Heimat-Tour

Witten wirbt bei Heimatministerin für Gartenschau-Bewerbung

Ina Scharrenbach (re.), NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung, machte mit ihrer „Heimat-Tour“ am Bethaus der Bergleute im Wittener Muttental Halt. Mit von der Partie waren Bürgermeisterin Sonja Leidemann (Mitte) und Stadtbaurat Stefan Rommelfanger (links).

Ina Scharrenbach (re.), NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung, machte mit ihrer „Heimat-Tour“ am Bethaus der Bergleute im Wittener Muttental Halt. Mit von der Partie waren Bürgermeisterin Sonja Leidemann (Mitte) und Stadtbaurat Stefan Rommelfanger (links).

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten.  Heimatministerin Scharrenbach hat Wittens Bethaus der Bergleute besucht. Die Stadt warb für ihre Pläne bei der Internationalen Gartenschau 2027.

Die Ministerin will keine Kumpelsuppe. Die deftige Mahlzeit mit zwölf verschiedenen Gemüsesorten – eine Spezialität der Küche im Bethaus der Bergleute – findet am Tisch von Ina Scharrenbach keinen großen Anklang. Dann doch lieber Pfannkuchen. Das historische Gebäude im Muttental war am Dienstag (30.7.) eine Station der Landesministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung auf ihrer „Heimat-Fahrrad-Tour“.

Radelnd will Scharrenbach an sechs Tagen im Juli und August sechs Regionen in NRW erkunden und dabei mit den Menschen vor Ort ins Gespräch kommen. Eigentlich über Heimat, Identität. Doch an diesem Tag steht für ihre Mitfahrer vor allem ein Thema im Vordergrund: die Bewerbung für die Internationale Gartenbauausstellung (IGA) 2027 mit den dazugehörenden Projekten.

Wittener Stadtbaurat wirbt für Umbau-Projekte entlang der Ruhr

„Wir wollen an die emotionalen Eindrücke der Fahrt anknüpfen“, sagt Stadtbaurat Stefan Rommelfanger, der wie Bürgermeisterin Sonja Leidemann beim Campingplatz Steger in Bommern mit dem Fahrrad zum Tross der Ministerin dazugestoßen war. „Und wir wollen klarmachen: Es ist schön hier, aber es könnte noch viel schöner werden.“ Dazu gehören etwa die Pläne für eine Umgestaltung des Zugangs zum Muttental.

Der Weg hin zur Zeche Nachtigall soll schöner und repräsentativer werden, auf der südlichen Uferseite ein zusätzlicher Parkplatz für Besucher entstehen. Rund 3,5 Millionen Euro soll allein dieses Teilprojekt der IGA kosten. So steht es in der Machbarkeitsstudie „Flusslandschaft Mittleres Ruhrtal“. Mit den Städten Herdecke, Wetter und Hattingen hat Witten im April dieses Konzept beim Regionalverband Ruhr (RVR) eingereicht.

Aufenthaltsflächen am Mühlengraben

Auf der Agenda für Witten steht im Rahmen der IGA auch ein neuer Zugang zur Ruhr in Höhe des Mühlengrabens, nahe dem Cafe del Sol. Dort sollen im Mündungsbereich „attraktive Aufenthaltsflächen“ entstehen. Unterhalb der neuen Mühlengrabenbrücke am Ruhrdeich sollen künftig Fußgänger und Radfahrer den viel befahrenen Ruhrdeich passieren können und so zur Ruhr gelangen. Dafür sind eine Millionen Euro veranschlagt. Herbede und Haus Herbede sollen ebenfalls besser angebunden und erreichbar werden (Kostenpunkt: 1 Mio). In Höhe der Lakebrücke soll für drei Millionen Euro eine barrierefreie Parallelbrücke errichtet werden.

Ob die Stippvisite der Ministerin, die am Dienstag von Wetter über Witten nach Hattingen geradelt ist, die Chancen erhöht hat, dass die neue „Flusslandschaft Mittleres Ruhrtal“ Wirklichkeit wird, ist ungewiss. „Es heißt ja Gartenausstellung“, gab die 42-Jährige zu bedenken.

Zumindest soviel ist klar: Im kommenden Jahr erhält Witten aus dem Scharrenbach-Ministerium mehr Zuweisungen als 2019. Nach den vorläufigen Berechnungen, die am Montag (29.7.) in Düsseldorf vorgestellt wurden, fließen 2020 im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs fast 64 Millionen Euro in die Ruhrstadt, etwa 3,5 Millionen mehr als in diesem Jahr. Auch um neue Fördermittel hat die Stadt sich laut Bürgermeisterin Leidemann unlängst beworben: für den Helenenturm und das Ehrenmal Herbede.

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