Creative Kirche

Wittener begeistern mit Kindermusical über Martin L. King

Es geht nach vorne: Das Kindertanzensemble der Creativen Kirche setzte den Kampf um die Bürgerrechte der Schwarzen ganz stark auf der Saalbaubühne in Witten in Szene.

Es geht nach vorne: Das Kindertanzensemble der Creativen Kirche setzte den Kampf um die Bürgerrechte der Schwarzen ganz stark auf der Saalbaubühne in Witten in Szene.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Die Creative Kirche Witten hat mit einem neuen Kindermusical über Martin Luther King begeistert. Was die Großen können, können auch die Kleinen.

Aufgedrehte Kinder und tobende Eltern – das klingt nach einem handfesten Familienstreit. Aber genau das Gegenteil war der Fall. Beim Kindermusical „Expedition MLK 381“ der Creativen Kirche, das am Wochenende im Wittener Saalbau uraufgeführt wurde, tobten die Eltern vor Begeisterung.

Creative Kirche Witten hat schon elf Kindermusicals inszeniert

Bei den bisherigen elf Kindermusicals, die von der Creativen Kirche inszeniert und auf die Bühne gebracht wurden, war die Grundlage stets ein Thema aus der Bibel. Diesmal ging man mit einem Stück über Martin Luther King andere Wege. Und das hat einen Grund: Ab Januar 2020 geht das Erwachsenen-Chor-Musical „Martin Luther King“ der Creativen Kirche bundesweit auf Tour. „Ich habe mir gedacht ‚Was die Großen können, können die Kleinen schon lange’“ sagt Autorin Sylvia Mansel, die auch Regie geführt hat. Sie wurde nicht enttäuscht.

90 Kinder wuselten auf der Bühne herum, tanzten, sangen und schauspielerten, dass es eine helle Freude war, zuzusehen. Zum Inhalt: Vier Kinder begeben sich auf eine Zeitreise und landen in der Küche von Georgia Gilmore, einer engen Freundin Martin Luther Kings. Georgia erzählt ihnen Geschichten aus dem Leben des Bürgerrechtlers, die von den Kids schauspielerisch umgesetzt wurden. Zusätzlich wurde die Handlung von vier Erzählern weitertransportiert.

Im Wittener Saalbau wird auch der Titel des Stücks erklärt

Die Zuschauer erfuhren im Laufe des Stücks auch, warum es „Expedition MLK 381“ heißt. Nachdem die schwarze Bürgerrechtlerin Rosa Parks verhaftet wurde, weil sie sich geweigert hatte, für einen Weißen von ihrem Sitzplatz im Bus aufzustehen, wurde sie verhaftet.

Daraufhin rief das „Women’s Political Council“ die schwarze Bevölkerung zu einem Boykott öffentlicher Busse auf. Nach 381 Tagen und bis dahin millionenschweren Verlusten für die Busunternehmen erklärte der oberste Gerichtshof die Rassentrennung in öffentlichen Verkehrsmittel schließlich für verfassungswidrig – ein erster großer Sieg für die schwarze Bevölkerung in den Vereinigten Staaten.

Dass bei der Premiere des Kindermusicals nicht alles rund lief – hier ein Einsatz, der nicht auf Anhieb fluppte, dort mal ein schiefes Tönchen – geschenkt. Die jungen Akteure machten das durch jede Menge Spielfreude problemlos wett. Und nachdem die letzte Szene gespielt war, gab es „Standing Ovations“ fürs Ensemble.

Wittener Eltern sind zurecht stolz auf die jungen Darsteller

Die Eltern waren zurecht stolz auf ihre Kinder, Mutter Jennifer Klusemann, deren Tochter Fee eine der Erzählerinnen war, sogar superstolz. „Ich weiß, dass Fee es draufhat. Letztes Jahr hat sie bereits beim ARD-Weihnachtsgottesdienst mitgemacht, und sie spielt auch in der Schule Theater“, sagt die Mama.

Amelie Halm hat das Talent quasi mit der Muttermilch aufgesogen. Ihre Mutter Maria arbeitet als Musiktherapeutin und singt in einer Kirchenband. „Ich habe Mama singen hören und wollte das unbedingt auch machen“, sagte Amelie. Und was meinte die kritische Mama zum Auftritt ihrer Tochter? „Die Leistung war super.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben