Ehrenamtsempfang

Witten würdigt Ehrenamtliche mit besonderer Auszeichnung

Bürgermeisterin Sonja Leidemann (re.) zeichnete mit ihrer ersten Stellvertreterin Beate Gronau (2.v.li.) und Vize-Landrat Jörg Obereiner (li.) die Ehrenamtlichen Gisela Hanke (vorne Mitte), Henning Gallenkamp (hinten) und  Detlef Thierig (2.v.re.). im Bistro B der Boecker-Stiftung für ihre Verdienste aus.

Bürgermeisterin Sonja Leidemann (re.) zeichnete mit ihrer ersten Stellvertreterin Beate Gronau (2.v.li.) und Vize-Landrat Jörg Obereiner (li.) die Ehrenamtlichen Gisela Hanke (vorne Mitte), Henning Gallenkamp (hinten) und Detlef Thierig (2.v.re.). im Bistro B der Boecker-Stiftung für ihre Verdienste aus.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Sie kümmern sich um andere und ein wenig helfen sie sich auch selbst dabei. Wittens Bürgermeisterin hat drei Ehrenamtliche besonders gewürdigt.

Arzt zu sein, war für Henning Gallenkamp nie nur ein Beruf. Auch nach der Rente machte er unentgeltlich weiter – bis heute, über zehn Jahre später. Bürgermeisterin Sonja Leidemann hat ihm dafür jetzt die silberne Ehrennadel verliehen. Im Bistro B der Boecker-Stiftung dankte sie rund 100 Wittenern, die ganz nach dem Motto der Veranstaltung arbeiten – „unentgeltlich, aber nicht umsonst“. Neben Henning Gallenkamp erhielten zwei weitere Wittener die Ehrennadel für ihr besonderes langjähriges Engagement.

Ausgiebige Gespräche mit den Hilfsbedürftigen

Seit 2007 betreut Henning Gallenkamp im Ärztemobil des Diakonischen Werks Wohnungslose medizinisch, ohne dafür Geld zu nehmen. Es geht nicht nur um körperliche Beschwerden. „In der Klinik war früher immer wenig Zeit, um mit den Patienten zu sprechen“, sagt der 78-Jährige. „Jetzt kann ich endlich ausgiebige Gespräche mit den Hilfsbedürftigen führen.“

Er kümmert sich auch um die Alltagsprobleme der Menschen. „Es kommen auch oft Asylbewerber. Ich helfe ihnen zum Beispiel, Arzttermine zu machen. Das kann in einem neuen Land schwierig sein“, sagt Gallenkamp. Das Wichtigste für ihn ist Toleranz – egal wo ein Mensch herkommt und welche Sprache er spricht. Das Ärztemobil stoppt zweimal monatlich unter anderem bei der Wohnungslosenhilfe an der Röhrchenstraße.

Voller Tatendrang ist auch Gisela Henke. Sie bekam sogar die goldene Ehrennadel für zwanzig Jahre Ehrenamt. Schon als junge Frau fand sie trotz ihres Vollzeitjobs in einer Molkerei die Zeit, hilfsbedürftige Nachbarinnen zu unterstützen. Die 80-Jährige ist da ganz ehrlich. „Ich habe das Helfersyndrom. Es bereitet mir unheimlich viel Freude, für andere da zu sein.“ Am meisten freut sie sich über die Dankbarkeit, die ihr entgegengebracht wird.

Sie möchte weitermachen, bis es nicht mehr geht

Ab 1999 übernahm Gisela Henke ehrenamtliche Tätigkeiten bei der St.-Franziskus-Gemeinde. Sie war unter anderem Sterbebegleitung für Menschen ohne Familienangehörige. Seit 2000 engagiert sie sich für die Boecker-Stiftung. Dort tut sie das, was sie damals auch schon für ihre Nachbarinnen tat: Sie unterstützt Menschen dabei, ihren Alltag zu bewältigen.

Sie hilft ihnen beim Essen, liest vor und begleitet die Senioren zu den Gottesdiensten in der Kapelle des Hauses. Dort ist sie auch immer noch als Lektorin und Küsterin tätig. Auch bei einer Bewohnerin der Boecker-Stiftung leistete sie Sterbehilfe. „Wir standen uns ziemlich nah. Sie sagte zu mir: Du warst wie eine zweite Mutter für mich“, erzählt Gisela Henke und lächelt gerührt. Von Aufhören kann bei ihr nicht die Rede sein. „Ich mache weiter, bis es nicht mehr geht.“

Witten wird ein Stückchen wärmer

Detlef Thierig ist der Dritte im Bunde. Jahrzehntelang wirkte er in Wittener Friedensinitiativen mit, aktuell im Wittener Friedensforum. Er gehörte zu den Gründern der Städtepartnerschaft Witten-Kursk. Sein Dank geht an seine 2018 verstorbene Frau Christa. „So was macht man nicht allein. Ohne sie hätte ich das alles gar nicht geschafft“, sagt der 85-Jährige. Auch im Wittener Blindenverein ist er aktiv – er selbst erblindete vor einigen Jahren.

All diesen Menschen dankt die Bürgermeisterin bei dem Empfang im Bistro B. „Vieles in unserer Stadt wäre ohne dieses Engagement gar nicht möglich“, sagt Sonja Leidemann. „Durch die ehrenamtliche Arbeit der Wittener wird die Stadt wärmer.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben