Nikolausfahrt

Wittener Nikolausfahrt: Knecht Ruprecht wartet im Wald

Mit Volldampf voraus: Die Muttenthalbahn startet an der Zeche Theresia in Witten zu ihrer Rundfahrt.

Mit Volldampf voraus: Die Muttenthalbahn startet an der Zeche Theresia in Witten zu ihrer Rundfahrt.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Witten.  Unterwegs mit der Wittener Muttenthalbahn zwischen den Zechen Theresia und Nachtigall. Auf dem Weg treffen die kleinen Mitfahrer den Nikolaus.

Bei einer Nikolausfahrt haben nicht nur Kinder Spaß. Das findet Gertrud Osadnik, die mit ihrem Sohn Nikolai an der alljährlichen Nikolausfahrt mit der Muttenthalbahn teilgenommen hat. Beim Losfahren nieselt es bereits leicht, doch der Regen wird im Laufe des Vormittags immer stärker. Trotzdem sind fast alle Plätze der Muttenthalbahn belegt.

Der Nikolaus und Knecht Ruprecht warten im Wald

„Wir sind im Sommer schon mal mit der Bahn durchs Muttental gefahren. Das hat uns viel Spaß gemacht, deswegen wollten wir nun auch mal bei der Nikolausfahrt mitmachen“, erzählt Gertrud Osadnik. Kinder bräuchten nicht viel, um unterhalten zu werden, so die 33-Jährige. Ihr dreijähriger Sohn Nikolai ist begeistert. Und dass nicht nur, weil der heilige Nikolaus sein Namensvetter ist. Zwischen Zeche Theresia und Nachtigall hält die Bahn plötzlich an - denn Nikolaus und Knecht Ruprecht warten schon im Wald darauf, Geschenke an die Kinder zu verteilen. Doch zunächst erzählt der Nikolaus seine Geschichte. Denn warum feiern wir eigentlich Nikolaus?

Der Mann im rot-weißen Mantel und dem weißen Rauschebart holt ein goldenes Buch hervor, in dem alle sagenumwobenen Geschichten geschrieben stehen. Der heilige Nikolaus wurde im Jahr 280 in der Region Lykien geboren, heute Türkei. Sein Onkel, der Bischof war, ernannte den 19-jährigen Nikolaus zum Priester. Nachdem er seine Eltern, die sehr reich waren, an die Pest verlor, erbte er all ihren Besitz. Doch der Nikolaus wäre kein Heiliger, wenn er nicht aus lauter Selbstlosigkeit und Nächstenliebe den gesamten Reichtum an die Armen und Kranken verschenkte. Dann zog er durch die Welt und verbreitete den christlichen Glauben.

Nikolausfahrten sind im Trend

Nach der Bescherung in Form von Stutenkerlen und Schoko-Nikoläusen geht es dann zurück zur Zeche Theresia. Hier wartet Glühwein, Kinderpunsch und Kuchen auf die Durchgefrorenen. Da ist der Verdruss über den Regen schnell vergessen.

Der Lokführer Hansjörg Frank fährt die Muttenthalbahn seit 30 Jahren. Er freut sich, dass der Andrang trotz des regnerischen, überhaupt nicht weihnachtlichen Wetters, groß ist. „Vor zwei Jahren lag bei der Nikolausfahrt mal 20 Zentimeter Schnee, das konnten wir heute leider nicht bieten“. Die Nachfrage nach Nikolausfahrten sei sehr groß, so der 58-Jährige. „Sie eignen sich als gute Geldquelle, auch um die Museumsbahnen am Laufen zu halten“, erzählt er. Zusammen mit zwei weiteren Lokführern wechselt er sich an diesem Tag ab – insgesamt fahren sie sieben Mal.

Gertrud Osadnik und der kleine Nikolai wollen nächstes Jahr gerne wieder mitfahren. Dann mit einem Mitfahrer mehr, denn Nikolai bekommt demnächst ein Geschwisterchen.

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