Fotografie

Wittener Kalender geht auf Tour

Hat seinen diesjährigen Jahreskalender dem Lutherjahr gewidmet: Andreas Vincke, Leiter der Wittener Feierabendhäuser und Hobby-Fotograf.Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services

Hat seinen diesjährigen Jahreskalender dem Lutherjahr gewidmet: Andreas Vincke, Leiter der Wittener Feierabendhäuser und Hobby-Fotograf.Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services

Witten.   Im Rahmen der Kunstmesse „Art Basel“ zeigt eine Kirche Fotos von Andreas Vincke. Zu sehen sind Bewohner der Wittener Feierabendhäuser.

500 Jahre Reformation: Auch Andreas Vincke hat sich mit dem Thema Martin Luther beschäftigt. Der Leiter des Altenzentrums am Schwesternpark Feierabendhäuser hat mit seinem Jahreskalender 2017 Worte des Reformators in Bilder übersetzt. Und die sind derzeit in der Baseler Leonhardskirche zu sehen – im Rahmen der internationalen Kunstmesse „Art Basel“.

„Schönheit im Alter – Martin Luther“ heißt die Wanderausstellung. Der Kontakt in die Schweiz kam durch Evelin Dürschlag zustande, „mit der ich früher gemeinsam studiert habe“, erzählt Vincke, leidenschaftlicher Hobby-Fotograf. Seit 2010 macht er Fotos für einen Jahreskalender, für den er stets betagte Bewohner seines Hauses vor die Kamera bittet.

„Bei uns wird gelebt“

Immer geht es um ein Thema, in der Vergangenheit schon um Märchen, Musik, Kino. Die Fotos für den Kalender 2011 schoss Andreas Vincke in der Essener Lichtburg, Deutschlands größtem Filmpalast. Mit seinen Bildern möchte er Geschichten erzählen, zeigen, dass Menschen trotz hohen Alters und Pflegebedürftigkeit eine einmalige Ausstrahlung haben und immer noch viel Freude erleben. Was jedes Vincke-Foto dokumentiert.

„Bei uns wird gelebt“, betont der Leiter der Feierabendhäuser. Für den diesjährigen Kalender hat er Luther-Sprüche mit seiner Kamera und seinen Modellen ins Heute übertragen. Das Kalenderblatt von Januar zeigt einen lächelnden „Luther“ in der Kirche mit einem Laptop unter dem Arm. „Den würde er wohl heute mit in den Gottesdienst nehmen“, meint Vincke schmunzelnd. Für den Monat März sitzt eine alte Dame mit einem als Clown verkleideten Medizinstudenten auf einem roten Sofa. Zu lesen ist: „Die Freude ist der Dokturhut des Glaubens.“ Und Freude strahlen die 95-Jährige und der junge Mann neben ihr aus.

Rotes Sofa mit 3000 Euro dekoriert

3000 Euro wurden für das April-Foto („Ablasshandel“) auf dem Sofa verstreut. Einige Scheine hält ein schwarz gekleideter strahlender Herr in Händen. Das Luther-Zitat „Glaube ohne Liebe ist nichts wert“ hat der Fotograf mutig mit einem Männer-Pärchen umgesetzt, das von einer älteren Dame mit Rollator betrachtet wird. Was sie denkt, bleibt dem Betrachter verborgen. Ihr Gesicht ist bewusst nicht zu sehen.

Vincke sagt, dass fast jeder Bewohner der Feierabendhäuser, der im Kalender zu sehen ist, pflegebedürftig sei. „Und alle sind stolz, mitgemacht zu haben.“ Begeistert sei das Kalender-Team auch davon, dass man diesen mit dem offiziellen Logo der evangelischen Kirche zum Reformationsjahr bewerben darf. „So etwas ist eine echte Wertschätzung.“

Für den „Gregor Calendar Award“ nominiert

Was Vincke auch freut: Seine „Schönheit im Alter“-Kalender waren schon dreimal für den „Gregor Calendar Award“ nominiert. Bei diesem Wettbewerb in Stuttgart werden immer die besten Kalender aus ganz Europa ausgezeichnet.

>>> AUSSTELLUNG AUCH IM HATTINGER BÜGELEISENHAUS

Bis zum 20. August ist die Wanderausstellung „Schönheit im Alter – Worte von Martin Luther in Bildern“ im Museum im Bügeleisenhaus am Hattinger Haldenplatz Nr. 1 zu sehen.

In der Baseler Leonhardskirche wird sie bis zum 25. Juni im Rahmenprogramm der Kunstmesse „Art Basel“ gezeigt.

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