Lesung

Wittener Autorengruppe „Wortschatz“ stellt ihr Blattwerk vor

Auch bei Heike Kremerskothens Lesung lauschte das Publikum im voll besetzten Rittersaal von Haus Herbede gebannt.Foto:Bernd Böhmer

Auch bei Heike Kremerskothens Lesung lauschte das Publikum im voll besetzten Rittersaal von Haus Herbede gebannt.Foto:Bernd Böhmer

Witten.   „Wortschatz“-Mitglieder lasen in Haus Herbede. Auch Naturbetrachtungen kamen in den Texten vor.

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„Der Baum“, „Immer mit Brille“ oder „Skat mit Neunen“ – so lauteten die Titel von Kurzgeschichten, die jetzt von der Autorengruppe „Wortschatz“ in Haus Herbede vorgetragen wurden.

Im voll besetzten Rittersaal, neben alten Gemälden an den Wänden, saßen die Schreiber bei Kerzenlicht an einem großen Holztisch und erzählten von einer Prinzessin, die einfach nicht heiraten wollte, von der Reise eines Regentropfens von der Wolke bis ans Meer oder von einem Horroreinkauf im Supermarkt. In nostalgischer Atmosphäre lauschten die Zuhörer den elf Kurzgeschichten und belohnten die Autorengruppe mit starkem Applaus. Zwischen den einzelnen Texten spielte Hannes Busch auf seiner Gitarre und seinem Saxofon und versetzte mit seinen Klängen den Rittersaal in harmonische Stimmung.

Doris Hartwig im Publikum ist bereits das vierte Mal bei der Lesung dabei. „Die Atmosphäre ist immer wieder aufs Neue schön.“ Sie bewundert den Mut der Autorinnen und Autoren und ist von der Leistung der Schreiber begeistert. Auch eine Stammhörerschaft hat sich in den letzten Jahren etabliert: „Es gibt auch Zuhörer, die bei allen sieben Lesungen dabei waren,“ erzählt Helmut Rinke, organisatorischer Leiter der Autorengruppe.

Prinzessin Elsa stellt kniffelige Frage

Das Thema der siebten literarischen Veranstaltung lautete Blattwerk. Das bedeutete nicht nur, dass der Herbst und die Naturbetrachtungen mit in die Texte eingebracht wurden. „Das Blattwerk ist auch unsere Arbeit, wir sind Blattarbeiter, Blattwerker eben,“ so Rinke.

Die Geschichten „Für immer und ewig“ von Angelika Heßmann sowie „Silberhochzeit“ von Rieke Busch sind auf eine ganz besondere Weise entstanden. „Während eines Treffens haben wir vier Wörter in den Raum geworfen, aus denen Geschichten entstehen sollten“, erläutert Rinke. Es galt für die zwei Autorinnen, die Worte Wand, Mondlicht, Geheimnis und Trinkhalmlängenmaß gekonnt in ihren Texten zu verarbeiten.

So ging es in Heßmanns Geschichte um Prinzessin Elsa, die im Mondlicht Schattengestalten an die Wand geworfen hat. Um das letzte Wort einzubauen, war die Autorin sehr kreativ. Während der Vorstellung von heiratswilligen Prinzen stellte Elsa eine ganz besondere Frage, die einen Anwärter zu ihrem Mann machen sollte. „Wer kann mir das Trinkhalmlängenmaß nennen?“ Am Ende wusste ein Mädchen die richtige Antwort und zwei Prinzessinnen waren an der Macht.

Mit ihren Texten versuchten die Autoren, auch eine gewisse Gesellschaftskritik zu äußern. In der Kurzgeschichte „Die Ankunft“ begibt sich Sigrid Jäkel während eines Traumes in eine Welt, in der es keine Massentierhaltung, mit Pestiziden gespritztes Obst oder übermäßige Müllproduktion gibt.

Seit elf Jahren besteht die achtköpfige Autorengruppe „Wortschatz“ schon. Sie trifft sich alle drei Wochen, um an ihren Texten zu arbeiten und sie in großer Runde zu besprechen. Rinke: „Dort wird dann auch abgestimmt, welche Stücke bei den Lesungen vorgetragen werden.“

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