Projekt

Witten: Denkmalschändung in den 20ern beschäftigt Schüler

Schüler der Holzkampschule in Witten haben sich in dem Projekt "Demokratie als Feind" mit der Beschädigung des Republikaner-Denkmals am Hohenstein Ende der Zwanziger Jahren beschäftigt. Sie erstellten eine Schaufenster-Installation am Märkischen Museum und eine Zeitung. Von links:  Projektkoordinator Timo Nahler, Stadtarchiv-Leiterin Martina Kliner-Fruck, Simon Schramm, Melissa Müller, Kristina Spang, Gina Nitescu, Gina Dahlmann und Lehrerin Stefanie Hagedorn (v.l.).

Schüler der Holzkampschule in Witten haben sich in dem Projekt "Demokratie als Feind" mit der Beschädigung des Republikaner-Denkmals am Hohenstein Ende der Zwanziger Jahren beschäftigt. Sie erstellten eine Schaufenster-Installation am Märkischen Museum und eine Zeitung. Von links: Projektkoordinator Timo Nahler, Stadtarchiv-Leiterin Martina Kliner-Fruck, Simon Schramm, Melissa Müller, Kristina Spang, Gina Nitescu, Gina Dahlmann und Lehrerin Stefanie Hagedorn (v.l.).

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten.  Ein Geschichtskurs der Holzkampschule in Witten hat sich mit dem Republikaner-Denkmal beschäftigt. Dabei sammelten Schüler wichtige Erkenntnisse.

Schüler eines Geschichtskurses von der Holzkamp-Gesamtschule in Witten haben sich während des Projektes „Demokratie als Feind – das völkische Westfalen“ mit dem Republikaner-Denkmal beschäftigt. Das Denkmal, das auf dem Hohenstein errichtet worden ist und demnächst saniert werden soll, war während der Weimarer Republik eines der ersten demokratischen Denkmäler in Deutschland. Ende der Zwanziger Jahre wurde es mehrfach von Rechtsradikalen beschädigt.

Die Gesamtschüler entwarfen in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv eine Schaufensterinstallation, die nun am Märkischen Museum und der Bibliothek für mindestens vier Wochen gezeigt wird. Zu dem Projekt gehörte auch das Erstellen einer Zeitung, die nach dem Vorbild der 1920er-Jahre gestaltet ist und die Erkenntnisse der Schüler in selbst verfassten Artikeln und historischen Quellen zeigt.

Schüler in Witten haben Materialien schon vor dem Lockdown zusammengetragen

„Um ehrlich zu sein, kannte ich das Republikaner-Denkmal vor dem Projekt gar nicht“, sagt Schülerin Gina Dahlmann (17). Durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Mahnmal sei ihr bewusst geworden, dass Rechtsradikalismus kein Problem von gestern, sondern aktueller denn je sei.

Ihr Mitschüler Simon Schramm sieht das ähnlich. Der 16-Jährige hat sich vor allem mit der Strafverfolgung der Täter nach der Denkmalschändung auseinandergesetzt. „Die Strafe fiel sehr gering aus, sie betrug nur 200 Mark“, sagt der Schüler.

+++ Keine Nachrichten aus Witten mehr verpassen: Hier geht’s zu unserem kostenlosen Newsletter +++

Geschichtslehrerin Stefanie Hagedorn ist froh, dass die Präsentation der Ergebnisse überhaupt noch möglich war. „Zum Glück waren wir bereits vor dem ersten Lockdown im März mit dem Zusammentragen der Materialien fertig“, so die 30-Jährige.

Auch Timo Nahler vom Förderverein „Villa ten Hompel“, der das Projekt durchgeführt hat, ist erleichtert. „Wir haben in mehreren Städten im Umkreis mit Schulen zusammengearbeitet, aber bei einigen kam der Corona-Lockdown dazwischen“, sagt er. Bei der Holzkamp Gesamtschule habe zum Glück alles geklappt.

Die während des Projektes entstandene Zeitung „Der Westfälische Bote“ ist kostenlos im Stadtarchiv und in der Bibliothek erhältlich. Das Projekt wurde von der Landeszentrale für politische Bildung NRW und der LWL-Kulturstiftung gefördert.

Mehr Nachrichten aus Witten lesen Sie hier .

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben