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Witten: 17-Jähriger stellt eigenen Gewürz-Shop auf die Beine

Zehn eigene Gewürzmischungen hat Jona Kopp entwickelt. Aber bei diesem Sortiment soll es nicht bleiben.

Zehn eigene Gewürzmischungen hat Jona Kopp entwickelt. Aber bei diesem Sortiment soll es nicht bleiben.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Ganz schön scharf: Jona Kopp (17) aus Witten hat Gewürz-Mischungen entwickelt, die er mit Erfolg vertreibt. Bald will er das Geschäft ausbauen.

Eine Gewürzmischung, die schmeckt wie „Bella Italia“, das passende Topping zum gebackenen Schafskäse oder lieber etwas Scharfes zum Barbecue – aber bitte ohne Geschmacksverstärker: Das alles (und noch viel mehr) hat ein Vormholzer jetzt auf den Markt gebracht. Online und in drei Edeka-Märkten verkauft Jona Kopp seit neustem sein natürliches Gewürz-Sortiment mit großem Erfolg. Ungewöhnlich sind nicht nur die Rezepturen, sondern auch ihr Entwickler. Denn Jona ist gerade mal 17 Jahre alt.

„Ich wollte lieber etwas Eigenes auf die Beine stellen“, sagt der junge Wittener

Der junge Wittener ist derzeit auf dem Weg zum Fachabi am Berufskolleg. Dafür muss er ein Jahr lang an drei Tagen pro Woche ein Praktikum machen. Beworben hatte er sich fürs Marketing, für Immobilien, für die Verwaltung – und auch mehrere Angebote bekommen. „Aber dann hab ich gedacht, das ist alles nicht das, was ich eigentlich wirklich will“, so Jona. „Ich wollte lieber etwas Eigenes auf die Beine stellen.“

Etwas ganz Eigenes. Deshalb macht er das Praktikum nun in der EDV-Firma seines Vaters und nutzt die Zeit, ein Start-Up auf die Beine zu stellen. Die richtige Branche war schnell gefunden: „Ich habe schon immer gerne gekocht und ich stehe auf hochwertige Lebensmittel“, erklärt der Berufsschüler. So kam er auf die Idee mit den Gewürzen. Anschließend hat er recherchiert, eingekauft und viel, viel probiert. „Ich wollte etwas Natürliches, ohne Zusätze. Das Beste eben.“ Die ausgewählten Mischungen der Gewürz-Großhändler, die Jona am besten schmeckten, hat er nach seinem Gusto verbessert und verfeinert. „Beim ,Steak-House’ etwa habe ich Kreuzkümmel zugefügt, das macht es schärfer“, erklärt er das Vorgehen.

Etiketten und Logo entstanden am heimischen Computer in Witten

Zehn verschiedene Sorten hat der Wittener auf diese Weise kreiert, vom Gourmet-Kräutermix („Der passt zu allem“) über Pfefferkörner, ein Bratkartoffel-Salz bis zur Bruschetta-Mischung. Abgefüllt und verpackt werden sie nach seinen Vorgaben und ihm dann in schwarzen, unbeschrifteten Beuteln geliefert. Gelagert werden die Beutel bei Oma. Etikettiert von Hand, gerne mit Freunden und Familie abends vorm Fernseher. Die Etiketten und das Marken-Logo entstanden bei Jona am heimischen Computer in Vormholz. „Ich habe mich da in die entsprechenden Programme eingearbeitet“, sagt der 17-Jährige. Einfach so? „Ja, ich glaub ich habe im letzten halben Jahr mehr gelernt, als in elf Jahren Schule.“

Nicht nur das Design, auch Marketing und Buchhaltung, alles macht der 17-Jährige selbst. Das ist einige Menge Arbeit. Denn seit Oktober hat Jona schon über 5000 Beutel verkauft. Richtig in Schwung kam das Geschäft durch seinen Stand auf dem Hattinger Weihnachtsmarkt. Dabei sah es erst gar nicht gut aus. „Das Geschäft lief erst sehr schleppend an“, gibt der Jung-Unternehmer zu. Bis er auf die Idee kam, nicht nur die Tüten zu präsentieren, sondern auch Kostproben anzubieten. „Ich habe meine Mischungen in Schmand gerührt und Nachos dazugestellt. Das kam bei den Kunden super an!“

Jona fiel ein Stein vom Herzen. Denn schließlich hatte er ganz schön was investiert. „Etwa 4000 Euro werden es schon gewesen sein“, rechnet er zusammen. Ersparnisse, Geburtstagsgeld – alles floss in die kleine Firma. „Das hat er alles aus eigener Tasche finanziert“, versichert Mama Gabi Kopp, die das ungewöhnliche Projekt voll unterstützt. Sie ist nicht nur stolz auf ihren Sohn, sondern auch überzeugt, dass er Erfolg haben wird. „Der ist ein Macher!“

Eine Kooperation mit dem VfL steht für den Wittener auch bald an

Und weil er das ist, hat der 17-Jährige auch schon weitere Pläne. Es soll nicht bei Gewürzen bleiben, bald will er auch noch Öl, Tees und Wein ins Sortiment aufnehmen. Einen Winzer aus der Pfalz hat er schon gefunden. Außerdem will er weitere Läden suchen, die seine Ware verkaufen. Bislang haben sie die Edekas Herbede und Bommern im Angebot, außerdem gibt es Kopp-Nature auch in Hattingen-Holthausen. „Und dann steht noch eine Kooperation mit dem VfL an“, verrät Jona. Aber mehr darf er dazu noch nicht sagen.

Auch wenn der Shop inzwischen Gewinn abwirft, will Jona doch die Schule zu Ende machen. Das ganze Geld werde in den Ausbau des Geschäfts investiert, versichert Jona. Nach dem Praktikumsjahr will er im Sommer so weit sein, dass er den Vertrieb neben der Schule bewältigen kann. Und nach dem Abi? „Dann will ich was mit Marketing machen“, erklärt der Jung-Unternehmer. Egal ob an Uni oder im Betrieb: Die praktische Erfahrung dafür hat er jedenfalls schon reichlich.

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