Digitalisierung

Wittener Schulen können für vier Millionen digital aufrüsten

So wie in dieser Klasse soll es bald auch in allen Wittener Schulen digitale Tafeln geben, sogar noch eine modernere Version des hier zu sehenden Whiteboards. Fördermittel aus dem Digitalpakt Schule machen es möglich.

So wie in dieser Klasse soll es bald auch in allen Wittener Schulen digitale Tafeln geben, sogar noch eine modernere Version des hier zu sehenden Whiteboards. Fördermittel aus dem Digitalpakt Schule machen es möglich.

Foto: Ingo Wagner / dpa

Witten.  Wittener Schulen erhalten vier Millionen Euro aus dem Digitalpakt des Bundes. Davon sollen hauptsächlich elektronische Tafeln gekauft werden.

Über eine kräftige Finanzspritze können sich die Wittener Schulen freuen. 3,8 Millionen Euro stehen aus dem „Digitalpakt Schule“ bis 2024 bereit. Das Geld soll digitales Lehren und Lernen ermöglichen. Auch die private Blote-Vogel-Schule (136.000 Euro) und die Rudolf-Steiner-Schule (149.571) bekommen Bundesmittel, ebenso das Diakonische Bildungszentrum BIZ (238.000 Euro).

„Der Digitalpakt gibt klare Regeln vor, wofür das Geld ausgegeben werden darf“, sagt Andreas Hasenberg, Leiter der städtischen EDV. Nach seiner Einschätzung ist die Vernetzung innerhalb der Schulen mittlerweile ausreichend. Inzwischen gebe es an allen 27 städtischen Schulen auch Wlan, finanziert durch das NRW-Programm „Gute Schule“. Deshalb werde das neue Geld hauptsächlich dazu genutzt, digitale Anzeigegeräte für die Klassenräume anzuschaffen.

Bildschirme mit Touch-Funktion

„Das sind Bildschirme so groß wie Tafeln“, sagt Hasenberg. Diese modernen „Tafeln“ könne man sich vorstellen wie ein riesiges Tablet. Der Bildschirm reagiert auf Berührungen. „Auf ihm kann man Videos oder Präsentationen abspielen, aber auch mit den Fingern zeichnen“, so der EDV-Experte. Es handelt sich um eine modernere Version der „Whiteboards“, elektronische Tafeln, die bereits in einigen Wittener Schulen hängen, etwa am Ruhr-Gymnasium oder der Harkortschule. 400 bis 500 neue Touch-Bildschirme werde man anschaffen. Kostenpunkt inklusive Anschlüsse und Arbeiten: bis zu 7000 Euro pro Stück.

Die neuen Bildschirme kommen nicht von heute auf morgen in die Klassenräume. Zum einen kämpft die Stadt weiterhin mit dem Handwerkermangel. EDV-Mann Hasenberg sieht aber noch ein weiteres Problem: „Der Digitalpakt läuft ja deutschlandweit. Da werden wir nicht die Einzigen sein, die solche Bildschirme bestellen.“ Welche Schulen dann zuerst zum Zug kommen, sei noch unklar. „Aber wir versuchen, alle so auszustatten, dass sie gut arbeiten können.“

Tablets und 3-D-Drucker

Was von den fast vier Millionen Euro dann noch übrig ist, könne für einzelne Projekte an Schulen, etwa für die Anschaffung eines 3-D-Druckers verwendet werden. „Auch Tablets könnten wir davon finanzieren, aber nur in geringem Umfang“, sagt Andreas Hasenberg. Die Stadt muss einen Eigenanteil von zehn Prozent zu den Bundesmitteln zuschießen. Er soll über das Programm „Gute Schule“ finanziert werden. 2019 und 2020 fließen aus diesem Topf jeweils 500.000 Euro nach Witten.

In den Schulen gibt es großen Handlungsbedarf. „Bildschirme, die man über Tablets ansteuern kann, wären unser größter Wunsch“, sagt Janine Bartsch. Auch schnelleres Internet würde die Rektorin des Schiller-Gymnasiums gerne an ihre Schule sehen. Zudem denke man darüber nach, eine Tablet-Klasse einzuführen. Die gibt es seit diesem Schuljahr am Ruhr-Gymnasium bereits. Doch auch dort würde Schulleiter Dirk Gellesch gerne noch mehr I-Pads und zusätzliche digitale Tafeln anschaffen.

An der Hardenstein-Schule gibt es schon 18 Whiteboards

Auch an der Hardenstein-Gesamtschule gibt es bereits jetzt 18 Whiteboards. Die meisten von ihnen hat die Schule in Eigenleistung angeschafft, mit Mitteln des Fördervereins und anderer Sponsoren. Doch diese Tafeln sind bis zu acht Jahre alt. „Es wäre schön, von ihnen ein paar auszutauschen. Die Technik entwickelt sich ja schnell weiter“, sagt der stellvertretende Schulleiter Holger Jahnke. Die Räume mit den interaktiven Tafeln würden von den Kollegen sehr nachgefragt. Ebenso die 40 Tablets, die die Schule besitzt. „Aber bei 900 Schülern ist das ja fast nix.“

Über Gelder aus dem Digitalpakt können sich nicht nur die weiterführenden Schulen freuen. „Eine digitale Infrastruktur ist auch an Grundschulen sehr wichtig und notwendig“, betont Maria Nehm, Leiterin der Hüllbergschule. Nur so könnten Kinder von Anfang an bewusst den Umgang mit der allgegenwärtigen Technik erlernen. Zwei Whiteboards hängen bereits in den Räumen an der Hüllbergstraße. Sie seien sehr gut nachgefragt. Deshalb würde sich die Rektorin auch für jede Klasse einen digitalen Tafel-Ersatz wünschen. „Ich hoffe auf eine gerechte Verteilung der Mittel.“

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