Kultur

Wittener Fotografin Ellen Loke stellt sich vor

Die Wittener Fotografin Ellen Loke im Gespräch mit Lars Stucka.Foto: Manfred Sander / FUNKE Foto Services

Die Wittener Fotografin Ellen Loke im Gespräch mit Lars Stucka.Foto: Manfred Sander / FUNKE Foto Services

Witten.   Die Fotografin Ellen Loke hat sich und ihre Arbeit bei den „Fragentagen“ in der Ateliergalerie Mimas vorgestellt.

Bei den „Sagentagen“, die einmal im Monat drei Kunstprojekte in Witten vorstellen, kamen die Gespräche mit den Künstlern und über die Kunst oft zu kurz. Deshalb ergänzt das Team um Martin Strautz und Lars Stucka die Reihe jetzt durch die sogenannten „Fragentage“. Den Auftakt machte die Fotografin Ellen Loke.

Sie ist eine der ersten Künstlerinnen der „Sagentage“. In der Ateliergalerie Mimas (Stadtgalerie) stellte sich Loke den Fragen von Lars Stucka und einer Gruppe von Interessierten. Die Künstlerin ist Diplompädagogin und beim Wittener Jugendamt beschäftigt. Erst vor drei Jahren hat sie angefangen, mit der Kamera zu experimentieren. Gerade, als sie ihren Stil gefunden hatte, fand sich ein erstes Modell. Es entstanden ästhetische Aktfotos unter anderem in Fabrikhallen und an morbiden Orten.

„In jedem Bild steckt ein Teil von mir selbst“

Die Bilder zeigen, dass sich die Künstlerin selbst ihrer Vergänglichkeit bewusst ist. Sie erklärt, wie die Motive ihre Seelenlandschaft ins Bild holen – kahle Bäume im Nebellicht, eine Frau auf dem Müll. Damit möchte Ellen Loke den Kreislauf des Lebens zeigen. „In jedem Bild steckt ein Teil von mir selbst. Aber die Kunst und das Thema sollen die Betrachter selbst erkennen und ihre Gedanken frei selbst entstehen lassen“, sagt sie.

Beim ersten Blick finden Betrachter ihre Bilder vielleicht einfach nur schön oder aber nicht. Andere können mit einem Motiv vielleicht nichts anfangen. Wird der Bildaufbau, dessen Symmetrie erklärt, zeigt sich im Bild Bewegung.

„Momentaufnahmen sind meine schöne Melancholie“

Was die Diskussionsrunde in der Galerie Mimas erlebte: Kunst ermöglicht, indem man in sie eintaucht, die Welt und den Alltag mit ganz neuen Möglichkeiten zu entdecken. „Ich könnte auch leuchtende Bilder machen, aber diese Momentaufnahmen sind meine schöne Melancholie. Ich erfreue mich an den einfachsten Dingen“, erzählt die Fotografin. „Das Alltägliche wird zum Fenster für weitere Möglichkeiten.”

So bindet Kunst Betrachter und Künstler in die Welt und die Gesellschaft ein und ermöglicht allen Beteiligten, sich auch Gedanken über sich selbst zu machen und sich persönlich weiter zu entwickeln. Ellen Loke: „In meinem Beruf bin ich immer für andere da. Wenn ich fotografiere, ist das nur für mich.”

„Es ist sehr spannend, was jeder so denkt“

Harald Rosenberg war zum Auftakt der „Fragentage“ gekommen. „Es ist sehr spannend, was jeder so denkt. Das Interessante daran ist, sich mit Leuten zusammenzusetzen, die andere Sichtweisen haben. Ich freue mich, hier in Witten Leute gefunden zu haben, mit denen ich über Kunst reden kann“, betonte der 57-Jährige am Ende der Veranstaltung.

>>> DIE NÄCHSTEN TERMINE

Am 19. Januar stellt sich Maler und Sänger Tijmen Brozius ab 18 Uhr den Fragen von Lars Stucka. Treffpunkt: Fräulein Mayer, an der Oststraße 7.

Die „Sagentage“ starten am Samstag, 9. Dezember, mit einer Vernissage von Norbert Dähns Fotografien „Stadt der Frauen“. Treffpunkt: ab 18 Uhr Benno’s Brauhaus (Hammerstraße 4).

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