Musik-Szene

Wittener Barulheiros gründen eine neue Band

Die Band „Figur Lemur“ im Tonstudio: (v.li.) Janik und Benjamin Weu, Bastian Nau, Joscha Denzel, Jonas Weu, Ben Hagenkötter fehlt. Foto:janik weu

Die Band „Figur Lemur“ im Tonstudio: (v.li.) Janik und Benjamin Weu, Bastian Nau, Joscha Denzel, Jonas Weu, Ben Hagenkötter fehlt. Foto:janik weu

Witten.   Die Stockumer Samba-Trommler haben sich aufgelöst. Die Mitglieder nennen sich jetzt „Figur Lemur“ und wagen mit anderem Sound den Neuanfang.

Erinnern Sie sich noch an Basti, Ben, Benne, Janik, Jonas, Joscha und Max? Das waren die sieben Trommler der Samba-Gruppe Barulheiros aus Stockum – waren, denn ihr erfolgreiches Projekt begruben die Jungs vor gut einem Jahr. Mit dem Namen „Figur Lemur“ und neuem Stil wollen sie nun durchstarten. „Wir machen Pop. Mit deutschem Rap“, sagt Joscha Denzel.

„Ihr habt richtig was erreicht. Warum werft ihr das weg?“ Nicht alle Barulheiros-Fans können die Entscheidung der Bandmitglieder nachvollziehen – das geht wohl erst, wenn man hört, wie anders das neue Projekt klingt: gespielt mit Synthesizern, Gitarre, Drums, elektronisch unterlegt und spannend arrangiert. Dazu kommen deutsche Texte.

Start in kirchlicher Trommelgruppe

Aber der Reihe nach: Angefangen hat die Karriere der Jungs 1999 in der Ev. Gemeinde Stockum, als der mittlerweile nach Brasilien ausgewanderte Pastor Gerwin Rooch eine Trommelgruppe für Kinder ins Leben rief. Barulheiros – das portugiesische Wort für Krachmacher – passte als Bandname. „Wir waren Schüler, die hauptberuflich Musik machten“, grinst Bastian Nau, heute 23 Jahre alt. 2008 formierten sich die Sieben zu einer festen Band.

Die Auftritte nahmen zu, viele dürften die Gruppe vom Stockumer Karnevalsumzug kennen. „Wir hatten drei gute Sommer, 2011, 12 und 13“, sagt Joscha Denzel. Da verdienten sie Geld mit Auftritten bei „Bochum Total“ oder bei Festivals in Frankreich oder Italien. „Aber über die Hälfte der Auftritte waren ohne Gage. Und bei sieben Leuten war das wenig rentabel.“ Höhepunkt war eine Konzertreise durch Äthiopien, gefördert vom Verein Etiopia Witten. Und danach: Haken dran. Die Barulheiros sind tot und auch ihre Musik wollen sie nicht mehr spielen. Bandmitglied Max hörte ganz auf.

„Wir konnten uns eigentlich nicht mehr weiterentwickeln“, sagt Joscha Denzel. Das rhythmische Zusammenspiel der Trommeln hatten sie maximal optimiert: mit Basslinien hinterlegt, Gesang, elektronischen Samples. „Wir hatten alle das Gefühl, das ist nicht mehr das Richtige. Wir wollten keine Trommlergruppe sein, sondern eine richtige Band.“ Und schließlich: Barulheiros, das Wort konnte ja keiner aussprechen! „Figur Lemur“ wird es da einfacher haben.

Inzwischen proben die Brüder Jonas, Janik und Benjamin Weu sowie Bastian Nau, Joscha Denzel und Benedict Hagenkötter nicht mehr im Keller des Paul-Gerhardt-Hauses, sondern in einem Bunker nahe der Bochumer Jahrhunderthalle.

Alle sechs studieren – zwei Physik, einer Psychologie, einer Fotografie, einer Film und einer „Bild und Ton“. Fast alle geben nebenbei Schlagzeugunterricht, auch in der Stockumer „Groovewerkstatt“ (die inzwischen den Karnevalsumzug begleitet). Zwei Tage in der Woche stecken sie in ihr Projekt. Von der Musik zu leben, „der Anspruch ist noch immer da“, sagt Joscha.

Aktuell nehmen sie sechs Lieder auf, die sie in den nächsten Monaten veröffentlichen wollen – über Kanäle wie iTunes, Spotify oder Youtube. Auch ein Video soll es geben (es sind ja Filmstudenten am Werk). „Es soll richtig gut werden“, sagt Joscha. „Wir wollen mit einem Knall wieder da sein.“

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