Ausschuss

Wittener Reichwein-Realschule verunsichert wegen Zügigkeit

Schicke Schule: die Adolf-Reichwein-Realschule. Bald nur noch für Wittener Kinder?

Schicke Schule: die Adolf-Reichwein-Realschule. Bald nur noch für Wittener Kinder?

Foto: Fischer / WAZ FotoPool

Witten.   Nach wie vor bleibt die Entscheidung, ob die Adolf-Reichwein-Realschule zwei-, statt dreizügig wird, in der Schwebe. Im Jugendhilfe- und Schulausschuss enthielten sich die meisten Mitglieder, nur fünf bezogen klar Stellung. Letztlich entscheidet der Rat.

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Bleibt die Adolf-Reichwein-Realschule (ARR) dreizügig oder wird sie zweizügig? Der Jugendhilfe- und Schulausschuss stimmte dafür, dass alles so bleibt, wie es ist. Doch die Entscheidung trifft der Rat am Montag. „Ich bin nicht gerade zuversichtlich“, erklärte Stephanie Reinelt, kommissarische Leiterin der Reichwein-Schule. „Die Situation ist unbefriedigend, denn ich kann den Eltern nichts Konkretes sagen.“

Mit ihrer Vertreterin Birgit Vogt und einer weiteren Kollegin hatte sie die Diskussion um ihre Schule während der Sitzung verfolgt. Hintergrund ist die bedarfsgerechte Anpassung von Zügigkeiten der Realschulen, um die Anzahl gemeindefremder Schüler zu reduzieren, die Witten zusätzlich mitbezahlt. Die Otto-Schott-Schule soll demnach drei- statt vierzügig werden, die Helene-Lohmann-Schule zweizügig bleiben. Acht Bochumer Kinder besuchten derzeit eine bilinguale Klasse an der ARR, ebenfalls acht eine Regelklasse. Sie kämen vor allem aus Langendreer, das um die Ecke liegt, so Reinelt.

Eine Lanze für die Schüler aus anderen Städten brach Stefan Borggraefe von der Piratenpartei: „Statt Stadtgrenzen zu verrammeln, sollten wir nach Lösungen mit den Nachbargemeinden suchen.“ Dezernent Frank Schweppe lehnt solch eine „freundliche Nachbarschaftslösung“ ab. „Es geht nicht darum, dass wir die Axt an Reichwein legen.“ Doch wisse er nicht, wer tatsächlich aus Bochum komme, habe aber eine Prognose für Wittener Kinder. „Und für die würde ich die Schule bei Bedarf dreizügig anbieten.“ Auch im Nachgang, wie Schweppe betonte.

Simon Nowack (CDU) äußerte trotzdem seine Sorge, wie sich eine Zweizügigkeit auf das Schulleben auswirken würde. Qualität und Quantität des Unterrichts würden sich dann auch für Wittener Kinder reduzieren, schloss sich Borggraefe den Befürchtungen an, die Schulleiterin Stephanie Reinelt bestätigte. „Bestimmte Fächer würden rausfallen, weil wir dann auch weniger Lehrer haben“, sagte sie.

Die Unsicherheit der Ausschussmitglieder zeigte sich schließlich im Abstimmungsergebnis: Zehn enthielten sich, vier stimmten gegen den Beschlussvorschlag, nur einer war dafür. Ausschussvorsitzender Thomas Richter (SPD) selbst entschied: „Ich möchte noch mal drüber schlafen.“ Viel Zeit bleibt ihm nicht – Montag soll die Entscheidung fallen.

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