Afrika

Wittenerin hilft den Ärmsten der Armen in Malawi

Wo eine Ziege wichtig für das Überleben sein kann: Glazyna Krzyczkowski aus Witten führt bei einem Besuch in Malawi die von ihrem Verein gespendeten Ziegen an der Leine, zusammen mit ihrem einheimischen Bekannten. Kennedy.

Wo eine Ziege wichtig für das Überleben sein kann: Glazyna Krzyczkowski aus Witten führt bei einem Besuch in Malawi die von ihrem Verein gespendeten Ziegen an der Leine, zusammen mit ihrem einheimischen Bekannten. Kennedy.

Foto: REpro: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Mit ihrer Hilfe für Afrika hat sich Krankenschwester Grazyna Krzyczkowksi einen Traum erfüllt. Immer wenn sie zurückkehrt, ist sie eine andere.

20 Jahre hegte Grazyna Krzyczkowksi aus Witten den Wunsch, in der „Dritten Welt“ zu arbeiten und den Menschen vor Ort zu helfen. Mit ärztlicher Versorgung, Kleidung und Lebensmitteln. Nun ist ihr Traum Wirklichkeit geworden.

Mit sieben Bekannten aus Deutschland hat die 57-jährige Krankenschwester vor zwei Jahren den Verein „Alinafe - Communities of hope“ aus der Taufe gehoben – nicht im sicheren Deutschland, sondern direkt vor Ort, wo die Hilfe benötigt wird, im ostafrikanischen Malawi, genauer gesagt in der Region um das Bergdorf Nkhoma.. Die Wittenerin hat diesen Schritt nie bereut. „Das ist eine wunderschöne Sache für mich und gehört einfach mit zu meinem Leben.“

Decken, Kleidung und vier Tonnen Mais für Nhkoma

Sie will mit ihrer Organisation den Ärmsten der Armen in dieser ländlichen Umgebung helfen. Witwen, alte Frauen, Behinderte und Waisenkinder prägen das Bevölkerungsbild. Die meisten von ihnen haben nicht genügend Geld, um eigene Felder zu bestellen und kaum die Kraft, aus den Bergen in das nächstgelegene Dorf zu gelangen, beispielsweise für ärztliche Versorgung. „Mit vier Tonnen Mais und 800 Kilo Salz haben wir die Bewohner bereits versorgt“, sagt Grazyna Krzyczkowksi. Zusätzlich bekommen die Menschen Kleidung, Decken, Seife und Medikamente.

Die 57-Jährige selbst ist in Malawi für den Kauf und die Versorgung von Tieren zuständig. Sieben Ziegen hat sie bereits für die Organisation angeschafft. „Die Tiere werden dann an drei verschiedene Gruppen verteilt, die etwa aus 150 bis 200 Menschen bestehen.“

Durch die Besuche vor Ort und Gespräche mit Einheimischen sollen die Bedürfnisse der Menschen genau ermittelt werden. Da die sieben Gründer der Hilfsorganisation nicht dauerhaft in Malawi bleiben können, stehen ihnen vor Ort noch sechs weitere Koordinatoren zur Seite. Unterstützt wird der Verein unter anderem von einer evangelischen Kirchengemeinde in Bochum mit verschiedensten Spenden.

Wo eine Ziege so viel wert wie ein Auto ist

Grazyna Krzyczkowksi ist jedes Mal von den Lebensverhältnissen in Nkhoma erschüttert. Um so mehr weiß sie den Standard in ihrer deutschen Heimat zu schätzen.

Dort, in den Dörfern, „ist eine Ziege so viel Wert wie ein Auto in Deutschland“, sagt die Helferin. Wenn sie von ihren Reisen aus Afrika nach Witten zurückkehrt, sei sie jedes Mal ein anderer Mensch. „Ich habe so viel von den Bedürftigen in Malawi zurückbekommen.“

Ende Februar geht es für die Ruhrstädterin wieder Richtung Afrika. Sie bleibt drei Wochen und kümmert sich zunächst um viele organisatorische Dinge rund um die Bergdörfer in Nkhoma. Dank der Hilfe von „Alinafe - Communities of hope“ sollen aus Hoffnung wirklich bessere Verhältnissen werden.

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