Gericht

Witten: Mann droht Freund der Schwester mit Baseballschläger

Foto: David Ebener / dpa

Witten.  „Ich mag den nicht“: Ein 18-Jähriger aus Witten wollte den neuen Freund der Schwester vertreiben. Nun steht er wegen Nötigung vor Gericht.

Eine familiäre Fehde brachte einen 18-jährigen Wittener auf Abwege. Weil er mit den neuen Freund seiner Schwester nicht einverstanden war, bedrohte und nötigte der Italiener den jungen Mann. Am 4. Oktober 2019 erschien er, bewaffnet mit einem Baseballschläger, in dessen Wohnung an der Freiligrathstraße. Er drohte, der Mann solle aus „seiner Straße“ verschwinden, sonst würde etwas passieren. Nun steht der 18-Jährige vor Gericht.

Die Vorwürfe gab er am Dienstag im Strafprozess vor dem Bochumer Jugend-Schöffengericht unumwunden zu. Seine Erklärung: Seine Schwester sei lange mit einem Freund liiert gewesen, der schon fast zur Familie gezählt habe. Dann habe sie diesen mit dem neuen Mann – das später Opfer – betrogen.

Wittener Angeklagter hat mehrere Diebstähle auf dem Konto

„Ich mag ihn nicht“, erklärte der Angeklagte, dem die Staatsanwältin Bedrohung und Nötigung vorwarf. Als der Mann als Zeuge aussagte, entschuldigte sich der Angeklagte bei ihm. Bereits im Juli 2019 hatte der 18-Jährige dem Mann gedroht, ihn zu erschießen und sein Haus in Brand zu stecken.

Für die Richter war der Angeklagte kein Unbekannter. Seine Strafakte listet mehrere Diebstähle auf. Sechs Wochen Jugendarrest musste der Wittener absitzen. Aktuell macht er ein Praktikum, nachdem er seinen Job bei einer Zeitarbeitsfirma verloren hatte. Während er in der Vergangenheit häufiger Marihuana rauchte, sei er momentan drogenfrei, erläuterte der Angeklagte. Er habe lediglich vor drei Wochen beim Geburtstag eines Kumpels gekifft.

Wittener bekommt einen Betreuer

Die Staatsanwältin forderte für ihn zwei Wochen Jugendarrest und die Unterstellung unter eine zwölfmonatige Betreuung. Das Gericht verurteilte den Mann zu zwei Freizeitarresten, um das laufende Praktikum mit Aussicht auf eine Ausbildungsstelle nicht zu gefährden. Außerdem ist ab sofort ein Betreuer für ihn zuständig.

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