Kommunalwahl

Witten: Jugendliche diskutieren online mit BM-Kandidaten

Die Bürgermeisterkandidaten Wittens haben sich in Video-Chats den Fragen von Jugendlichen gestellt. Ann-Kathrin Hegger war eine der Moderatorinnen der Diskussionsveranstaltung des Jugendrings Witten.

Die Bürgermeisterkandidaten Wittens haben sich in Video-Chats den Fragen von Jugendlichen gestellt. Ann-Kathrin Hegger war eine der Moderatorinnen der Diskussionsveranstaltung des Jugendrings Witten.

Foto: Hegger

Witten.  Wittens Bürgermeisterkandidaten haben sich den Fragen von Jugendlichen gestellt – wegen Corona online in Videochats. Was die jungen Leute bewegt.

Der CDU-Bürgermeisterkandidat von Witten ist an diesem Abend einfach nur Lars – ohne König, ohne „Sie“. Martin Strautz vom Bürgerforum gibt Einblicke in sein Privatleben mit zwei Töchtern und einem Sohn. Und wenn Hans-Peter Skotarzik spricht, können die Zuhörer im Hintergrund Familienfotos erahnen: Bei einer vom Jugendring Witten organisierten Online-Diskussionsrunde gaben sich die Bürgermeisterkandidaten am Donnerstagabend (27.8.) ganz nahbar und privat.

Per Video-Konferenz standen sie den Jugendlichen der Stadt über mehrere Stunden Rede und Antwort. In sechs virtuellen Räumen, in die sich die Teilnehmer per Video zuschalten konnten, ging es um die Themen Stadtentwicklung, Jugendförderung, Sport, Schule, Umwelt und Soziales.

Bürgermeisterkandidaten aus Witten beantworten jeweils 20 Minuten Fragen zu einem Thema

Eigentlich hatten der Jugendring und der Ring politischer Jugend eine Art „Speed-Dating“ für junge Leute mit Leidemann und Co geplant, sagt Benedict Malz, Sprecher des Rings politischer Jugend. An verschiedenen Themen-Tischen sollten sich die Politiker den Fragen der Jugendlichen stellen. Dann kam Corona und die Organisatoren entwickelten das virtuelle Format.

Jeder Politiker nahm dabei in jedem Themen-Raum jeweils 20 Minuten Stellung und wechselte dann in den nächsten virtuellen Raum. Die Jugendlichen konnten frei zwischen den Räumen und Diskussionen hin und her wechseln. „Wir haben am Beginn der Planung nicht mit neun Kandidaten gerechnet“, sagt Ann-Kathrin Hegger vom Vorstand des Jugendrings. Wegen der Vielzahl an Bewerbern nahm der Austausch zwischen Politik und Jugend so aber fast fünf Stunden in Anspruch.

Besonders Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Stadtentwicklung interessiert die Jugendlichen aus Witten

Besonders die Themen Nachhaltigkeit, Umweltschutz und die künftige Stadtentwicklung brannten den Jugendlichen unter den Nägeln. Welche Chancen gibt es für eine autofreie Innenstadt? Wie will die Stadt mit der zunehmenden Trockenheit umgehen? Welche Möglichkeit sehen die Kandidaten für mehr Dachbegrünung?

Aber auch der Umbau der Pferdebachstraße bewegt die jungen Menschen. Vor allem, weil momentan der Rheinische Esel an dieser Stelle unterbrochen ist und Fahrradfahrer einen großen Umweg radeln müssen. Oder die Gefahrenstelle an der Ruhrstraße in Höhe des Café del Sol. „Ja, das ist eine Katastrophe“, sagt dazu etwa Lars König von der CDU. Die Umsetzung des Radverkehrskonzepts müsse Priorität haben.

Radwege und Nahverkehr sind für junge Menschen wichtig

Überhaupt ist die Verbesserung der Radwege ein großes Thema für die Teilnehmer. Schließlich sind die meisten von ihnen auf dieses Fortbewegungsmittel angewiesen. Ebenso wie auf Bus und Bahn. Auch das Thema ÖPNV kommt daher an diesem Abend immer wieder zur Sprache. Wie stehen die Chancen für eine kostenlose Fahrt im Innenstadtbereich? Sinnvoll fände das Pirat Stefan Borggraefe. Aber auch andere Optionen seien – vor allem im Hinblick auf die Finanzierung – denkbar: „Man könnte mit einem Jahresticket für 365 Euro starten, also ein Euro pro Tag.“

Wieso wurden die Busverbindungen, gerade in den Hölzern, verschlechtert und was kann man da machen? „Das Thema soll auf die Nahverkehrsplanung im Frühling“, versichert Sonja Leidemann. Betont aber auch: „Zuständig dafür ist in erster Linie der Kreis.“

Wichtig ist den jungen Menschen auch die Zukunft der Schulen. Wie wollen die einzelnen Politiker investieren? „Digitalisierung ist nicht alles“, findet etwa Hans-Peter Skotarzik. „Auch die Gebäude müssen saniert werden.“

Immer wieder kommt die gerade in Betrieb genommene Solaranlage auf dem Dach des Schiller-Gymnasiums zur Sprache. So etwas könne es doch auch bei anderen Schulen geben, so der Tenor der Jugendlichen.

„Wir waren sehr positiv überrascht, dass so viele bis zum Schluss dabei geblieben sind“, freut sich Mit-Organisatorin Hegger. Insgesamt zählte das Organisatorenteam zwischen 40 und 60 Teilnehmer. „Es war einfach eine Begegnung der anderen Art mit den Kandidaten, ein intimes Erlebnis, ein politisches Sofa-Gespräch.“ Das habe den Reiz der Veranstaltung ausgemacht. Der Blick ins Wohnzimmer der Kandidaten habe sie sehr viel nahbarer gemacht.

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