Coronavirus

Witten: Ex-Studenten starten Kondolenzseite für Coronatote

Das Übergabe-Team (v.l.): Mike Rommerskirch, Eva Maria Gruber, Christian Köbke, Franziska Anuhsi Jagoda, Alexander Hochmuth

Das Übergabe-Team (v.l.): Mike Rommerskirch, Eva Maria Gruber, Christian Köbke, Franziska Anuhsi Jagoda, Alexander Hochmuth

Foto: UWH

Ex-Studenten der Uni Witten haben eine Kondolenzseite gestartet. Sie erinnern an Menschen im Gesundheitswesen, die in der Krise gestorben sind.

Witten. Es ist ihre Aufgabe, anderen zu helfen – dabei geben sie manchmal ihr eigenes Leben: Durch die Corona-Pandemie sind bereits viele Menschen verstorben, auch Beschäftigte im Gesundheitswesen. Denn Menschen, die Betroffene versorgen, sind verstärkt dem Risiko einer Infektion ausgesetzt. Um der Verstorbenen zu gedenken, haben nun die Verantwortlichen des Podcasts „Übergabe“ – fünf ehemalige Pflegewissenschaft-Studierende der Uni Witten (UW/H) – eine Internetseite gestartet, auf der sie verstorbene Personen vorstellen und betroffene Familien, Freunden, Kolleginnen und Kollegen zu Wort kommen lassen möchten.

Team bittet um Hinweise auf Betroffene

„Leider sind Berichterstattungen über Personen, die im Gesundheitswesen tätig waren und durch eine Infektion mit Covid-19 verstorben sind, sehr selten“, erläutert Franziska Jagoda, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Pflegewissenschaft an der UW/H, die Motivation für die Kondolenzseite. „Wir möchten das ändern und gemeinsam genau dieser Menschen gedenken.“

Daher bittet das Übergabe-Team, ihnen Hinweise auf verstorbene Personen, Angehörige oder Freunde zukommen zu lassen. Franziska Jagoda: „Gerne würden wir auf dieser Seite den Namen, das Arbeitssetting und ein Bild von verstorbenen Beschäftigten im Gesundheitswesen veröffentlichen.“

„Bisher gibt es noch keine derartige Seite in Deutschland“

Entstanden ist die Kondolenzseite in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe Nordwest und Anna Wardega, der Initiatorin von #respectnurses. „Bisher gibt es noch keine derartige Seite in Deutschland“, sagt Franziska Jagoda. „Wir finden aber, dass sie dringend nötig ist. International gibt es einige Vorbilder, zum Beispiel aus Großbritannien. Wir versuchen, den Leuten neben der Möglichkeit eines Kondolenzbesuchs auch Informationen zu Verstorbenen durch deren Angehörige zur Verfügung zu stellen. Ziel ist es, den Personen ein Gesicht zu geben, die uns in dieser Krise geholfen haben.“

Die Seite erreicht man unter: https://uebergabe.de/podcast/covid19

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