Kultur

Wittener Verein plant neues Grubenbahnmuseum

Die grüne Halle (rechts) mit dem Gelände drumherum diente der Arge Muttenthalbahn als Lagerfläche. Nun hat sie das benachbarte Areal der ehemaligen Eisengießerei gepachtet und ist dorthin umgezogen. Es zieht sich von der blauen Halle (links unten) über die große Gießhalle bis zum blauen Ofenhaus (oben).

Die grüne Halle (rechts) mit dem Gelände drumherum diente der Arge Muttenthalbahn als Lagerfläche. Nun hat sie das benachbarte Areal der ehemaligen Eisengießerei gepachtet und ist dorthin umgezogen. Es zieht sich von der blauen Halle (links unten) über die große Gießhalle bis zum blauen Ofenhaus (oben).

Foto: Gero Helm

Witten.   Arge Muttenthalbahn hat Gelände der ehemaligen Eisengießerei Ritz gepachtet. Vorsitzender Hannsjörg Frank stellt Konzept für Ausstellung vor.

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Die Idee musste lange reifen, doch nun hat Hannsjörg Frank (56) von der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Muttenthalbahn sein Konzept vorgestellt: Das riesige Gelände der ehemaligen Eisengießerei Ritz, das direkt an die Zeche Nachtigall grenzt, möchte er als Grubenbahnmuseum nutzen. Der Verein habe die Fläche vom derzeitigen Eigentümer, einer Recklinghäuser Firma, gepachtet. Dort sollen nun all jene historischen Bestände, die lange auf dem Gelände daneben lagerten, eine neue Heimat finden.

Seit 1992 nutzte die Arge die ans Industriemuseum Zeche Nachtigall grenzende Fläche, die sie kostenlos von der Stadt gepachtet hatte. Diese hat sie im Mai 2017 dem Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) zur Verfügung gestellt, der sie für eigene Zwecke brauche. „Das“, so Frank, „hat uns bis dahin niemand gesagt.“ Im Juni 2017 habe der Verein die Kündigung vom LWL erhalten. Letzte Woche hat Hannsjörg Frank den Schlüssel endgültig abgegeben – nach einem Kraftakt, den er und seine Mitstreiter in den vergangenen Monaten gestemmt haben: Loren, Motoren, Getriebe, Ersatzteile, 450 Tonnen Steine und 50 Tonnen Bahnsteigkanten – all das musste rübergeschafft werden. „Wir haben bei minus 18 und plus 30 Grad umgeräumt. Es war eine Tortur“, sagt Frank. Und niemanden habe bislang interessiert, wo die Sachen wohl hingekommen sind.

Ein Teil der historischen Relikte steht schon in der Halle

Ein Teil steht schon geschützt in einer Halle auf dem 7800 m² großen Ritz-Gelände, doch jede Menge historischer Fundstücke lagern noch draußen. Der Pachtvertrag beruhe auf einem mündlichen Vertrag, was durchaus rechtens sei. „Ein Schriftstück wird gerade ausgearbeitet.“ Jedenfalls weisen Schilder bereits darauf hin, dass es sich bei dem Areal an der Nachtigallstraße 39-43 um ein „Betriebsgelände der Arge Muttenthalbahn“ handelt und das „Betreten unerwünscht“ ist.

Die Umwidmung von gewerblicher auf museale Nutzung sei genehmigt, ebenso wie der Teilabriss einiger Gebäude – zum Beispiel des ehemaligen Ofen- und eines Fachwerkhauses. Sie stehen direkt gegenüber dem Haupteingang der Zeche Nachtigall und sollen Stellplätzen weichen. „Die wollte ich ans Industriemuseum vermieten, aber die haben abgelehnt“, sagt Frank. Dazu LWL-Museumsdirektor Dirk Zache: „Wir sind weiterhin an einer Entspannung der Parkplatzsituation interessiert. Doch dies ist nicht die Lösung, die wir anstreben.“ Im Übrigen, so Zache, werde weiterhin über den Kauf des Geländes der ehemaligen Eisengießerei verhandelt. Dort plante der LWL, weitere Besucherparkplätze zu schaffen.

Ganz andere Pläne hat Hannsjörg Frank. Er möchte eine neue Halle für Grubenfahrzeuge errichten. „Damit wir die nur bei uns vorhandenen Relikte des Bergbaus witterungsgeschützt unterstellen und Besuchern zugänglich machen können.“ In einer kleineren Halle hinten auf dem Gelände sollen Loks ausgestellt werden. Auch eine Anbindung an das Gleissystem der Zeche Theresia sowie eine Fortführung bis zum Bethaus sei geplant.

Etwa 800 000 Euro soll das alles, laut Frank, kosten. Er stehe in Verhandlungen mit etlichen Stellen, um das Geld aufzutreiben, hofft auch auf Förderung zum Beispiel durch die NRW-Stiftung. Hannsjörg Frank ist optimistisch, dass es klappt. „Es wäre eine zusätzliche Attraktion fürs Muttental – und beinahe 30 Jahre des Sammelns wertvoller Technikkultur wären nicht vergeblich gewesen.“

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