Stadtverschönerung

Wittener Schüler verschönern Schmuddel-Tunnel mit Kunst

Neu gestaltet von Schülern der Rudolf-Steiner-Schule ist Unterführung an der Sprockhöveler Straße. Zehn große Wandgemälde begleiten künftig die Passanten durch den schmalen Tunnel.

Neu gestaltet von Schülern der Rudolf-Steiner-Schule ist Unterführung an der Sprockhöveler Straße. Zehn große Wandgemälde begleiten künftig die Passanten durch den schmalen Tunnel.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten.  Waldorfschüler aus Witten haben einen vormals düsteren Tunnel mit Kunstwerken aufgepeppt. Die Planungen dazu dauerten rund sechs Monate.

Bisher war der Tunnel am nördlichen Ende der Sprockhöveler Straße kein wirklich einladender Ort. „Der Durchgang war eher eine Schmuddelecke, düster und verschmiert“, sagt Rolf Kappel, Quartiersmanager von Heven-Ost/Crengeldanz. „Gern ging wohl niemand hindurch, doch es gibt an dieser Stelle keine Alternative.“ Seit Kurzem nun erstrahlt die rund 14 Meter lange Unterführung in neuem Glanz. Denn Schüler der nicht weit entfernten Rudolf-Steiner-Schule haben den Tunnel neu gestaltet und mit Kunstwerken verschönert.

Im Rahmen der Projektwoche zum 100. Geburtstag der Waldorfschul-Bewegung pinselten rund 20 Schüler der neunten und zehnten Klassenstufe der Einrichtung an der Billerbeckstraße gemeinsam mit einigen Schülern aus der befreundeten Bochumer Waldorfschule fünf Tage lang fleißig selbst entworfene Motive an die vormals kahlen Wände.

Planung dauerte ein halbes Jahr

Die Idee zur Verschönerungsaktion stammt von drei Studenten des Waldorfinstituts auf dem Annener Berg. Vor gut einem halben Jahr machten sich die angehenden Lehrer Janine Haxel, Angie Heidrich und Sebastian Lütke an die Planungen. Die Idee dahinter: Zum Waldorf-Jubiläum wollte man dem Quartier etwas zurückgeben, in dem die Schule sitzt. Aus drei Ideen wurde schlussendlich die Neugestaltung des Fußgängertunnels ausgewählt, erste Entwürfe und Kontakte aufgebaut. So musste zunächst etwa die Deutsche Bahn als Eigentümerin der Unterführung von der Idee überzeugt werden.

Auch beim elfköpfigen Bürgergremium, das das Geld aus dem Verfügungsfonds für Heven-Ost/Crengeldanz verwaltet, stieß man auf offene Ohren. Es folgte als erster Schritt eine aufwändige Säuberung und Grundierung der Wände, bevor die Waldorf-Schüler die zehn Gemälde auf beiden Seiten des Tunnels entwerfen und farbenprächtig aufbringen konnten.

Graffiti-sichere Versiegelung

Mit an Bord war auch die Essener Fachfirma Veneo, die ursprünglich nur als Berater angefragt wurde. Dann fanden die Mitarbeiter das Projekt aber so spannend, dass die Firma den Schülern bei der aufwendigen Grundierung und abschließenden Versiegelung kostenlos unter die Arme griff. „Die Fläche ist jetzt auch graffiti-sicher versiegelt“, sagt Schulsozialarbeiterin Kristina Peters. Selbst wenn die neuen Kunstwerke also überschmiert werden sollten, könnte man diese reinigen, ohne die Motive der Schüler zu gefährden.

Quartiersmanager Kappel hofft bereits auf weitere Kooperationen mit der Rudolf-Steiner-Schule. „Eine Aussichtsplattform Am Kleff zur Ruhr hin wäre sicherlich eine weitere Bereicherung für unsere Stadt“, mutmaßt er.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben