Jahresrückblick

Witten: Diese Themen bewegten die Stadt 2019 - Teil 1

Zur ersten „Fridays for Future“-Demonstration in Witten Anfang Februar kamen rund 400 Teilnehmer auf den Rathausplatz und zogen durch die Innenstadt.

Zur ersten „Fridays for Future“-Demonstration in Witten Anfang Februar kamen rund 400 Teilnehmer auf den Rathausplatz und zogen durch die Innenstadt.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten.  Der Jahresrückblick für Witten: Eiswagen brennen, Schüler werden von einer Alm gerettet. Themen, die die Stadt zwischen Januar und Juni bewegten.

Ob Besucherrekord bei den Rodelwochen auf dem Hohenstein, die erneute Brandstiftung bei den Vizzinis oder der Beginn der Klimaproteste der „Fridays for future“-Bewegung in Witten: In der ersten Jahreshälfte 2019 war fiel los in der Ruhrstadt. Hier lesen sie den ersten Teil unseres Jahresrückblicks auf das (fast) vergangene Jahr.

Januar: Rodel-Rekord, eine Rettung aus der Luft und Schlangen-Alarm in Heven

Rund 10.000 Gäste hatten auf der eigens präparierten Rodelpiste auf dem Hohenstein mächtig Spaß. Das waren so viele wie noch nie. Einziges Ärgernis für die Organisatoren: Vandalen hatten während der Rodelwoche die Schneekanone und die Glühweinbar „Gran Paradiso“ zerstört.

Ungeplant filmreif verlief die Skifreizeit der Hardenstein-Gesamtschule in Österreich. Die 55-köpfige Gruppe aus Schülern und Lehrern wollte eigentlich ein paar idyllische Tage auf einer Alm verbringen. Doch schon kurz nach der Ankunft verschärfte sich die Situation. Starker Schneefall sorgte für akute Lawinengefahr. Die Gruppe steckte auf dem Berg fest, eine Rückkehr ins Tal wurde unmöglich. In einer dramatischen Rettungsaktion wurden die Wittener schließlich mit zwei Helikoptern des österreichischen Bundesheers ausgeflogen.

Tierische Aufregung in Heven: Auf einem Dach wurde eine große Schlange gesichtet. Feuerwehrmann Dietmar Bierey konnte aber schnell Entwarnung geben – der Python war nur ein Kunststoff-Tier.

Februar: 400 Schüler schwänzen fürs Klima und ein SEK-Einsatz

Zum ersten „Friday for Future“ in Witten kamen viel mehr Teilnehmer als erwartet. Am Ende gingen rund 400 Schüler für den Umweltschutz auf die Straße. Laura Schmidt (18) vom Organisationsteam machte gleich in ihrer Eröffnungsrede klar, worum es ging: „Ich bin hier, weil ich es satt habe und weil ich wütend bin. Es kann nicht sein, dass Sie die Wirtschaft über unsere Zukunft stellen“, wendete sie sich an die Politik.

Mit Transparenten und Plakaten – manche kurzerhand gebastelt aus den Rückseiten eines Schreibblocks – zog der Klimaschutz-Tross vom Rathausplatz über die Bahnhofstraße zum Berliner Platz. Die Plakat-Slogans der Schüler waren einmal fordernd, einmal ironisch: „Das Klima ist aussichtsloser als mein Abi.“

SEK nimmt Wittener fest

Sonderermittler der Polizei Dortmund haben in Marl und Witten drei Männer einer Wittener Baufirma verhaftet. Sie sollen eine Dortmunder Familie erpresst haben. Sofern der Vater nicht zahle, werde seiner Tochter etwas passieren, soll die Drohung gelautet haben.

März: Karneval, Sturmtief Eberhard und sechs musikalische Jungs

Der König und sein Hofstaat – Rosenmontag herrschte am Wittener Hauptbahnhof wieder der Ausnahmezustand. Mit dem Zug machten sich feierwütige Jecken auf den Weg in die rheinischen Karnevalshochburgen. Auch in der Ruhrstadt wurde gefeiert – in Lokalen und auf privaten Partys.

Sturmtief Eberhard hat Witten Anfang März ordentlich durchgerüttelt. Zahlreiche Bäume im Stadtgebiet wurden entwurzelt, Ziegel flogen von den Dächern. Alles, was nicht gesichert war, machte sich in den Böen selbstständig – so wie die Papiertonne, die im Pleßbach im Hammertal langsam volllief. Die Feuerwehr war in Witten mit 100 Leuten im Einsatz.

Als „Guns n’ Roses“ sind sechs Wittener Jungen 1994 bei der „Mini Playback Show“ aufgetreten. Die Stockumer Benjamin, Jörn, Sebastian, Nils, Dennis und Benjamin (v. li.) durften Bühnenluft bei Moderatorin Marijke Amado schnuppern. Der Fernsehsender RTL hatte die „Jungs“ im März für einen Fernsehbeitrag gesucht – und mit tatkräftiger Hilfe der Leser auf waz.de schließlich auch gefunden.

Mai: Brandstiftung bei den Vizzinis, Europawahl und die Himmelfahrtskirmes beginnt

Ein Jahr nach dem Brand ihres Eiswagens hat es die Vizzinis im Mai wieder schwer getroffen. Gleich zwei Eiswagen gingen in Flammen auf. Schnell kam auch bei der Kripo der Verdacht auf, dass es sich wie schon im März 2018 um Brandstiftung handeln könnte. Unterkriegen ließen sich Teresa und Giovanni Vizzini nicht und gingen mit einem geliehenen Eismobil schnell wieder auf Tour.

Eiswagen in Witten- Polizei bestätigt Brandstiftung

Grüne triumphieren bei Europawahl

Witten war bei der Europawahl Ende Mai die grünste Stadt im Ruhrgebiet. Mit genau 25,6 Prozent holten die Grünen im Mai das beste Ergebnis im Revier und waren erstmals stärkste Partei in Witten. „Das ist ein großer Ansporn, uns weiter für Umweltschutz, Gesundheit, Menschenrechte und einen sozialen Staat einzusetzen“, sagte Vorstandsmitglied Paul Wood stolz.

Himmelfahrtskirmes verzaubert

Bei herrlichem Wetter zog es viele Ruhrstädter wieder auf die Himmelfahrtskirmes, die vom 30. Mai bis 3. Juni an der Ruhr- und Bergerstraße und im Voß’schen Garten stattfand. Im Batmobil oder Raumschiff die „Piste“ unsicher machen oder mit der Armbrust auf Luftballons feuern – vor allem für Kinder war die Himmelfahrtskirmes ein Abenteuerland. Für die Großen gab’s Live-Musik.

Juni: Kemnade steht in Flammen und der Ratskeller schließt unerwartet

Ein ganz besonderes musikalisches Bonbon gab’s diesmal bei „Kemnade in Flammen“ im Mai. Das viertägige Volksfest im Hafen Oveney rockte die Kult-Band Hot Chocolate. Mit ihren Hits wie „You sexy thing“ aus den 70er und 80er Jahren zündeten die Musiker ein Partyfeuerwerk der Extraklasse.

Wittens gute Stube gibt es nicht mehr. Der Ratskeller hat im Sommer dichtgemacht. „Am Ende hat es einfach doch nicht gereicht. Ich bedanke mich für 41 tolle Jahre“, sagte Werner Schmidt. Der alteingesessene Wittener Wirt betrieb das Restaurant mit seinem Sohn Robin. Einen Nachfolger gibt’s noch nicht.

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