Theaterverein Stockum

Witten: Junge Stockumer feiern geglückte Tintenherz-Premiere

Spannend wie das Buch ist auch die Wittener Aufführung von „Tintenherz“. Denn um an das Buch zu kommen, sperren die Verräter sperren Mo, Meggie und Elinor in eine Zelle.

Spannend wie das Buch ist auch die Wittener Aufführung von „Tintenherz“. Denn um an das Buch zu kommen, sperren die Verräter sperren Mo, Meggie und Elinor in eine Zelle.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten.  Der Stockumer Theaterverein inszenierte „Tintenherz“ nach dem Buch von Cornelia Funke. Die Proben stellten die Wittener vor Herausforderungen.

Die Nachricht war natürlich ein Dämpfer für das Ensemble. Wenige Tage vor der Premiere meldete sich eine der Darstellerinnen krank. Und so musste das Regie-Team aus Jasmin Barthold und Florian Schmalstieg noch auf den letzten Drücker einen Ersatz auftreiben. Am Ende schlüpfte Miriam Schiller in die Rolle des Schurken Basta aus „Tintenherz“. Was dem Publikum nicht auffiel. „Notbesetzung“? Das junge Regie-Team feierte am Samstagnachmittag eine gelungene Premiere ihrer Cornelia-Funke-Adaption.

Selbstverständlich war das nicht, wie die beiden Theatermacher über ihr erstes Projekt auf dem Regiestuhl erzählten. Stress war da natürlich unvermeidbar, sagt Jasmin Barthold: „Es kann im Probenraum natürlich mal lauter werden.“ Doch allen Beteiligten ging es in erster Linie um den Spaß: „Der steht natürlich im Vordergrund, wir sehen es als Hobby.“

Für dieses Hobby mussten auch die beiden Regisseure überall mitanpacken. Es gab genug zu tun: Tickets und Plakate mussten hergestellt und bestellt werden, Kostüme fehlten und ein Transportmittel musste organisiert werden. Denn dem Stockumer Theaterverein fehlt eine eigene Bühne. Früher konnten sie eine Grundschule im Stadtteil nutzen. Der Verein TuS Stockum stellte diesmal erneut einen Raum zur Verfügung.

Ohne feste Bühne ist so eine Kulisse alles andere als selbstverständlich

Hier, wo sonst die Körper der Sportler gepflegt werden, erscheint nun die Märchenwelt aus „Tintenherz“: Eine alte Scheune, in welcher der alte Buchbinder Mo (souverän gespielt von Alexander Wilczek) mit seiner Tochter Meggie (mit Katrin Sloniewski gut besetzt) lebt. Oder die Bücherwand, vor der sich Mo in seine Werke vertieft. Doch ohne feste Bühne ist so eine Kulisse alles andere als selbstverständlich, so Schmalstieg: „Es muss alles transportabel sein.“

„Wir konnten uns immer auf die Schauspieler verlassen“

Beide konnten sich während der Proben auf ein eingespieltes Team verlassen. Schließlich existiert der Stockumer Theaterverein schon seit über 25 Jahren. „Jeder kennt jeden“, sagt Barthold, die sich mit dem elfköpfigen Ensemble zufrieden zeigte: „Wir konnten uns auf die Schauspieler verlassen.“ Und dann gab es natürlich noch die erfahrenen Vereinsmitglieder der ersten Stunde.

Durch sie schnupperte Barthold vor 20 Jahren erstmals in die Theatertätigkeit hinein. Zunächst als Zuschauerin, wie sich die heute 29-Jährige erinnert: „Ich bin damals schon in die Sonntagsstücke hineingegangen.“ Doch schnell wurde sie gefragt, ob sie auch mitmachen will. Was sich schnell ergab. Zunächst auf, schließlich hinter der Bühne. „So kam ich über kleinere Rollen zu Regie-Posten.“

Und dann gleich diese aufwändigen Märchenwelten aus Cornelia Funkes Erfolgsroman? „Ich finde es schön, wie die Fantasy-Elemente in die Realität geholt werden“, sagt Florian Schmalstieg über die Vorlage.

Auch der 21-Jährige kann sich über einen gelungen Premieren-Nachmittag freuen, der bei Freunden und Familie auf der Tribüne gut ankommt. So honorieren sie eine Jonglage-Einlage mit bunten Tüchern mit Extra-Applaus. Am Ende fällt es gar nicht erst auf, dass es eine Notbesetzung gab.

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