Psychiatrie

Witten: EvK-Chef kämpft für gerontopsychiatrische Betten

Eigentlich sollte am EvK Witten ein Psychiatrie-Neubau für 18 Millionen Euro entstehen. Im November erteilte das NRW-Gesundheitsministerium dem Projekt eine Absage.

Eigentlich sollte am EvK Witten ein Psychiatrie-Neubau für 18 Millionen Euro entstehen. Im November erteilte das NRW-Gesundheitsministerium dem Projekt eine Absage.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Nach dem Aus für einen Psychiatrie-Neubau am EvK Witten macht sich jetzt auch die Bürgermeisterin stark für gerontopsychiatrische Betten.

Nach der Absage eines Psychiatrie-Neubaus durch das Land will das Evangelische Krankenhaus (EvK) zumindest gerontopsychiatrische Betten durchsetzen. Die Bürgermeisterin unterstützt diese Pläne. Sie hatte jetzt zu einem Gespräch in Sachen Psychiatrie ins Rathaus eingeladen.

Am Treffen nahmen laut Leidemann – neben EvK-Geschäftsführer Heinz-Werner Bitter – die Landtagsabgeordneten Nadja Büteführ (SPD), Verena Schäffer (Grüne) und Bodo Middeldorf (FDP) teil, außerdem Vertreter der Wittener Ärzteschaft sowie Astrid Hinterthür, Sozialdezernentin des EN-Kreises. Gesprochen worden sei über den Wunsch des Evangelischen Krankenhauses, als Klinik mit einer großen Geriatrie auch gerontopsychiatrische Betten anbieten zu können, so Leidemann.

Gesundheitsministerium lehnte auch gerontopsychiatrische Abteilung am EvK Witten ab

Die Bürgermeisterin, der Wittener Rat und auch Vertreter der Wittener Ärzte hatten sich im vergangenen Jahr öffentlich für den ursprünglich geplanten Psychiatrie-Neubau am EvK eingesetzt. Mitte November war dann die Entscheidung des NRW-Gesundheitsministeriums gefallen: Das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke soll künftig die Pflichtversorgung stationärer psychiatrischer Patienten aus Witten übernehmen.

Das Ministerium hatte nicht nur der geplanten Psychiatrie in Witten eine Absage erteilt, sondern auch der ursprünglich vom Krankenhaus beantragten gerontopsychiatrischen Abteilung. Diese sei „im derzeit geltenden Krankenhausplan nicht vorgesehen und daher abzulehnen“, hieß es aus Düsseldorf. EvK-Geschäftsführer Heinz-Werner Bitter erinnerte in einem Gespräch mit unserer Redaktion an die vom Gesundheitsministerium selbst aufgestellte Bedarfsrechnung für eine stationäre psychiatrische Versorgung in Witten. Diese hätte 43 stationäre Psychiatrie-Betten mehr für notwendig erachtet als jetzt – nach der Entscheidung aus Düsseldorf – im Kreis geschaffen werden, betont Bitter.

Vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen soll das Land jetzt noch einmal seine Sachargumente gegen den geplanten Psychiatrie-Neubau in Witten darlegen. Deshalb habe die Evangelische Krankenhausgemeinschaft Herne/Castrop-Rauxel, zu der das EvK gehört, den Klageweg beschritten, so der Klinik-Geschäftsführer.

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