Kino

Wittener Burg-Kino schließt nach den Samstags-Vorstellungen

Joachim Schumacher in seinem Burg-Kino an der Ruhrstraße in Witten, das über vier Säle verfügt.

Joachim Schumacher in seinem Burg-Kino an der Ruhrstraße in Witten, das über vier Säle verfügt.

Foto: Jürgen Theobald (theo) / FUNKE Foto Services

Witten.  Wittens Kinobetreiber muss sein Haus ebenfalls im November schließen. Der 61-Jährige betont, er habe aber auch von der Corona-Krise profitiert.

Von den Corona-Auflagen ist auch das Burg-Kino in Witten betroffen. Statt wie vorgeschrieben ab Montag (2.11.) macht Betreiber Joachim Schumacher schon nach den Vorstellungen am Samstag (31.10.) zu.

Wie er es findet, dass auch die Kinobranche von dem am Mittwoch (28.10.) beschlossenen „Lockdown light“ betroffen ist? „Ich habe keine Meinung mehr dazu, ob das richtig oder falsch ist. Ich habe mich daran zu halten“, sagt Schumacher. Fakt sei, dass die Menschen aufgrund der Coronalage Angst hätten, überhaupt ins Kino zu gehen. Das Geschäft sei seit der Wiedereröffnung Ende Mai, nach dem ersten Lockdown, nicht „so richtig doll“ gewesen.

Hinzu komme, dass es derzeit keine neuen Filme aus Amerika gebe. Sie machten üblicherweise rund 55 Prozent seines Filmangebots aus. In seinem Kino an der Ruhrstraße in Witten hat der Unternehmer aus Stadthagen vier Säle mit rund 500 Sitzplätzen – zu normalen Zeiten. Auf jedem vierten Platz dürfen Kinobesucher derzeit sitzen.

Burg-Kino in Witten bekommt dank Fördergeldern eine neue Bestuhlung

Schumacher, der noch zwei weitere Kinos in Moers und im niedersächsischen Delmenhorst betreibt, sieht sich dennoch auch als Gewinner der Corona-Krise. Für das Burg-Kino wurden ihm vom Kulturstaatsministerium Fördergelder bewilligt, mit denen er sich eine neue EDV-Software und eine neue Bestuhlung leisten kann. „Diese wollen wir Ende November einbauen. An den zwei, drei Tagen wäre das Kino sowieso zu geblieben.“ Die neue Bestuhlung sei coronakonform. „Es wird weniger Sitzplätze geben.“

Der Kinobetreiber hat auch die Corona-Soforthilfe bekommen. „Das war ein warmer Regen“, freut er sich. Was für den Fortbestand seiner Kinos auch ganz wichtig sei: Seine Vermieter kommen ihm in diesen schwierigen Zeiten sehr entgegen. „Ich habe keine Schulden außer Mietschulden.“

Kino-Betreiber: „Wir wissen nicht, was morgen ist“

Seine Wittener Vermieterin sei eine ältere Dame, die jetzt festgestellt habe, dass man sich bereits sei 17 Jahren kenne. Schumacher: „Sie schmeißt mich nicht raus.“ Das Burg-Kino werde bestehen bleiben, auch wenn alle Kino-Betreiber in Deutschland derzeit natürlich nur auf Sicht fahren könnten. „Wir wissen nicht, was morgen ist.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben