Ruhrtalengel

Wittener Kinder brutzeln beim Kochduell um die Wette

Guck mal, was da brutzelt: Mia, Finn und Ben (v.li.) sind mit Eifer bei der Sache und geben alles beim Kochduell der Ruhrtalengel.

Guck mal, was da brutzelt: Mia, Finn und Ben (v.li.) sind mit Eifer bei der Sache und geben alles beim Kochduell der Ruhrtalengel.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Beim internationalen Kochduell der Ruhrtalengel in Witten gab es türkische Joghurtsuppe und andere Leckereien. Und vor allem gab es nur Gewinner.

Essen verbindet Kulturen: Beim Kinder-Kochduell der Ruhrtalengel kamen Menschen aus mehr als 20 verschiedenen Nationen zusammen. 80 Wittener Grundschüler kochten nach Rezepten aus verschiedenen Ländern um die Wette – und brachten am Ende die Jury zum Staunen: „Wir haben selten so gut gegessen.“ Zur Neuauflage des Kochduells hatten die Ruhrtalengel am Samstag in ihre Mehrzweckhalle in Annen eingeladen.

Mittags um zwölf fällt hier der Startschuss. In der folgenden Stunde heißt es für die acht Teams: Schnippeln, rühren und abschmecken bis alle Zutaten aufgebraucht sind. Eine lange Tafel dient als Arbeitsfläche, ein eigener Herd steht für jedes Team bereit. Türkische Joghurtsuppe, russische Pelmeni-Suppe – bei den traditionellen Rezepten werden die Kinder von Teampaten aus der jeweiligen Nation unterstützt.

Müjdan Özdemir kocht mit dem türkischen Team: „Das Rezept ist von meiner Mama.“ Außer den verschiedenen Grundschulen stellt auch die Baptistengemeinde ein Team und kocht für Russland. Marianne (16) war schon bei der ersten Auflage des Koch-Wettbewerbs vor sieben Jahren dabei: „Das Kochen macht so einen Spaß, weil jeder seine eigenen Aufgaben hat.“ Das russische Traditionsrezept haben die Kids schon am Vortag ausprobiert, damit auch wirklich alles gelingt.

Während Selvia (8) mit ihrem Team türkische Suppe kocht, bieten ihre Eltern am Buffet traditionelle Snacks aus ihrem Heimatland Syrien an. „Meine Mama ist heute Morgen extra schon um sechs Uhr aufgestanden, um das Essen vorzubereiten“, erzählt die Erlenschülerin. Landestypische Kleinigkeiten aus mehr als zehn Ländern hat das Büffet heute zu bieten.

14-Jährige kocht und backt nach Rezepten der Oma

Auch Evmorfia (14) ist zusammen mit ihrem Bruder Pantelis (11) gekommen, um Selbstgemachtes aus ihrer Heimat Griechenland zu verschenken. Die mit Schafskäse und Spinat gefüllten Teilchen kommen gut an, schnell ist die erste Schüssel leer. Auch Tzatziki darf nicht fehlen. „Ich habe alle Rezepte von meiner Oma. Kochen und Backen ist meine Leidenschaft“, sagt die 14-Jährige stolz. Das Buffet mit traditionellen Snacks steht den Besuchern kostenlos zur Verfügung – genauso wie Popcorn und Slush-Eis an der Theke der Ruhrtalengel.

Auch die Teilnahme am Koch-Wettbewerb kostet nichts. Vereinsvorsitzender Hans Peter Skotarzik erklärt, wieso das so wichtig ist: „Hier fließt kein Cent, dadurch wird niemand von der Veranstaltung ausgegrenzt, weil er es sich nicht leisten kann. Nur so können wir wirkliche Chancengleichheit schaffen.“ Unersetzlich deshalb: ehrenamtliche Helfer. Ob Freunde des Vereins, die mit den Kindern kochen oder Mitglieder der Ruhrtalengel, die koordinieren und Popcorn zubereiten – alle machen das ohne Gegenleistung.

Das wichtigste Anliegen der Veranstalter: Menschen zusammenbringen. „Das gemeinsame Kochen und Essen verbindet nicht nur Menschen aus allen Nationen, sondern auch aus allen Stadtteilen Wittens“, so Skotarzik. Das zeigt auch die Dekoration: Dutzende Flaggen verschiedenster Nationen hängen an den Wänden und wurden auf Schnüren quer durch die Halle gespannt. „Wir wollen ein Zeichen setzten gegen Rassismus und zeigen, dass all die verschiedenen Kulturen gut zusammenleben können“, so Skotarzik. Denn: „Demokratie und Toleranz fangen bei den Kindern an.“

Als die vierköpfige Jury schließlich die fertigen Suppen verkostet, steigt die Spannung. Weil alles so gut schmeckt, gibt es nur Gewinner: Alle Kinder bekommen eine Medaille und jedes Team einen Pokal.

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