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Wittener Firma Hochstrate macht jetzt in den USA Geschäfte

Ein starkes Team: Seniorchef Dr. Gustav-Adolf Hochstrate mit Sohn Wolfram Hochstrate. Derzeit bauen die Unternehmer im Wullener Feld eine neue  Produktions- und Endmontage-Halle.

Ein starkes Team: Seniorchef Dr. Gustav-Adolf Hochstrate mit Sohn Wolfram Hochstrate. Derzeit bauen die Unternehmer im Wullener Feld eine neue Produktions- und Endmontage-Halle.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Witten.  Dr. Hochstrate Maschinenbau fertigt Maschinen, die Bleche schneiden und biegen können. Hierbei zählen die Wittener zu den Weltmarktführern.

Mit zwei Spezialitäten beliefert ein Wittener 25-Mann-Betrieb Kunden in der ganzen Welt. Die Firma Dr. Hochstrate Maschinenbau mit Sitz im Wullener Feld baut sogenannte Tafelscheren und Schwenkbiegemaschinen, mit denen Bleche geschnitten und gebogen werden können. Die Maschinen, die Hochstrate entwickelt, werden von der Industrie in vielen Bereichen benötigt – für den Bau von Flugzeugturbinen bis hin zu Lebensmittelherstellern wie Haribo oder Teekanne.

Die Deutsche Bahn arbeitet mit den Maschinen made in Witten, um etwa Bleche für Reparaturen von Loks zu biegen. Die Ford-Werke in Köln orderten Hochstrate-Maschinen für Instandhaltungsarbeiten, aber auch für Fahrzeug-Neuentwicklungen. Auch Siemens und RWE stehen auf der Kundenliste, ebenso Schiffsbauer und die Bochumer Stadtwerke.

Worauf Firmengründer Dr. Gustav-Adolf Hochstrate und sein Sohn und Gesellschafter Wolfram Hochstrate besonders stolz sind: Gerade konnte ein großer Händler in den USA für den Vertrieb der Schwenkbiegemaschinen gewonnen werden. Ein US-Kunde bekam bereits eine sieben Tonnen schwere Maschine, mit der in Amerika Bleche zur Herstellung von Müllcontainern gebogen werden sollen.

Weltmarktführer beim Biegen von Blechen ab zehn Millimeter

Damit hat Hochstrate den Fuß in der Tür zum US-Markt. Wolfram Hochstrate, Jurist und Wirtschaftsingenieur: „Wir haben auch Kunden in England und arbeiten – trotz des Brexits – dort intensiv an einer Zusammenarbeit mit Partnern.“ Im Ausland ist das Familienunternehmen immer durch Partner vertreten. Hochstrate: „Das sind Menschen, die die dortigen Geschäfte anbahnen und begleiten, die die Sprache des Landes sprechen, dessen Kultur kennen.“ Etwa in Dubai, Russland oder in Argentinien.

Kunden des Wittener Unternehmens werden 160 verschiedene Maschinentypen angeboten. Die zu bearbeitenden Bleche können dabei eine Breite zwischen einem und acht Metern haben, die Blechstärken zwischen einem Millimeter und 25 Millimetern betragen. Weltmarktführer ist die Firma im Bereich des Biegens von dicken Blechen ab einer Stärke von zehn Millimetern. Das Unternehmen hält – aufgrund der ständigen Weiterentwicklung der von ihm produzierten Maschinen – zahlreiche Patente und Gebrauchsmuster. Allein im vergangenen Jahr wurden Gustav-Adolf Hochstrate und seinem Sohn Wolfram drei Patente erteilt.

Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität und der Technischen Hochschule Dortmund

Der Seniorchef hat, bevor er einst studieren durfte, auch eine Lehre als Betriebsschlosser und Industriekaufmann absolviert, wie er erzählt. Forschung und Entwicklung, Weiterbildung und vor allem die Ausbildung von Nachwuchskräften werden im Betrieb großgeschrieben. Es gibt eine Zusammenarbeit mit der Bochumer Ruhr-Universität, der Fachhochschule Bochum, auch mit der Technischen Hochschule Dortmund.

Das Familienunternehmen auf Wachstumskurs baut gerade eine neue, 1000 Quadratmeter große Halle für die Produktion und Endmontage seiner Maschinen im Wullener Feld. Das dafür notwendige Grundstück konnte die Firma von der Stadt kaufen. Ein Glücksfall angesichts der Gewerbeflächen-Not in der Stadt.

Friedhelm Trepper konnte die Firma für einen Umzug nach Witten gewinnen

Gustav-Adolf Hochstrate, Diplom-Sozialwissenschaftler und Betriebswirt, erinnert sich an seine Wittener Anfänge. „Wir waren einmal ein Hattinger Unternehmen. Der frühere Wittener Bürgermeister Friedhelm Trepper hat uns abgeworben.“ In den Jahren 1990/91 sei man dann ins Wullener Feld umgezogen. „Wir gehörten zu den ersten Firmen im damals neuen Gewerbegebiet“, erzählt der Firmenchef. Dem Standort Witten wollen die Hochstrates treu bleiben, wie Vater und Sohn betonen. Sie hätten die Möglichkeit gehabt, auf das ehemalige Bochumer Opelgelände, beziehungsweise auf eine Fläche der früheren Hattinger Henrichshütte umzuziehen.

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