Stadtentwicklung

Witten will alte Feuerwache zum lebendigen Quartier umbauen

Von oben ist das Grundstück (rechts) mit der alten Hauptfeuerwache an der Hauptstraße in Witten gut zu sehen.

Von oben ist das Grundstück (rechts) mit der alten Hauptfeuerwache an der Hauptstraße in Witten gut zu sehen.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Witten.  Von der Straße ist sie kaum zu sehen. Doch die alte Hauptfeuerwache hat großes Entwicklungspotenzial. Jetzt stellte die Stadt erstmals Pläne vor.

Die Stadt will die alte Hauptfeuerwache an der Hauptstraße zu einem lebendigen Quartierszentrum umbauen. Gesucht wird ein Investor, der mit einem Konzept überzeugt. Denkbar wäre ein Mix aus Wohnen, Werkstätten, Gründerzentren („Start ups“) und Ateliers. Gleichzeitig soll Platz für einen öffentlichen Weg und eine Grünfläche sein. „Wir wollen einen kreativen Impuls in der Innenstadt setzen und diesen Standort aufwerten“, sagte Stadtbaurat Stefan Rommelfanger.

Der Stadtentwicklungsausschuss hat die Verwaltung jetzt beauftragt, das Grundstück im Rahmen einer sogenannten „Konzeptausschreibung“ zu vergeben. Favorisiert wird Erbbaurecht, aber der Ausschuss will auch einen Verkauf nicht ganz ausschließen. Anja Reinken vom Amt für Bodenwirtschaft: „Wir möchten Anfang nächsten Jahres in die Ausschreibung gehen. Ich hoffe, dass ich hier Mitte des Jahres schon mit einem Investor stehe.“ Es gebe schon drei Interessenten für das 2700 m² große Grundstück.

Die Freiwillige Feuerwehr Altstadt hat ihre Wache derzeit noch in dem rund 100 Jahre alten Backsteingebäude, das erhalten bleiben soll. Sie würde mit der Löscheinheit Heven, die am Wannen untergebracht ist, ein ganz neues Gerätehaus für rund 80 Mann auf der neuen Gewerbefläche Drei Könige bekommen. Die Entwürfe dafür sind noch ganz frisch.

Bei der Vergabe als Erbbaurecht bliebe die Stadt letztlich Eigentümer des Grundstücks

Die Politik konnte sich mit den Plänen sofort anfreunden. Holger Jüngst (SPD) „verstand“ aber nicht, warum ein erbbaurechtlichen Vertrag mehr Einfluss auf eine Konzeptausschreibung haben solle als ein möglicher Grundstücksverkauf. Denn „es wäre schade“, so der sachkundige Bürger, „wenn gewisse Interessenten hinten runterfielen“. So wurde am Ende denn auch mehrheitlich beschlossen, Erbbaurecht und Verkauf zu ermöglichen.

Beim Erbbaurecht würde ein Investor das Grundstück für einen langen Zeitraum gegen einen monatlichen Zinsbetrag bekommen. Eigentümer bliebe, nach Ablauf dieser Zeit, die Stadt. Oliver Kalusch (Linke) begrüßte diese Form der Vergabe, setze man damit doch dem Trend vom „Ausverkauf der Städte“ etwas entgegen.

Kleinere Träger wie der Kinderschutzbund sollen im Viertel bleiben können

Sonja Teupen von den Grünen begrüßte die Entwicklung der Fläche und die Vermarktung in Erbbaurecht ebenfalls. Baudezernent Stefan Rommelfanger betonte, dass kein Investor direkt mit dem Erbbaurecht versehen werde. Entscheidend sei zunächst dessen Nutzungskonzept. Bei einem Erbbauzins müsse der Investor das Grundstück nicht ankaufen. So hätten laut Rommelfange auch kleinere Träger wie der Kinderschutzbund oder Ateliers die Chance, im Quartier zu bleiben.

Die Stadt spricht von einer „gemeinwohlverträglichen“ Entwicklung. Gesucht werde kein Großinvestor wie für den Kornmarkt. „Sie entscheiden aber letztlich, wer das Grundstück bekommt“, stellte Rommelfanger an die Adresse des Ausschusses gerichtet klar. Gefragt nach Vorgesprächen mit Investoren, sagte Anja Reinken, niemandem sei etwas zugesagt worden. „Wir wollten nur ein Gefühl für die Marktlage kriegen.“

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