Blutspende

Wittener Spender retten bis zu drei Leben

Tut fast gar nicht weh: Christian Doerr vom Wittener DRK zeigt Sophie (3) wie eine Blutspende abläuft. Teddy macht tapfer mit.

Tut fast gar nicht weh: Christian Doerr vom Wittener DRK zeigt Sophie (3) wie eine Blutspende abläuft. Teddy macht tapfer mit.

Foto: Foto: Jürgen Theobald

Witten.  Wenn der Sommer kommt, denken viele Wittener lieber an Urlaub als an eine Blutspende. Doch gerade in der Ferienzeit werden die Reserven knapp

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Morgen ist der internationale Tag der Blutspender. Ein gute Gelegenheit, um einmal Danke zu sagen. Rund 3400 Menschen machten sich im letzten Jahr in Witten und Umgebung auf den Weg zur Blutspende. Doch die Zahl der Spender sinkt.

Vor fünf Jahren verzeichnete der DRK-Kreisverband Witten noch 570 Erstspender. Im letzten Jahr kamen nur 423 neue Spender. Auch die Zahl der Spenden ging zurück. Ein möglicher Grund ist der lange heiße Sommer 2018. „Die Wärme hat natürlich geschlaucht“, sagt Sabine Gräfe-Schmidt. „Ab April war es bei uns teilweise eng mit den Blutkonserven.“

Gräfe-Schmidt ist Referentin beim DRK-Blutspendedienst West in Hagen. Sie organisiert die Termine in Witten. Viele Helfer vom Roten Kreuz unterstützen sie vor Ort.

Auch Blut hat ein Haltbarkeitsdatum

Bisher kamen 2019 genug Spenden zusammen, um die Region mit Blutkonserven zu versorgen. Bunkern für die heißen Sommerwochen – das geht leider nicht. „Auch Blut hat ein Haltbarkeitsdatum“, sagt Gräfe-Schmidt. Die einzelnen Bestandteile lassen sich unterschiedlich lang lagern. Rote Blutkörperchen halten sich 42 Tage, Blutplättchen nur fünf. „Deshalb ist es wichtig, dass immer frische Konserven nachkommen“, sagt die Referentin.

Wer spenden möchte, muss ein paar Kriterien erfüllen. Spender müssen mindestens 18 Jahre alt sein, über 50 Kilo wiegen „und vor allem Lust haben, anderen zu helfen“, so Sabine Gräfe-Schmidt.

Wer die Bedingungen erfüllt, kann einfach zu einem der nächsten Termine kommen. Wichtig: Vorher genug trinken und einen Ausweis mitbringen. Nach der Anmeldung muss zuerst ein Fragebogen ausgefüllt werden. Danach folgen ein Gespräch mit einem Arzt und einige Tests. Wenn alles stimmt, geht’s rüber zur Liege.

Für die meisten ist der Anblick der Nadel die größte Hürde. „Ich kann total verstehen, wenn jemand Muffe vor Nadeln hat“, sagt Gräfe-Schmidt. Aber die 53-Jährige kann auch beruhigen. „Es ist nur ein kurzer Piks. Längst nicht so schlimm wie eine Nacht mit Halsschmerzen.“

Spender bekommen kostenlosen Gesundheitscheck

Die Referentin empfiehlt, auch mal Kinder oder Enkel mit zur Spende zu nehmen. Die können sich alles in Ruhe anschauen und werden später vielleicht selbst zu Spendern. Nach fünf bis zehn Minuten ist ein halber Liter Blut „abgezapft“. Die Spender bleiben noch zehn Minuten liegen und dürfen sich dann am Buffet bedienen. Und was passiert mit dem Blut? Das wird im Labor untersucht und in seine Bestandteile zerlegt. Blutplättchen, Plasma und die roten Blutkörperchen werden an Krankenhäuser verteilt. So können dort mit einer Spende bis zu drei Leben gerettet werden.

Nach ein paar Wochen wird Erstspendern ein Ausweis mit ihrer Blutgruppe zugeschickt. Außerdem bekommt der Hausarzt einen Bescheid, falls etwas Ungewöhnliches im Blutbild auffällt. „Es ist also auch ein kostenloser Gesundheitscheck“, sagt Sabine Gräfe-Schmidt.

Für die Wittener Spender gibt es von der Referentin noch ein Lob: „Sie kommen trotz der Baustelle an der Pferdebachstraße zuverlässig zu den Terminen im Lukas-Zentrum.“

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