Saalbau Witten

Witten: Streichelzoo mit Vogelspinnen zu Gast im Saalbau

Mutig: Die kleine Amy nahm im Saalbau Witten eine Vogelspinne in die Hand.

Mutig: Die kleine Amy nahm im Saalbau Witten eine Vogelspinne in die Hand.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Witten.  Über 100 Vogelspinnenarten konnte man am Sonntag (20.9.) im Saalbau Witten kennenlernen. Faszinierend, aber nichts für Leute mit Spinnenphobie.

Flauschige Freunde oder gefährliches Ungeziefer? Im Wittener Saalbau konnten die Besucher am Sonntag (20.9.) nicht nur exotische Insekten bestaunen. In einem Streichelzoo konnte, wer wollte, auch Vogelspinnen über seine Hände krabbeln lassen.

Diese Ausstellung war nichts für Menschen mit einer Spinnenphobie. Rund 500 Tiere präsentierte die „Insectophobie Riesenspinnen- und Insekten-Ausstellung“, die durch Deutschland, die Schweiz und Österreich tourt, in Wittens guter Stube. Darunter knapp 100 Vogelspinnenarten. Zahlreiche Besucher sind im Saalbau von einem Terrarium voller Spinnweben fasziniert. Drinnen krabbelt eine haarige Spinne. Das fünf Zentimeter dicke Exemplar, Fachleute sprechen von einer Blaue Jemen-Vogelspinne, ist eigentlich im Süden der Arabischen Halbinsel zuhause. Am Sonntag wird der pelzige Acht-Beiner im Saalbau bestaunt. Ebenso wie nur sieben Zentimeter lange Geißelskorpione, die sonst in den Tropen heimisch sind.

Für Menschen sind die meisten Vogelspinnen harmlos, erfährt man im Saalbau Witten

Die Wittenerin Dunja besucht die Ausstellung mit ihrer kleinen Tochter Lucia, die neugierig an den Terrarien klebt. „Das ist wirklich spannend“, findet die Schülerin. Ekel oder Angst verspürt sie nicht. Die in der Ausstellung gezeigten handflächengroßen Vogelspinnen – wie die sogenannte Lasiodora difficilis – findet man in der freien Natur rund um Rio de Janerio. Für Menschen seien die knapp 3800 Vogelspinnenarten jedoch meistens harmlos, wie Renaldo Neigert, der Veranstalter der Ausstellung, betont: „Davon sind nur eine Handvoll gefährlich, Durch ihr Gift für den Menschen gefährlich werden könnten eher die kleineren Artgenossen – wie die Rotrückenspinne aus Australien. Diese Spinne verfügt nämlich über ein extrem starkes Nervengift.

Die kleine Lucia zieht es mit ihrer Mutter zum Streichelzoo der Ausstellung. Sie ist schon ganz ungeduldig, weil sie ein Foto mit den Spinnen machen möchte. Saalbau-Besucher können sich am Sonntag für kleines Geld mit einer Rote Chile-Vogelspinne ablichten lassen. Auf diese Weise könne man die Angst vor den Tieren bekämpfen, erklärt Renaldo Neigert. Der Bielefelder hat sein Spinnen-Hobby zum Beruf gemacht. In der Ausstellung vermittelt er auch viel biologisches Wissen rund um die Spinnen und erklärt, wie man mit ihnen umgeht. Die große Furcht vor diesen Tieren seien bei den Menschen „Urängste, die von Generation zu Generation weitergegeben werden“, meint Neigert.

„Vorher war ich mir sicher, die berühre ich nicht!“

Vor dem Streichelzoo stehen bereits in den Mittagsstunden etliche Besucher an, die einmal eine echte Vogelspinne berühren möchten. Darunter auch Christoph und Verena. Die 42-Jährige ist noch skeptisch, wie sie gesteht: „Ich habe wirklich Angst vor Spinnen.“ Ihr Freund lässt dagegen ein Tier über seine Haut wandern. Und zeigt sich begeistert: „Sie ist richtig flauschig. Sie krabbelt ja wirklich niedlich über meine Hand“, meint der Züricher. Verena nähert sich der Spinne zunächst nur vorsichtig mit dem Fotoapparat. Kurz darauf lässt auch die Wittenerin die Spinne über ihre Hand krabbeln. Sie hat ihre Angst überwunden und strahlt: „Vorher war ich mir sicher, die berühre ich nicht!“

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