Integrationsrat

Wittener Integrationsrat setzt sich für Migranten ein

Anne Bulizer (2.v.r.) vom Integrationsrat und Robin Tieman, Vidadi Mirzazada und Anes Lievakovic (v.l) büffeln den Text des „Dschungelbuchs“. In der Stadtbibliothek sollen Jugendliche in ihrer Muttersprache am 28. September eine Kurzfassung vorlesen.

Anne Bulizer (2.v.r.) vom Integrationsrat und Robin Tieman, Vidadi Mirzazada und Anes Lievakovic (v.l) büffeln den Text des „Dschungelbuchs“. In der Stadtbibliothek sollen Jugendliche in ihrer Muttersprache am 28. September eine Kurzfassung vorlesen.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten.  Seit 2010 vertritt der Integrationsrat die Interessen der Wittener Migranten. Bei der „Woche der Vielfalt“ stellt das Gremium seine Arbeit vor.

Die „Woche der Vielfalt“ steht vor der Tür. Im EN-Kreis werden vom 23. bis 29. September viele Organisationen für eine bunte und tolerante Region werben. Auch der Wittener Integrationsrat macht mit und hat in diesen Tagen mit den Vorbereitungen alle Hände voll zu tun. Doch was ist das überhaupt für ein Gremium, das seit 2010 in der Stadt wirkt?

„Es ist die Interessenvertretung der Migranten“, bringt es Armin Suceska auf den Punkt. Der 38-Jährige ist eines von 27 Mitgliedern und gleichzeitig im Wittener Stadtrat vertreten, denn es geht nicht nur um ein gutes Miteinander der Nationen, sondern auch um politische Mitsprache in der Stadt. Im kommenden Jahr stehen Neuwahlen an. Wer mag, kann sich aufstellen lassen für die Bunte Liste oder die Wittener Internationale Liste.

Bis auf die Geschäftsführerin Violetta Andresen (42), die für die Stadtverwaltung mit im Boot ist, Sitzungen vorbereitet oder die Finanzen verwaltet, engagieren sich alle Mitglieder ehrenamtlich. Vorsitzender des Integrationsrates ist Mehmet Colak (54), der seit 50 Jahren in der Stadt lebt. Yildrim Adalet (38) lebt seit 19 Jahren in Deutschland und gehört dem Integrationsrat seit zwei Jahren an. „Viele Migranten wissen nicht, welche Rechte sie haben. Wir geben ihnen diese Informationen“, sagt sie.

Nachhilfe für Flüchtlingskinder

Auch Saime Demirkilic (62) kennt die Probleme, die Menschen mit ausländischen Wurzeln in Deutschland haben. Seit 1962 ist sie hier zuhause und immer wieder seien Migranten mit Fragen zu ihr gekommen. Deshalb bietet auch sie jetzt montags Beratungen an. „Gut, dass Ihr da seid.“ Diesen Dank bekomme sie häufig zu hören.

Freitags steht zum Beispiel Nachhilfe für Flüchtlingskinder auf dem Programm. Mit Unterstützung des Integrationsrates haben bosnische Eltern erfolgreich darum gekämpft, dass ihre Kinder Unterricht in ihrer Muttersprache erhalten. Seit Kurzem treffen sich drei Gruppen außerhalb des normalen Unterrichts mittwochs im Ruhr-Gymnasium. Der Integrationsrat hat aber auch erreicht, dass sich die Wartezeiten im Einbürgerungsbüro verkürzen oder dass die Ausweisstelle nicht nach Schwelm verlagert wird.

Am 28. September wird zu einem Bilderbuchkino eingeladen

Anne Baltzer (58) wiederum begleitet gerade ein Projekt für die Woche der Vielfalt. Am 28. September wird es ein Bilderbuchkino geben. Jugendliche – etwa aus der Türkei, England, Aserbaidschan oder Deutschland – lesen dann in ihrer Muttersprache für Kinder von sechs bis zwölf Jahren eine Kurzfassung des Dschungelbuchs in der Stadtbibliothek (11 bis 12.30 Uhr) vor. Auf einem großen Bildschirm sind Original-Illustrationen zu sehen.

Unter dem Titel „Kultur-Reflexionen“ stellen sich dann am Nachmittag von 16 bis 17.30 Uhr in der Bibliothek Menschen aus unterschiedlichen Ländern in ihrer Muttersprache und auf Deutsch vor. Am 26. September ist außerdem ab 17 Uhr ein Vortrag in den Räumen des Integrationsrates (neben dem Café Treff an der Werkstadt) geplant. Thema wird die „mehrsprachige Erziehung“ sein. Zu Gast ist der Sprachwissenschaftler Mihail Sotkov.

Sie hieße nicht „Woche der Vielfalt“, wenn die Organisatoren nicht noch viel mehr zu bieten hätten. Im gesamten Kreis wird es Lesungen, Ausstellungen, Sport, Musik und Tanz geben. Es wird gekocht und gebacken. Und alle können mitmachen.

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