Neuerscheinung

Witten: Autorin entführt Leser in eine fantastische Welt

Auf ihrer Terrasse in Bommern: Autorin Laurelia Joanna Augustinowski aus Witten präsentiert ihr erstes Buch „Timaru“. Eine Fortsetzung ist geplant.

Auf ihrer Terrasse in Bommern: Autorin Laurelia Joanna Augustinowski aus Witten präsentiert ihr erstes Buch „Timaru“. Eine Fortsetzung ist geplant.

Foto: Kim Kanert / FUNKE Foto Services

Witten.  Es geht um Leben und Tod in einer Welt, die 500 Jahre in der Zukunft liegt. Eine Frau aus Witten hat ihr erstes Fantasybuch geschrieben.

Schon als Kind hat sie viel Zeit in der Natur verbracht. Aufgewachsen ist Laurelia Joanna Augustinowski an den masurischen Seen. Inzwischen lebt sie in Bommern hoch über der Ruhr. Die Liebe zum Wasser, zu Wäldern und Feldern spiegelt sich auch in ihrem ersten Buch. „Timaru“ heißt es und entführt den Leser in fantastische Welten.

Die Begeisterung für das geschriebene Wort ließ die 67-Jährige vor einigen Jahren selbst zum Stift greifen. Bildlich erzählen, das könne sie doch, hörte sie von Freunden und Bekannten. „Eigentlich könntest du auch mal ein Buch schreiben“, sagten sie irgendwann. Und Laurelia Joanna Augustinowski fing einfach an.

Autorin aus Witten erzählt die Geschichte des Jungen Tim

In ihrem Erstlingswerk erzählt die Geschichte von Tim, einem vernachlässigten Kind. Er hat keine Freunde, sitzt auf der Straße vor einem leeren Kaffeebecher. Zwar erwartet der Junge, dass jemand eine Münze hineinwirft. Doch noch mehr wünscht er sich, „dass jemand ihm vielleicht Fragen stellt, vielleicht auch seine eigenen Fragen beantwortet“.

Tim will hinter das Geheimnis des menschlichen Handelns und die Macht der Emotionen blicken. Ein vorübergehender Mann reicht ihm schließlich den Schlüssel zu einer anderen Welt.

Dort werden Menschen nicht in der Erde, sondern in einem „Meer des Vergessens“ beigesetzt. Ihr Gedächtnis wird aus dem Körper herausgefiltert und ist auf Wunsch abrufbar, um den Hinterbliebenen Trost und Rat zu spenden.

Ja, es sei ein Fantasy-Roman, sagt die Autorin. Der größte Teil spielt schließlich in einer Welt, die 500 Jahre in der Zukunft liegt. Doch es sei in gewisser Weise auch ein philosophisches Buch – obwohl sie den Ausdruck eigentlich für zu großartig hält.

Bommeranerin wäre am liebsten mit einer Rakete zum Mond geflogen

Es geht um Leben und Tod, um Zeit, Vergebung und Gefühle. „Ein reifes Buch“, nennt es die Autorin, eines, das sie ursprünglich für junge Erwachsene schreiben wollte. Die Geschichte bot ihr viel Raum, der eigenen Fantasie freien Lauf zu lassen. „Ich war schon als Kind sehr offen und neugierig“, sagt sie. „Ich wollte immer wissen, wie es hinter der Stadt, hinter dem Wald, hinter den Feldern weitergeht.“ Am liebsten wäre sie mit einer Rakete zum Mond geflogen.

Ganz so weit ist die Reiseverkehrskauffrau im Ruhestand nicht gekommen. Aber auf einer Kreuzfahrt hat sie zum Beispiel Malaysia, Singapur und Vietnam gesehen. Sie war in Brasilien und Papua Neuguinea. Die Orte seien irdische Vorbilder für ihre Fantasiereise im Buch.

Geboren wurde Laurelia Joanna Augustinowski übrigens in Breslau. 1981 kam sie mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter nach Bochum. Seit 2001 lebt sie in Witten, wo sie nebenbei in einer Lotto-Annahmestelle „Glück verkauft“.

Als Vorlage für das Titelbild diente das Ölgemälde eines russischen Malers

2015 hat Laurelia Joanna Augustinowski mit ihrem Buch begonnen. „Eine mühsame Arbeit“, sagt sie. Denn sie hat auf Papier geschrieben und die Seiten dann abgetippt. Erst später sei sie auf den PC umgestiegen. Als das Werk zur Hälfte fertig war, habe sie alles noch einmal neu von der Vergangenheit in die Gegenwart umformuliert. „Ich wollte das Gefühl vermitteln, dass der Junge den Leser an die Hand nimmt und alles zeitgleich mit ihm erlebt.“

Drei Jahre und 500 Seiten später war der Roman beendet. Im Oktober 2018 schickte die Wittenerin das Manuskript an 14 Verlage. Zwei Wochen später wollten zwei das Buch veröffentlichen. „Ich war aus dem Häuschen.“

Als Vorlage für das Titelbild – einen stilisierten Baum – diente das Ölgemälde des russischen Malers Alexandr Silvanovich, den sie bei einer Vernissage in Polen getroffen hatte. Das echte Bild hängt in Augustinowskis Wohnung. Es erinnert sie stets daran, dass sich mit dem Buch ein Traum erfüllt hat.

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