Biogasanlage

Witten: Biogasanlage versorgt 3000 Haushalte mit Strom

AHE-Geschäftsführer Johannes Einig mit Kompost, der in der Landwirtschaft zur Auflockerung von Böden eingesetzt wird. Der Kompost und auch Flüssigdünger entstehen bei der Biogas-Produktion im Bebbelsdorf in Witten als sogenannte „Gärrückstände“.

AHE-Geschäftsführer Johannes Einig mit Kompost, der in der Landwirtschaft zur Auflockerung von Böden eingesetzt wird. Der Kompost und auch Flüssigdünger entstehen bei der Biogas-Produktion im Bebbelsdorf in Witten als sogenannte „Gärrückstände“.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Die Biogasanlage im Bebbelsdorf hat ein zweites, neues Blockheizkraftwerk bekommen. Bei der Biogas-Produktion entsteht auch Kompost für Bauern.

Ende 2012 ist die Biogasanlage des Entsorgungsunternehmens AHE im Bebbelsdorf in Betrieb gegangen. Gerade hat die Anlage ein neues, zweites Blockheizkraftwerk bekommen, das aus Biogas Strom und Wärme produziert. Dafür hat die AHE, laut Geschäftsführer Johannes Einig, eine halbe Million Euro investiert. Die Biogasanlage versorgt jährlich 3000 Haushalte mit Strom.

Der gesamte Bioabfall des Ennepe-Ruhr-Kreises, jährlich rund 25.000 Tonnen, wird im Bebbelsdorf zu Biogas vergoren. Das von Wasser und Schwefel „gereinigte“ Biogas wird anschließend in den beiden Blockheizkraftwerken verstromt, der Strom ins Netz der Wittener Stadtwerke eingespeist. Bei der Biogas-Produktion entstehen außerdem – als sogenannte „Gärrückstände“ – Kompost und Flüssigdünger.

Diese werden bei der AHE von Lohnunternehmen abgeholt und kostenlos auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht. „Wobei unser Kompost nicht als Dünger eingesetzt wird, sondern dazu da ist, Böden aufzulockern“, so Einig. Der Flüssigdünger sei für Landwirte eine Alternative zum Stickstoffdünger, da er weniger Stickstoff enthalte.

AHE-Geschäftsführer: „Auch Fleischreste gehören in die Biotonne“

Hintergrund: Wird Stickstoffdünger nicht durch Pflanzen aufgenommen, kann er laut Umweltbundesamt als Nitrat das Grundwasser gefährden. Der Flüssigdünger der AHE enthalte auch keine Schwermetalle, wie dies zum Beispiel bei Gülle der Fall sei, betont Johannes Einig. Was der AHE immer noch zu schaffen mache, seien sogenannte Fehlwürfe in der Biotonne. Rund zehn Prozent des Bioabfalls bestehe daraus, zumeist handele es sich um Verpackungen.

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Eine schimmelige Mandarine etwa sollte vorher vom Plastiknetz befreit werden, bevor sie in die Tonne wandert. In diese gehöre alles, „was vor und nach dem Essen anfällt“, also alle unverpackten Lebensmittel, auch Eierschalen und Kaffeefilter, erklärt Einig. „Auch Fleischreste gehören in die Biotonne. Das wissen viele Leute nicht, die Fleisch dann in den Restmüll werfen.“

AHE überarbeitet für den Kreis noch einmal ihr Konzept für eine Restmüll-Trocknung

Das Wetteraner Unternehmen möchte künftig auch die Abwärme seiner Biogasanlage besser nutzen. Fünf Millionen Kilowattstunden fallen jährlich an. 3,5 Millionen werden derzeit ungenutzt in die Luft geschickt, sagt der AHE-Geschäftsführer. Die Abwärme könnte die jährlich anfallenden rund 50.000 Tonnen Restmüll im EN-Kreis trocknen. Durch eine solche Trocknung ließe sich die Restmüllmenge um rund 15.000 Tonnen jährlich reduzieren, so Johannes Einig.

Für die Trocknung müsste eine neue Anlage an der AHE-Umladestation im Bebbelsdorf errichtet werden. Das Projekt-Konzept wird derzeit vom Unternehmen noch einmal für den Kreis überarbeitet. Anfang des neuen Jahres soll es vorliegen.

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