Badesaison

Wittener Freibad startet spät, aber erfolgreich

Rein in die Badehose und ab ins Wasser:  Rund 2000 Besucher nutzten die er

Foto: Svenja Hanusch

Rein in die Badehose und ab ins Wasser: Rund 2000 Besucher nutzten die er Foto: Svenja Hanusch

Witten.  Seit der Eröffnung am Wochenende tummeln sich 2000 Gäste im Annener Becken. Stadtwerke hoffen, dass sich katastrophales Vorjahr nicht wiederholt.

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Platsch! Jonas springt mit einem dicken Bauchklatscher in die gerade gestartete Badesaison. Der Elfjährige hat sich gleich nach Schulschluss seine Badehose geschnappt und ist zum Freibad in Annen geradelt. „Bis zu den Sommerferien will ich der Braunste in der Klasse sein“, verkündet er.

Seit dem Wochenende hat das Freibad seine Pforten geöffnet. Am Samstag warfen sich rund 1000 Besucher ins kühle Nass – ein guter Auftakt. Zum Vergleich: Im Vorjahr trauten sich bei elf Grad und Nieselregen nur knapp 200 Menschen am Eröffnungstag ins Bad. „Der letzte Sommer war für uns eine absolute Katastrophe“, sagt Stadtwerke-Vertriebschef Markus Borgiel. Niedrige Temperaturen am Saisonbeginn und verregnete Sommerferien ließen die Zahl der Badegäste auf ein Rekordtief schrumpfen. Nur 85 000 statt der erwarteten 100- bis 120 000 Besucher kamen ins Annener Freibad.

Vorbereitungen dauerten zwei Wochen

Deshalb trafen die Stadtwerke Ende letzten Jahres eine schwere Entscheidung. Sie beschlossen, das Bad nicht wie üblich am 1., sondern erst am 12. Mai zu öffnen. „Dass wir Anfang Mai drei, vier Tage lang Bombenwetter hatten, konnten wir ja nicht ahnen“, so Borgiel. Die Enttäuschung war entsprechend groß. Zahlreiche Mails und Anrufe trudelten bei den Stadtwerken ein. Die Wittener wollten wissen: Warum macht ihr das Freibad nicht jetzt schon auf?

„Es ist nicht so einfach, wie ein Planschbecken im Garten aufzubauen“, sagt Stadtwerkesprecher Thomas Lindner. Die Becken mussten aufwendig gereinigt und mit 3,3 Millionen Litern Frischwasser befüllt werden. Zwei Wochen lang liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Alles musste von langer Hand geplant werden „Deshalb sind wir mit dem Eröffnungstermin leider nicht flexibel – auch wenn es weh tut“, meint Schwimmmeister Matthias Tepel. Übrigens: Die Bezeichnung Bademeister hören Tepel und seinen Kollegen nicht so gern. Sie sind Schwimmmeister. „Bademeister sind die Menschen, die zum Beispiel ältere Damen in Kurbädern betreuen“, so Tepel.

Wittener schätzen Lage und niedrige Eintrittspreise

Ansonsten sind die Schwimmmeister aber überhaupt nicht eitel. Sie packen an, wo es geht. Ihnen ist zu verdanken, dass das Bad zu Saisonbeginn glänzt wie neu. Verführerisch blau schimmert das große Schwimmerbecken in der Sonne. Auf den frisch gemähten Hängen tummeln sich guteingecremte Sonnenanbeter.

In den ersten vier Tagen strömen rund 2000 Besucher ins Freibad. Obwohl viele von ihnen gern schon Anfang Mai ihre Bahnen geschwommen wären, ist die Stimmung gut. „Wir sollten wertschätzen, dass wir überhaupt so ein tolles Bad hier in Witten haben“, sagt eine Stammkundin mit Schwimmbrille und dunklem Badeanzug. „Die tolle Lage mitten im Grünen, die günstigen Eintrittspreise und die moderne Anlage – so etwas können nicht viele Städte bieten.“

Freibad ist die Stadtwerke ein Verlustgeschäft

Dieser Luxus ist nicht selbstverständlich. Denn das Freibad bedeutet für den Betreiber ein Verlustgeschäft. 2,5 Millionen Zuschuss fließen jährlich in alle drei Bäder. „Das Freibad in Annen ist für uns ein Aushängeschild, eine Art Werbung“, sagt Stadtwerke-Vertriebschef Markus Borgiel. Trotzdem hofft der Energieversorger in diesem Jahr auf hohe Besucherzahlen. „Alles steht und fällt mit dem Wetter. Und das ist nun mal Glückssache.“

Mitte September heißt es dann: Raus aus dem Wasser. Der genaue Termin des Saisonendes steht noch nicht fest. „Da sind wir flexibler“, so Borgiel. „Bei sehr gutem Wetter reden wir nochmal über eine mögliche Saisonverlängerung.

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