Saalbau Witten

Witten: Im Theatersaal dürfen nur noch 98 Zuschauer sitzen

Jasmin Vogel, Chefin des Wittener Kulturforums, und Markus Barisch, zuständig  für die Organisation der Kulturveranstaltungen, zeigen die neue Sitzordnung im  Saalbau Witten. Auf Plätzen ohne T-Shirt dürfen Zuschauer sitzen.

Jasmin Vogel, Chefin des Wittener Kulturforums, und Markus Barisch, zuständig für die Organisation der Kulturveranstaltungen, zeigen die neue Sitzordnung im Saalbau Witten. Auf Plätzen ohne T-Shirt dürfen Zuschauer sitzen.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Das Kulturforum Witten setzt in Coronazeiten auf Sicherheit: Auf über 690 Gäste wird bei Veranstaltungen im Theatersaal des Saalbaus verzichtet.

Nach der Corona-Zwangspause ab Mitte März hieß es im Saalbau am 9. September wieder Bühne frei – für das Musical „Rock of Ages“. Im großen Theatersaal musste – coronabedingt – rund jeder zweite Sitzplatz frei bleiben. Jetzt werden aufgrund der stark gestiegenen Coronazahlen nur noch 98 der eigentlich 791 Zuschauerplätze im Saal vergeben.

Das Team des Kulturforums macht auf die neue Sitzordnung nicht mit Flatterbändern, sondern kreativ aufmerksam. Über jeden Sitz, der frei bleiben muss, wurde ein farbenfrohes T-Shirt im XXXL-Format gezogen – mit aufmunternden Aufdrucken wie „Alles wird gut“ oder „Stay positive“. Der Theatersaal werde vier Mal in der Stunde komplett mit neuer Frischluft von außen versorgt, betont Kulturforums-Chefin Jasmin Vogel. „Unsere Klimaanlage saugt die Frischluft von außen an und gibt sie nach außen ab.“

Die Maskenpflicht beginnt schon auf dem Parkdeck des Saalbaus Witten

Konnten Zuschauer bislang ihren Mund-Nasen-Schutz am Sitzplatz abnehmen, muss dieser jetzt während einer gesamten Veranstaltung getragen werden. Hinweisschilder sollen die Gäste darauf hinweisen, dass die Maskenpflicht schon auf dem Parkdeck des Saalbaus beginnt. Auch wenn die Showpianisten David & Götz am Mittwoch (28.10.) auf der Saalbau-Bühne stehen. Das Duo, dessen Wittener Auftritt am 25. März dem Lockdown zum Opfer gefallen war, verspricht für diesen Kulturabend „Virtuosität, Humor und Gesang an zwei Flügeln“.

Freuen können sich Kulturfans am 2. November auf die musikalische Komödie „Drei von der Tankstelle“ – nach dem Tonfilm-Klassiker von Werner Richard Heymann. Am 3. November kommt der in den 30er Jahren spielende Krimi „Marlow“ nach dem Roman von Volker Kutscher auf die Saalbau-Bühne, inszeniert vom Westfälischen Landestheater. Kutschers Romane waren die Vorlage zur derzeit laufenden TV-Serie „Babylon Berlin“. „Spark – die klassische Band“ ist am 7. November im Theatersaal des Saalbaus zu hören. Ein Kammermusik-Ensemble, das neue Musik und klassische Werke in eigener Neuinterpretation darbietet.

Rumänisches Staatsballett tanzt am 7. Dezember nicht auf der Saalbau-Bühne

Die für den 8. November geplante Konzertshow „Alexandra“ der Sängerin Cornelia Corba fällt aus. Zu ihr hatte die Theatergemeinde „Volksbühne Witten“ eingeladen. Diese hat ihre Veranstaltungen im Saalbau bis einschließlich 13. Januar abgesagt. Geschäftsführerin Dorothee Bloch hatte dies am Freitag (23.10.) gegenüber unserer Redaktion mit der derzeit zu geringen Sitzplatz-Zahl im Saalbau begründet. Das Wittener Kulturforum hat die Kinder-Veranstaltung „Fünf Freunde auf neuen Abenteuern“ abgesagt, die am 5. November nachmittags gezeigt werden sollte. Der Grund: Das Stück wurde gar nicht produziert. Stattdessen wird am 9. Dezember (ab 16 Uhr) das Kindertheater „Der Zauberer von Oz“ vom Westfälischen Landestheater Castrop-Rauxel zu sehen sein, so Judith Papierz vom Kulturforum.

Ersatzlos gestrichen wird „Der Prinz und der Bettelknabe“ der Konzertdirektion Landgraf am 7. Dezember. Das klassische Ballett nach dem gleichnamigen Roman von Mark Twain könne in Coronazeiten nicht aufgeführt werden, so Papierz. Die Tänzerinnen und Tänzer des Rumänischen Staatsballetts kommen sich auf der Bühne zu nahe.

Kulturforum versucht, Verluste durch eingeworbene Fördergelder in Grenzen zu halten

Kulturforums-Chefin Jasmin Vogel betont, wie wichtig der Saalbau in den vergangenen Monaten für Witten gewesen sei. Abiturprüfungen seien in Coronazeiten hier abgenommen worden, auch Prüfungen der Uni Witten/Herdecke. Vogel: „Rats- und Ausschusssitzungen haben hier stattgefunden, das Stadtarchiv hat hier seit Monaten seinen Leseraum. Wir haben hier die Fläche für so etwas und das Know-how unseres Personals.“ Allerdings werde man aufgrund der Coronalage 2020 und auch 2021 Verluste einfahren. Jasmin Vogel: „Wir versuchen das aber im Rahmen zu halten und kümmern uns seit Monaten um Fördergelder von Land und Bund sowie von Stiftungen.“

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