Air Arabia

Wittener Urlauber in ägyptischem Badeort gestrandet

„Die Gäste kehren glücklich nach Deutschland zurück“, betitelt die Presseabteilung vom LMX dieses Foto, geschossen vor dem Bustransfer zum Flughafen von Hurghada . 

Foto: Krug

„Die Gäste kehren glücklich nach Deutschland zurück“, betitelt die Presseabteilung vom LMX dieses Foto, geschossen vor dem Bustransfer zum Flughafen von Hurghada .  Foto: Krug

Witten.   Ohne Angabe von Gründen hat die Fluglinie Air Arabia 500 Passagiere am Flughafen von Hurghada sitzen lassen. Darunter Yasemin Dündar aus Witten.

Es sollte ein entspannter Urlaub werden: eine Woche in Hurghada, dem Ferienparadies am Roten Meer, mit Rückflug an Muttertag. Doch Yasemin Dündar kam am Sonntag nicht in Düsseldorf an. Zehn Minuten vor der Abreise aus dem Hotel erfuhr sie, dass der Rückflug einfach so gestrichen wurde. Erst heute Nachmittag startete ein Ersatzflieger.

Mittlerweile hat der Fall hohe Wellen geschlagen. Laut Deutschem Reiseverband sind zwischen 500 und 600 Urlauber aus Deutschland betroffen. Vier Maschinen des Billigfliegers Air Arabia seien ersatzlos gestrichen worden. Dem Leipziger Reiseveranstalter LMX Touristik, in Deutschland Hauptauftraggeber für Air Arabia, nannte die Fluggesellschaft zur Erklärung „operative Gründe“, so LMX-Sprecher Mario Krug auf Nachfrage der Wittener WAZ. „Auch für uns ist das schwierig nachzuvollziehen. Es könnte ein Streik der Crew sein, es sind aber definitiv keine finanziellen Probleme. Air Arabia arbeitet seit Jahren zuverlässig mit uns zusammen und ist wirtschaftlich gut aufgestellt.“

„Wir sind total orientierungslos“

Yasemin Dündar hatte über das Wittener Thomas-Cook-Reisebüro gebucht. Die Mitarbeiter konnten lediglich Kontakt mit dem Reiseveranstalter LMX Touristik aufnehmen. „Wir sind letztlich nur Vermittler“, heißt es. Von den Air-Arabia-Problemen sei kein weiterer Fall aus Witten bekannt.

Die letzten Tage waren für Yasemin Dündar „ein einziger Schock“. „Wir sind total orientierungslos und möchten einfach nur nach Hause“, sagt sie. Längst müsste sie wieder arbeiten, ihr Arbeitgeber habe aber Verständnis.

Chartermaschine startet am Dienstagnachmittag

Zunächst konnte Yasemin Dündar eine weitere Nacht in ihrem Hotel bleiben. Dann sollte die Reisegruppe in ein Hotel nahe des Flughafens verlegt werden, doch der Transportbus hielt an einer anderen Adresse. „Panik brach bei allen Gästen aus. Aber es hieß: Wenn wir wieder nach Hause wollen, müssen wir einchecken.“ 90 betroffene Gäste seien mit ihr in dem Hotel, „wir sitzen grüppchenweise herum und suchen nach Flügen.“

Dies sei nicht einfach, denn „rund um die Pfingsttage herrscht Hochbetrieb im Luftverkehr“, so LMX. Laut Mario Krug habe das Unternehmen vier Ersatzmaschinen gechartert. Die Düsseldorfer Passagiere seien mit „Corendon Airlines“ am Dienstagnachmittag nach Köln geflogen worden, von dort würden sie mit Bussen nach Düsseldorf gebracht. Die unfreiwillige Verlängerung des Urlaubs gehe zu Lasten von LMX, auch andere Kosten könnten die Gäste geltend machen. Yasemin Dündar ärgert vor allem, dass sie so lange im Unklaren gelassen wurde. Schon am Freitagabend hatte die Airline LMX über die Ausfälle informiert.

>>> INFO: Billigfluglinie aus dem Emirat Schardscha

  • Air Arabia wurde 2003 als erste arabische Billigfluglinie gegründet und hat eine sehr moderne Flotte von 31 Airbus-Maschinen. Das Unternehmen habe laut seiner Homepage zudem eine laufende Bestellung von 44 Airbus-320-Flugzeugen.

  • Besitzer ist der Emir des Emirats Schardscha. Die Stadt liegt nahe Dubai am Persischen Golf und ist Teil der Vereinigten Arabischen Emirate.

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