Universitätsstadt

Witten führt jetzt die Universität im Schilde

Mit dem neuen (r.) und dem alten Ortseingangsschild (v.li.): Uni-Präsident Martin Butzlaff, Klaus Völkel, Geschäftsführer der Universitätsgesellschaft, Bürgermeisterin Sonja Leidemann, Ulrich Heinemann, Präsident der Universitätsgeselleschaft, und Ideengeber Simon Nowack, Ratsherr der Wittener CDU. Foto: Jürgen Theobald

Foto: FUNKE Foto Services

Mit dem neuen (r.) und dem alten Ortseingangsschild (v.li.): Uni-Präsident Martin Butzlaff, Klaus Völkel, Geschäftsführer der Universitätsgesellschaft, Bürgermeisterin Sonja Leidemann, Ulrich Heinemann, Präsident der Universitätsgeselleschaft, und Ideengeber Simon Nowack, Ratsherr der Wittener CDU. Foto: Jürgen Theobald Foto: FUNKE Foto Services

Witten.  Die erste Wittener Ortstafel mit dem Zusatz „Universitätsstadt an der Ruhr“ wurde enthüllt. 74 Tafeln sollen noch folgen. Die private Hochschule will weiter wachsen.

Witten führt jetzt die Universität im Schilde: Die erste gelbe Ortstafel mit dem Namenszusatz „Universitätsstadt an der Ruhr“ wurde am Freitag an der unteren Ruhrstraße aufgestellt. Die alte daneben wurde später am Sockel abgeflext. In den nächsten Monaten sollen 75 neue Schilder alle alten ersetzen.

In der Nähe des Café del Sol war endlich mal wieder „Enthüllungsjournalismus“ gefragt. Gemeinsam befreiten Vertreter von Stadt, Privatuniversität und Universitätsgesellschaft sowie Ideengeber Simon Nowack das Schild von der blauen Plastikfolie, die es verdeckt hatte.

Butzlaff: Uni hat Anteil am Wachstum der Stadt

„Für mich ist das ein ganz starkes Symbol für den Strukturwandel in Witten und im Ruhrgebiet“, war Universitätspräsident Prof. Martin Butzlaff (54) „hocherfreut“. Er erinnerte daran, dass Witten über mehrere Jahre hinweg Einwohner verloren habe. Jetzt wachse die Stadt wieder. Die Privatuni habe ihren Anteil an diesem Wachstum „und dass wieder neue und junge Mitbürger nach Witten kommen“.

Die 1983 mit 27 Studierenden gestartete Uni hat aktuell 2300 Studenten und befindet sich weiter auf Wachstumskurs. Der Masterplan Universität zielt auf 3000 Studierende im Jahr 2030. „Aber wir sind nach oben offen, da haben wir uns keine Seehofersche Obergrenze gesetzt“, sagte Butzlaff.

Bürgermeisterin Sona Leidemann (56) dankte den Sponsoren, ohne deren Geld die Unigesellschaft das „imageträchtige Projekt“ nicht hätte umsetzen können. Das Bemühen, „Stadt und Universität zusammenwachsen zu lassen“, müsse fortgesetzt werden, so die Bürgermeisterin. Es zeigt schon an vielen Stellen Früchte. So hätten erfreulich viele junge Leute im Wiesenviertel Fuß gefasst und junge Familien Blumenpatenschaften im Voß’schen Garten übernommen. Sie selbst habe „die Universität seit meinem Amtsantritt auf meiner Visitenkarte“, sagte die Bürgermeisterin. Also seit 2004. Ungeachtet des feierlichen Anlasses erinnerte sie am Freitag auch an den „hohen bürokratischen Aufwand“ den die Umsetzung der Neubeschilderung gekostet habe. „Da hat man schon gemerkt, dass wir in Deutschland sind“.

Mehrheit gab es erst im zweiten Anlauf

CDU-Ratsherr Simon Nowack (31) hatte sich 2011 zunächst in der Union für die „Universitätsstadt“ stark gemacht. Er hat selbst an der Wittener Hochschule Wirtschaftswissenschaften studiert. Er betont zugleich, dass die Ergänzung „an der Ruhr“ auf eine „Stadt im Grünen“ verweise. Der CDU-Vorstoß im Rat bekam damals zwar eine Mehrheit, aber nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit. Die gab es dann im zweiten Anlauf 2014, als die Groko sich das Projekt auf die Fahnen schrieb.

Auch interessant
Leserkommentare (4) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik