Corona

Witten: EN-Kreis steuert auf Corona-Inzidenz von 100 zu

Maskenpflicht gilt nun wegen der Corona-Pandemie in Teilen der Wittener Innenstadt. Damit reagiert der Kreis auf die steigenden Infektionszahlen.

Maskenpflicht gilt nun wegen der Corona-Pandemie in Teilen der Wittener Innenstadt. Damit reagiert der Kreis auf die steigenden Infektionszahlen.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Witten.  Zwei Corona-Ausbrüche in Altenheimen in Herdecke treiben die Zahlen im EN-Kreis nach oben. Doch auch in Witten verschärft sich die Lage.

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis nähert sich weiter der Marke von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Der kritische Wert liegt nun bei 99,65 (Vortag 99,35). Von Samstag auf Sonntag kamen 30 Neuinfektionen hinzu – deutlich weniger als in den Tagen zuvor.

Mit 76 neu bestätigten Fällen innerhalb von 24 Stunden hatte das Gesundheitsamt am Freitagmorgen einen Rekord vermeldet. Am Samstag ist zudem ein 82-jähriger Mann aus Herdecke im Krankenhaus verstorben, der sich mit dem Coronavirus infiziert hatte. Damit steigt die Zahl der Menschen, die im Kreis mit oder an dem Virus gestorben sind, auf 19.

61 Corona-Infektionen in Altenheim in Herdecke

Der Mann wohnte zuvor im Seniorenhaus Kirchende in Herdecke. Die Einrichtung zählt bislang insgesamt 61 Corona-Fälle unter den 179 Bewohnern und Mitarbeitern. 42 Bewohner und 19 Mitarbeiter haben sich mit dem Virus angesteckt. Am 12. Oktober hatte der Krisenstab zwei positive Fälle unter Mitarbeitern des Seniorenhauses öffentlich gemacht. Es folgten zahlreiche Tests. Das gesamte Heim wird nun wöchentlich getestet, bis keine positiven Befunde mehr auftreten.

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Auch das Seniorenheim Parkanlage Nacken in Herdecke kämpft nun mit einem größeren Corona-Ausbruch. Wegen zweier positiver Fälle in der vergangenen Woche wurden alle Mitarbeiter und Bewohner am Freitag abgestrichen. Ergebnis: 26 Corona-Fälle, davon 19 Bewohner.

Gesamtes Seniorenheim befindet sich in Quarantäne

In Absprache mit dem Gesundheitsamt hat das Heim Vorkehrungen getroffen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Das gesamte Heim befindet sich in Quarantäne, Besuche sind nicht gestattet. Die betroffenen Wohnbereiche wurden separiert. In der kommenden Woche stehen erneut Tests für alle Bewohner und Mitarbeiter an.

Die insgesamt 87 Corona-Fälle aus den beiden Altenheimen schlagen sich deutlich in den Fallzahlen nieder. So verzeichnete Herdecke vor zwei Wochen insgesamt 84 Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie. Eine Woche später waren es bereits 130, am Sonntag (25.10.) dann 178. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in der kleinen Stadt mit ihren rund 22.700 Einwohnern bei 210,94. Und damit deutlich über dem kreisweiten Wert.

Inzidenzwert in Witten hat sich innerhalb einer Woche fast verdreifacht

Doch auch in Witten selbst zieht das Infektionsgeschehen an. Ablesbar ist das auch hier am Inzidenzwert. Dieser hat sich innerhalb von einer Woche fast verdreifacht: Von 27,34 am vergangenen Sonntag (18.10.) auf jetzt 74,95 (25.10.).

„Das Überschreiten der 100er Marke ist, wie in vielen anderen Kreisen und Städten in Nordrhein-Westfalen, absehbar“, sagte Landrat Olaf Schade bereits am Freitag. Der Kreis will darauf aber voraussichtlich nicht mit einer weiteren Allgemeinverfügung reagieren. Vielmehr appelliert der Landrat an die Bevölkerung, die geltenden Regeln einzuhalten. Zudem hofft man auf einheitliche Vorgaben aus Düsseldorf.

Insgesamt zählt der Kreis nun 1476 bestätigte Corona-Fälle (Stand Sonntag, 25. Oktober, 9 Uhr). Von diesen gelten 1035 als genesen, 422 sind aktuell mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. 25 Covid-19-Patienten (-2) werden derzeit in Krankenhäusern stationär versorgt. Einer von ihnen wird intensivmedizinisch betreut und beatmet. In häuslicher Quarantäne befinden sich 1303 (Vortag 1315) Personen.

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