Kindergärten

Witten: Kitas freuen sich in Coronazeiten über Alltagshelfer

Nadine Schnell (Mi.) arbeitet seit drei Jahren in der Kita Witten-Vormholz. Die Kinderpflegerin kann aufgrund von Corona derzeit Vollzeit arbeiten.

Nadine Schnell (Mi.) arbeitet seit drei Jahren in der Kita Witten-Vormholz. Die Kinderpflegerin kann aufgrund von Corona derzeit Vollzeit arbeiten.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  In Coronazeiten brauchen Kitas mehr Personal. Das Land bezahlt zusätzliche Alltagshelfer. Ein Angebot, das auch in Witten gut angenommen wird.

Sie werden Alltagshelfer genannt und sollen die Kindertageseinrichtungen in Coronazeiten personell unterstützen. Hierfür gibt es seit dem 1. August Geld vom Land. Das Förderprogramm, das zunächst bis zum Jahresende befristet ist, wird von Wittener Kitas gerne in Anspruch genommen. „Mittlerweile sind circa 40 Anträge von Einrichtungen gestellt worden“, sagt Heiko Müller, Leiter der Abteilung Schule und Kindertageseinrichtungen der Stadt Witten.

Jede Kita kann bis zu maximal 10.500 Euro für Alltagshelferinnen und -helfer erhalten. Die Anträge müssen beim Wittener Jugendamt gestellt werden. Das Amt schickt diese dann weiter an den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Müller: „Der LWL bewilligt diese und zahlt.“ Die Alltagshelfer sollen das pädagogische Personal bei einfachen, alltäglichen, nicht-pädagogischen Arbeiten entlasten.

Kita-Leiter aus Witten: „Auch unser Spielzeug muss regelmäßig desinfiziert werden!“

Hiervon profitiert auch die Awo-Kita Kreisstraße. Leiter Patrick Bräuer freut sich über eine zusätzliche Alltagshilfe. Seine neue 25-Stunden-Kraft kommt aus Dortmund und war zuletzt bei einer Möbelfirma im Versand beschäftigt. Jetzt hält die 65-Jährige die Räume der Kita sauber und desinfiziert sie. Bräuer: „Auch unser Spielzeug muss regelmäßig desinfiziert werden!“ Die engagierte Helferin entlaste seine Erzieherinnen, betont der Kita-Leiter. „So können wir uns auf unsere erzieherischen Aufgaben konzentrieren.“

Gute Erfahrungen mit den Alltagshelfern macht auch die evangelische Kirche, die in Witten Trägerin von zwölf Kindertagesstätten ist. Bis auf eine Einrichtung bekam schon jede Kita eine Alltagshilfe. Für die letzte Kita sei jetzt auch eine Kraft gefunden worden, sagt Birgit Crone, theologische Geschäftsführerin des Trägerverbunds für Ev. Kindertageseinrichtungen im Ev. Kirchenkreis Hattingen-Witten. Auch Studentinnen und Mütter seien für diese Arbeit eingestellt worden. „In den letzten drei Wochen haben wir sehr viele Bewerbungen bekommen“, sagt die Pfarrerin. Die neuen Kräfte würden sehr dabei helfen, die Hygienemaßnahmen durchzuführen, die in den Kitas durch Corona notwendig seien.

Mit dem Geld des Landes können auch Desinfektionsmittel bestellt werden

Die acht städtischen Kindertagesstätten in Witten – 57 Kitas gibt’s insgesamt in der Stadt – gehen in puncto Personalaufstockung einen anderen Weg. Die Einrichtungen haben schon vor Corona festangestellte, sogenannte Ergänzungskräfte beschäftigt, die die Erzieher in ihrer Arbeit unterstützen. 15 dieser Kräfte konnten in ihren jeweiligen städtischen Kindertagestätten ihre wöchentliche Arbeitszeit erhöhen, sagt Heiko Müller vom Jugendamt. „Sie haben die Möglichkeit, befristet bis zum 31. Dezember Überstunden abzuleisten.“ Da es sich um städtische Angestellte handele, bezahle dies die Stadt, so Müller.

Die Stadt findet diese Lösung sinnvoller, als neues Personal, das von außen kommt, einzustellen. Einarbeitungszeiten zum Beispiel entfielen, sagt Heiko Müller. Aus dem Finanztopf des Landes für Alltagshelfer könne die Stadt zum Beispiel Desinfektionsmittel und Masken für ihre Kitas bestellen.

„Die Leute bleiben bei Krankheitsanzeichen jetzt eher zuhause“

Die Kita Vormholz ist in städtischer Trägerschaft. Hier konnten vier sogenannte Ergänzungskräfte ihre Arbeitszeit durch Überstunden aufstocken. Eine davon ist Nadine Schnell. Die 30-Jährige kann jetzt – befristet bis zum Jahresende – Vollzeit arbeiten, vier Wochenstunden mehr als bisher. Was die gelernte Kinderpflegerin und ihre Chefin freut. Kita-Leiterin Warmer-Wittpoth spricht auch über ihre „Personalausfälle“ in Coronazeiten: „Die Leute bleiben bei Krankheitsanzeichen jetzt eher zuhause, etwa bei Halsschmerzen. Da brauchen wir personelle Puffer.“

Nicht zuletzt sei der Arbeitsaufwand in Coronazeiten höher. „Die Kinder dürfen sich zum Beispiel nicht mehr alleine die Getränke nehmen, sich beim Mittagessen nicht mehr selbst bedienen.“ Einen Coronafall habe es in der Einrichtung zum Glück noch nicht gegeben. Warmer-Wittpoth: „Alle 14 Tage können sich die Kita-Mitarbeiter auf Corona hin testen lassen. Dies ist ein freiwilliges, kein verpflichtendes Angebot.“

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