Bemalte Steine

Wittenerin legt Menschen Steine in den Weg – für ein Lächeln

Claudia Schürmann, Gründerin der Facebook-Gruppe „Wittener Steine“, bemalt einen Stein für ihre Aktion.

Claudia Schürmann, Gründerin der Facebook-Gruppe „Wittener Steine“, bemalt einen Stein für ihre Aktion.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten.  Auch Witten folgt dem Steine-Trend: Claudia Schürmann bemalt Steine und versteckt sie. Spaziergänger sollen diese entdecken und fotografieren.

Es gibt diese Tage, da sieht Claudia Schürmann in Witten den Wald vor lauter Steinen nicht. Da ist die 53-Jährige auf dem Rad am Kemnader See oder auf dem Rheinischen Esel unterwegs und es leuchtet ihr bunt vom Wegesrand entgegen. Die Begeisterung für die liebevoll bemalten Steine geht in diesem Jahr in vielen Städten um. Auch Witten hat das Steine-Fieber nun gepackt.

Die Halloween-Kollektion ist bei den Bastel-Fans deshalb schon in Arbeit: Grusel-Kürbis, spukende Geister und krabbelende Spinnen zieren einige Steine, die nun überall verteilt werden sollen. Freiwillige verstecken die Steine im Stadtgebiet. Wer einen findet, darf ihn behalten oder neu verstecken. „Schön ist es, wenn der Fund auch mit einem Foto und dem Fundort auf Facebook gepostet wird“, sagt Claudia Schürmann.

Wittenerin gründet Facebook-Gruppe „Wittener Steine“

Und was soll das Ganze? Nun, die gelernte Einzelhandelskauffrau hat die Gruppe in dem sozialen Netzwerk gegründet, vor allem „um die Menschen zum Lächeln zu bringen“. Mit Hündin Uschi – mittlerweile verstorben – hat Claudia Schürmann schon seit dem Frühjahr Ausschau nach den Steinen gehalten. „Ich habe schon häufiger toll bemalte und liebevoll verzierte gesehen, hatte aber nie eine Anlaufstelle. Deshalb habe ich im August die Gruppe auf Facebook gegründet.“ Einen Lieblingsstein hat Claudia Schürmann bisher noch nicht: „Die sind doch alle auf ihre Art schön. Ich bin glücklich, wenn sie einem Spaziergänger ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern!“

In der Facebook-Gruppe erfreuen sich mittlerweile knapp 300 Wittener an den kleinen und großen Kunstwerken am Wegesrand und tauschen sich über die schönsten Motive und die beste Maltechnik aus. Ein beschirmtes Vögelchen, das alte Bethaus im Muttental oder ein Marienkäfer: Die Motive sind so vielfältig wie ihre Künstler – eben echte Unikate. Die Kunstwerke dürfen übrigens auch auf Reisen gehen. So hätten es einzelne Steine aus Witten – erkennbar an der Bezeichnung „WitSteine“ – bereits an Nord- und Ostsee geschafft.

In Großstädten ist das Steine-Suchen längst zum Trend geworden

Die großen Städte machen es vor: In Duisburg, Essen und Bochum ist das Suchen längst zum Trend geworden – nicht nur bei Kindern. „Es gibt auch wirklich viele Erwachsene, denen das Bemalen, Verstecken und Suchen viel Spaß macht“, sagt Claudia Schürmann. Wichtig, damit das gut funktioniert: Steine sollten am besten auf Sichthöhe liegen, „gerne auch in der Nähe von Kindergärten oder Schulen“. So können sie von Spaziergängern und Radfahrern gefunden werden und werden nicht von Tieren beschmutzt.

Die Chancen, einen Stein zu finden, dürften etwa am Hohenstein oder an anderen besonderen Orten am höchsten sein. Nichtsdestotrotz gehört wohl auch ein wenig Glück dazu, um eines der kleinen Kunstwerke zu entdecken. „Wir freuen uns deshalb, wenn mehr Menschen bei uns mitmachen und Steine verstecken“, sagt Claudia Schürmann. „Dann macht es doch gleich noch viel mehr Spaß!“

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