Neu auf dem Markt

Wittener Autor erzählt vom historischen Haus Crengeldanz

Der Wittener Autor Edmund Oldenburg (86) hat sein viertes Buch auf den Markt gebracht.

Der Wittener Autor Edmund Oldenburg (86) hat sein viertes Buch auf den Markt gebracht.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Viele seiner Fans haben darauf gewartet. Nun hat Edmund Oldenburg sein viertes Buch auf den Markt gebracht. Es dreht sich wieder ums alte Witten.

Mit den Geschichten aus seinem Leben und der Vergangenheit Wittens begeistert Edmund Oldenburg seit Jahren Leser auf der ganzen Welt. 6000 Menschen folgen dem Wittener auf Facebook, wo er immer wieder kleine Appetithappen aus seinen Arbeiten veröffentlicht. Jetzt hat der inzwischen 86-Jährige sein viertes Buch auf den Markt gebracht: „Das alte Haus“ erzählt die Geschichte des Hauses Crengeldanz.

Wer trockene Fakten und Daten erwartet, der wird überrascht sein: „Es war an einem Herbstmorgen im Jahre 1577. Über dem Ruhrtal lag dichter Nebel, so undurchdringlich, dass der ortskundige Ritter von Hoete Mühe hatte, den Pfad am Ufer des Flusses zu finden...“ So beginnt die 400 Seiten lange Erzählung Oldenburgs. Er hat die Geschichte nicht erfunden. Seine Vorlage ist ein Buch aus dem Jahr 1889, geschrieben von Eugenie Tafel, in dem sie die Geschichte der Menschen von Haus Crengeldanz erzählt.

„Die historische Geschichte aus Witten ist vollständig wahr“

Die Handlung dreht sich vor allem um Anna von Hoete – eine Familienchronik, spannend und tragisch zugleich. „Das ist historisch alles vollständig wahr und belegt“, versichert Edmund Oldenburg. Er habe in seinem Buch nur die Menschen mehr in den Vordergrund gerückt, als es Eugenie Tafel getan hatte. „Mir geht es nicht um das Tabellarische, ich will erzählen, wie es damals so war“, sagt er.

Die alte Vorlage stammt nicht etwa aus dem Wittener Stadtarchiv. Oldenburg hat das Buch aus Australien zugeschickt bekommen. „Die Leute, die mir folgen, sitzen ja auf der ganzen Welt. Und ich schreibe ja immer, dass ich Informationen zu Witten suche.“ Schon einmal hat er eine Quelle in der Ferne aufgetan: In Alabama konnte er ein sehr seltenes Exemplar einer Wittener Stadtgeschichte von 1926 ergattern, das er ebenfalls zu einem Buch verarbeitet hat.

Autor spricht die Texte in einen Sprachcomputer

An seinem neuen Werk hat der rührige 86-Jährige etwa ein Jahr geschrieben. Das heißt: Eigentlich schreibt er nicht, er diktiert. Denn er leidet an einer Muskelerkrankung, ist seit 2002 auf einen Rollstuhl angewiesen. Auch Tippen geht nicht mehr. Stattdessen spricht der Autor in einen Sprachcomputer, der die Worte in Schrift umwandelt. Ein Jahr Arbeit, 400 Seiten – und dann kam Corona. Edmund Oldenburg leidet darunter, dass er sein neustes Werk den Wittenern nun nicht vorstellen kann. „Ich fühle mich total ausgehebelt durch die Pandemie“, klagt er. Gerne würde er Lesungen machen. „Vielleicht klappt es ja bald mal im Schleusenwärterhaus.“

Und noch etwas belastet den eifrigen Autor. Er hat keinen neuen Stoff mehr. Eine Idee, die hätte er schon: Nach der Geschichte Wittens, der Burg Hardenstein und dem Haus Crengeldanz fehlt nun noch ein Buch über Schloss Steinhausen in seiner Sammlung. Aber bislang hat Edmund Oldenburg noch keine Unterlagen dazu gefunden. Aber vielleicht schickt ihm ja doch noch ein Fan etwas. Aus Alabama, Australien – oder Annen.

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