Wettbewerb

Wittener singt für TV-Show im Schaufenster von Friseursalon

Ein Wittener im landesweiten Finale: Torsten Heinzerling singt bei dem WDR-Wettbewerb „Secret Star“. Für sein Finalvideo trat er im Schaufenster von Sabine Köstlers Herren-Friseur im Wiesenviertel auf.

Ein Wittener im landesweiten Finale: Torsten Heinzerling singt bei dem WDR-Wettbewerb „Secret Star“. Für sein Finalvideo trat er im Schaufenster von Sabine Köstlers Herren-Friseur im Wiesenviertel auf.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Der Wittener Torsten Heinzerling singt im Finale von „Secret Star“. Ein Kamerateam hat ihn überrascht – und ihn im Friseursalon auftreten lassen.

Mit seinem Bergbaulied hat er es ins Finale geschafft: Der Wittener Torsten Heinzerling (53) macht bei dem Wettbewerb „Secret Star“ der WDR Lokalzeit mit. Für das Final-Video hat er im Wiesenviertel ein Schaufensterkonzert gegeben.

„Schicht im Schacht im Kohlelande“ heißt das Lied, mit dem Torsten Heinzerling an dem Wettbewerb teilnimmt. Mit Zeilen wie „Es gibt keine Kumpel mehr, die Schächte bleiben leer“ bringt der Ur-Wittener ein Stück Bergbaugeschichte zurück und sorgt für jede Menge Nostalgie. Geschrieben und komponiert hat er das Lied zum ersten Jahrestag der letzten Zechenschließung im Ruhrgebiet 2018 in Bottrop. Noten lesen kann der 53-Jährige allerdings nicht, er bezeichnet sich selbst als „Gefühlsmusiker“.

Der Friseursalon von Simone Köstler wurde kurzerhand zum Tonstudio

Der Song klingt melodisch, ruhig, ein bisschen rau – auch durch die Lautsprecher vor Simone Köstlers Herren-Friseur-Geschäft im Wiesenviertel. In dem kleinen Salon an der Hammerstraße sitzt Torsten Heinzerling hinter der Schaufensterscheibe, spielt Gitarre und singt. Um ihn herum dreht ein WDR-Team den Film für das große Finale des Wettbewerbs.

Dorthin hat der Wittener es neben zehn weiteren musikalischen Talenten aus ganz NRW mit den Stimmen der Zuschauer geschafft. Diese konnten online oder telefonisch für ihren Favoriten abstimmen.

Den entscheidenden Anruf bekam Heinzerling erst vor ein paar Tagen. Da war der Physiotherapeut gerade auf einem Hausbesuch. „Ich habe das Telefon auf laut gestellt, und dann hieß es auf einmal: Du bist im Finale!“ Die Freude war groß – nicht nur bei Heinzerling selbst: „Meine Patienten fiebern richtig mit und freuen sich mit mir.“

Nicht nur sein Gesang soll im Finalvideo vorkommen, auch die Reaktionen der anderen Wittener zeichnet der WDR auf. Deshalb sitzt der 53-Jährige im Schaufenster – von allen zu sehen und zu hören. Wie im Aquarium kommt er sich aber nicht vor: „Ich kann ja auch von drinnen rausgucken, die Live-Reaktionen auf meine Musik sehen, das ist toll.“

Fernsehteam stand überraschend während einer Behandlung vor der Tür

Dass das Fernsehen noch einmal mit ihm drehen möchte, war für Torsten Heinzerling eine Überraschung – mal wieder. Schon beim letzten Mal, im September, stand plötzlich ein Kamerateam vor seiner Tür und sagte ihm, dass er für den Wettbewerb ausgewählt wurde. Heimlich angemeldet hatte ihn zuvor seine Frau Claudia Hofstätter, die er als „die beste Managerin der Welt“ betitelt.

Am Freitag überraschte ihn der WDR bei der Arbeit. In der Annener Praxis, in der er als Physiotherapeut arbeitet, war er gerade mitten in der Behandlung mit einer Patientin, als es an der Tür klopfte. „Die Patientin ist zum Glück ganz cool geblieben“, sagt Heinzerling lachend. Er selbst werde immer nervös und fange an zu schwitzen, wenn er vor der Kamera singen soll. „Die Aufregung gehört ja auch irgendwie dazu, sogar bei den großen Stars.“

Beim großen Finale kann man live für Torsten Heinzerling abstimmen

Ein großer Star möchte der Hevener aber nicht unbedingt werden. Die Musik ist schon immer sein Hobby, kein Beruf, und so soll es bleiben. Eigentlich müsste er gerade für seine Heilpraktiker-Prüfung im März lernen. Die Chance auf den Sieg bei „Secret Star“ will sich Heinzerling aber nicht nehmen lassen: „So ein Abenteuer wie das hier muss man einfach mitnehmen und genießen.“

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