Literaturpreis

Wittener Autor Peter Coon erhält renommierten Literaturpreis

Der Wittener Autor Peter Coon (52) hat den bundesweiten Wettbewerb der Literaten-Vereinigung „Gruppe 48“ gewonnen.

Der Wittener Autor Peter Coon (52) hat den bundesweiten Wettbewerb der Literaten-Vereinigung „Gruppe 48“ gewonnen.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten.  Der Wittener Autor Peter Coon hat sich bei der „Gruppe 48“ gegen eine namhafte Konkurrenz durchgesetzt – und kann es selbst kaum fassen.

Der Wittener Autor Peter Coon ist erneut ausgezeichnet worden. Der 52-Jährige hat den mit 2000 Euro dotierten bundesweiten Wettbewerb der Literaten-Vereinigung „Gruppe 48“ gewonnen. Mit seiner Kurzgeschichte „Tor der Tränen“ setzte er sich gegen zwei namhafte Konkurrenten durch.

Coon war von der Jury zusammen mit der Berlinerin Alexandra Lüthen und dem Kölner Selim Özdogan ins Finale gewählt worden. Özdogans Erstlingswerk „Es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist“ gilt als Kultbuch, es wurde für den Deutschen Science Fiction Preis nominiert und stand in diesem September auf Platz 6 der Krimibestenliste. „Beide Finalisten hatten starke Texte – dass ich gegen sie gewonnen habe, hat mich schon sehr überrascht“, sagt der Autor. „Ich weiß bis heute eigentlich nicht, warum.“

„Ich bin keiner, der gerne redet, aber ich habe dennoch viel zu sagen“

Auf jeden Fall liegt es an „Tor der Tränen“. Coon erzählt darin die Geschichte eines Flüchtlings aus Somalia, der vor seinem Asylentscheider steht und mit sich kämpft, was er sagen darf und was er sagen sollte – denn er war Pirat. Schwerer Stoff. Aber nur der ist es, der Peter Coon interessiert. „Leichtes und Unterhaltung gibt es schon genug“, sagt er. Er schreibe, um Stellung zu beziehen. „Ich bin keiner, der gerne redet, aber ich habe dennoch viel zu sagen“, so Coon. Viele Worte seien hingegen nicht sein Ding. „So bin ich auf die Kurzgeschichte gekommen.“

Er bedauert, dass die so wenig Fans hat. „Vielleicht liegt es daran, dass wir alle mit den Kurzgeschichten in der Schule gepiesackt worden sind“, mutmaßt der Autor. Schade sei das – und unverständlich: „Gerade in dieser Zeit, wo doch immer alles schnell gehen muss und sich kaum noch jemand Zeit nimmt.“ Da sei eine Kurzgeschichte doch ideal – und besser als ein Roman.

Bis sich seine Ansicht in den Köpfen des Publikums durchgesetzt hat, verdient Coon sein Geld als Tontechniker, unter anderem fürs Brille-Theater. „Um vom Schreiben leben zu können, müsste ich schon einen Bestseller-Roman veröffentlichen“, sagt der 52-Jährige – und fügt augenzwinkernd hinzu: „Ich denke gerade drüber nach.“ Ein Roman sei jedenfalls in Arbeit, mehr wolle er noch nicht verraten.

Neues Buch ist gerade erschienen

Bis der auf den Markt kommt, wird es also noch etwas dauern. Dafür ist aber das neue Buch mit Coons Kurzgeschichten soeben frisch erschienen. „Mama hält mich fest, wenn ich lache“ heißt es. Darin enthalten ist auch die von der „Gruppe 48“ ausgezeichnete Geschichte. Die Geschichten sind ernst, manchmal traurig, haben oft aber auch einen Hoffnungsschimmer. Und zum Schmunzeln gibt es auch etwas. „Ich will meine Leser ja nicht in der Depression zurücklassen“, sagt Coon lächelnd.

Vor kurzem ist der Wittener übrigens Oberhausener geworden – er ist umgezogen, damit seine Frau nicht mehr so viel fahren muss. Der Stadt verbunden fühlt sich Coon aber weiterhin. „Hier kenne ich die Kulturszene, hier habe ich meine Fans– die Stadt liegt mir am Herzen.“ Deswegen hat er auch beim „Kulturschock“ – dem Festival am letzten Wochenende – mitgemacht. Und deswegen wird er auch hier sein neues Buch vorstellen. Die Lesung in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde am Oberdorf 10 findet am 22. November statt. Um 20 Uhr geht’s los, der Eintritt ist frei.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben