jahren, die er in Rüttenscheid gelebt hat, wieder nach Witten zurückkehren – um sich besser um seine Eltern kümmern zu können und weil er hier ein perfektes Wohnobjekt gefunden habe: ein freistehendes Haus, in dem er Wohnen und Arbeiten in einem kleinen Produktionsstudio kombinieren könne.

>> Das Programm am 23.12.

In „Maleeq’s Hairlounge“ kann man sich nicht nur die Haare schneiden lassen – regelmäßig organisiert Hysen Malleeq Osmanaj auch Veranstaltungen. Erstmals gibt es eine Weihnachtsparty am Tag vor Heiligabend.

„Sax vs Scissor“ nennt Malleeq die Veranstaltung am Samstag, 23. Dezember, ab 20 Uhr. 200 Gäste erwartet er in seinem Ladenlokal, das bereits schön weihnachtlich dekoriert ist. Hauptact sind Wolf Codera und die blonde, sehr hübsche DJane Elle. „Sie mixt und ich spiele spontan. Da gibt es chillige Momente, aber letztlich sollen die Leute richtig abgehen“, verspricht der Saxophonist. Weitere Teilnehmer sind der Motivationstrainer Biyon Kattilathu. Künstler Darkko Lingo stellt zudem seine großformatigen Bilder aus.

Ein Fingerfood Buffet, Cocktails und Glühwein sind weiterhin geplant. Die ersten 50 Gäste erhalte ein „Goodybag“ mit Kosmetik darin. Karten gibt es bei Maleeq (Ruhrstraße 42-44), sie kosten 27 Euro, an der Abendkasse 29 Euro.

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