Gericht

Witten: Mann soll Minderjährige an Freier vermittelt haben

Wegen schweren Missbrauchs steht ein Mann (24) aus Witten vor dem Bochumer Landgericht.

Wegen schweren Missbrauchs steht ein Mann (24) aus Witten vor dem Bochumer Landgericht.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Witten.  Er soll zwei Jungs an Freier vermittelt und sich auch selbst an ihnen vergriffen haben. Jetzt wird einem Mann aus Witten der Prozess gemacht.

Schweren sexuellen Missbrauch von Jugendlichen wirft die Staatsanwaltschaft einem 24-jährigen Mann aus Witten vor, der sich seit Mittwoch (vor dem Landgericht Bochum verantworten muss. Allein die Verlesung der Anklagevorwürfe dauerte mehr als eine Stunde.

Angeklagtem aus Witten werden 19 Taten zur Last gelegt

Es geht um Taten zwischen Herbst 2016 und April 2020. Der junge Angeklagte soll zwei männliche Jugendliche zu Sextreffen veranlasst und an Freier vermittelt haben. Pro Treffen zahlten die Kunden laut Anklage meist zwischen 100 und 200 Euro, wovon der Angeklagte selbst einen Großteil als Provision kassiert haben soll. Die Treffen – angeklagt sind 19 Fälle - mit den damals 15 und 14 Jahre alten Jugendlichen fanden den Ermittlungen zufolge in einer Wohnung in Witten und in einem Dortmunder Studentenwohnheim statt.

Häufig habe der Angeklagte die Sextreffen gefilmt und sich auch selbst aktiv an den Taten beteiligt, so der Staatsanwalt. Außerdem soll der Beschuldigte minderjährige Jungen in Chats aufgefordert haben, sich nackt zu zeigen. Er soll dabei heimlich Videoaufzeichnungen und Fotos gemacht haben.

Anklage: Auch Videos von Missbrauch an Babys getauscht

Ihm wird ferner zur Last gelegt, Videos von Missbrauch an Babys erhalten und gegen andere Sexvideos getauscht zu haben. Die Ermittler stellten zahlreiche kinderpornografische Fotos auf den beiden Handys des Angeklagten sicher.

Der Mann, der in Untersuchungshaft sitzt, weinte zum Prozessauftakt und senkte den Kopf. Zwei Verteidiger stehen ihm zur Seite. Verhandelt wird der Fall vor einer Jugendstrafkammer. Von den Sextreffen gegen Bezahlung soll der 24-Jährige finanziell beträchtlich profitiert haben. Beweismittel sind unter anderem Videoaufnahmen, die der Angeklagte von den Missbrauchstaten gemacht haben soll. Die Videos wurden sichergestellt. Der Prozess wird fortgesetzt.

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