Gericht

Witten: Mann bekommt nach Schlägerei noch eine Chance

Die Strafe wegen Körperverletzung und Beleidigung von Polizeibeamten fiel in der Berufungsverhandlung vor dem Bochumer Landgericht zwar höher aus. Ins Gefängnis muss der Mann (27) aus Witten aber nicht. Die Staatsanwältin hatte zehn Monate Haft gefordert..

Die Strafe wegen Körperverletzung und Beleidigung von Polizeibeamten fiel in der Berufungsverhandlung vor dem Bochumer Landgericht zwar höher aus. Ins Gefängnis muss der Mann (27) aus Witten aber nicht. Die Staatsanwältin hatte zehn Monate Haft gefordert..

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Witten.  Er schlug mehrmals zu und beleidigte auch noch Polizisten. Die Anklage wollte den Mann aus Witten deshalb im Gefängnis sehen. Und das Gericht?

Wegen Körperverletzung und Beleidigung von Polizisten drückte ein 27-jähriger Mann aus Witten am Montag die Anklagebank vor dem Landgericht Bochum. Weil er am 3. August 2019 auf dem Kornmarkt auf einen Mann eingeprügelt hatte, war er vom Amtsgericht Witten zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten verurteilt worden. Dagegen war die Staatsanwaltschaft in Berufung gegangen – deshalb jetzt die erneute Verhandlung.

In der Tatnacht war der Angeklagte mit einem Freund unterwegs, der mit einem anderen Mann in Streit geriet. Der 27-Jährige mischte sich ein. Er wurde nach eigenen Angaben weggeschubst und hätte sich nur gewehrt. Polizeibeamte, die hinzukamen, sahen, wie er mindestens siebenmal mit der Faust auf seinen Kontrahenten einschlug – auch noch, als beide am Boden lagen.

Angeklagter aus Witten war zur Tatzeit betrunken

Polizisten, die einschritten, beschimpfte er als „Scheißbullen“. Ein 34 Jahre alte Polizeibeamter sagte jetzt vor Gericht aus, er habe den Angeklagten weggezogen und sei beleidigt worden. Im Streifenwagen habe sich der Mann beruhigt und auch entschuldigt.

Zur Tatzeit hatte der Angeklagte 1,9 Promille Alkohol im Blut. Da ihm bei Verhängung einer Haftstrafe der Verlust seiner Arbeitsstelle droht, wollte der Vorsitzende Richter wissen, ob die Staatsanwaltschaft ihre Berufung zurücknehme. Das verneinte die Vertreterin der Anklage. Sie forderte für die Tat zehn Monate Haft ohne Bewährung.

Das Gericht gab dem Beschuldigten noch mal eine Chance. Es verurteilte ihn zwar zu zehn Monaten, aber auf Bewährung. Damit muss er nicht ins Gefängnis. Außerdem wurden ihm 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit aufgebrummt.

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